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#1 |
TENEBRAE
Registriert seit: 18.02.2009
Ort: Österreich
Beiträge: 8.570
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Der Mensch, der reden soll, betritt die Bühne,
verhalten fast, als wüchse Widerstreben in seinen Schritten, eines Scheiterns Sühne, die er noch trägt aus einem andern Leben. So viel hat er an Last schon hingetragen durch ungezählter Jahre schwanken Lauf. Wie vieles, das vermag er kaum zu sagen, ist oft gestürzt und stand doch immer auf. Nun wird er sprechen, und man wird ihn hören, verleiht den Worten Wesen und Gewicht, und ihre Macht kann kränken wie betören - nur sich verschweigen wird sie weiter nicht. Der ganze Raum umkreist ihn wie ein Jäger, belauert sein Erscheinen wie ein Tier, trägt seines Vaters Miene, wird zum Kläger, ein letztes Urteil fordernd, jetzt und hier. Und wie in späten Blättern an den Zweigen, von einem Windeshauchen schon bewegt, durchtanzt ein Raunen wie ein sachter Reigen die Lauschenden, das sich nur langsam legt. Dies ist der Augenblick, den sie erwarten, da sich erweisen wird, von welchem Wert für jene, die sich so zusammenscharten, der Geist wohl sein mag, der sie nun beehrt.
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Weis heiter zieht diese Elend Erle Ute - aber Liebe allein lässt sie wachsen. Wer Gebete spricht, glaubt an Götter - wer aber Gedichte schreibt, glaubt an Menschen! Ein HAIKU ist ein Medium für alle, die mit langen Sätzen überfordert sind. Dummheit und Demut befreunden sich selten. Die Verbrennung von Vordenkern findet auf dem Gescheiterhaufen statt. Hybris ist ein Symptom der eigenen Begrenztheit. |
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