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#1 |
Erfahrener Eiland-Dichter
Registriert seit: 14.03.2009
Ort: wien
Beiträge: 4.893
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Sie sitzt mit trauriger Gebärde
und halbverhungert da beim Herde. Ein Bild des Jammerrs: Welch ein Elend! Was muss sie leiden? Oh, wie quälend versendet Not ihr trüber Blick! Wer glaubt, das wäre nur ein Trick? Die ärmste aller Felidae hockt vor dem Hühnerfrikassee (vielleicht wars heut auch Lamm mit Rind) und maunzt, dass mir das Blut gerinnt! Es stockt die Milch, es friert der Regen: Zum Sterben wird sich niederlegen das arme Tier! Es kann nichts fressen! Das Maß des Elends zu bemessen reicht nicht einmal der Ozean. Was mach ich nur, in meinem Wahn? Ich flüstere ihr was ins Ohr. Ich lob das Futter im Tenor. Ich tauch den Finger in die Soß und kaue vor, was noch zu groß. Ich schnuppre dran, knurr mit dem Magen. Ich simuliere Wohlbehagen, reib zart an ihr auch meinen Rüssel und setz sie wieder vor die Schüssel! "Ja, friss nur brav, das ist doch guuut!" (Und hoffe still, dass sie es tut!) Sie zögert noch, setzt Abwehrzeichen. Da flehe ich, zum Steinerweichen: "Oh Katzenvieh, das ist doch lecker!" (Und denk: Du gehst mir auf den Wecker! Hörst du nicht auf mit diesem Tanz, dann knüpf ich dich mit deinem Schwanz noch an der Teppichstange fest und fresse selbst den Futterrest!) Die Katze, die kurz nachgedacht, jetzt ein paar kleine Bissen macht - und plötzlich mundet ihr der Brei! So wirkt die Katzenflüsterei.
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Cogito dichto sum - ich dichte, also bin ich! |
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