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heimkehrerin
Registriert seit: 19.02.2017
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Der alte Maler
Die Jahre sitzen ihm in allen Knochen, nur langsam schlurft er durch das Atelier zur Küche, um sich schwarzen Tee zu kochen und manchmal (für den Kreislauf) auch Kaffee. Beim Gießen mit der Kanne zittern Finger, die Knöchel an der Hand sind dick und rot, und er verflucht die unbrauchbaren Dinger; den Pinsel halten sie mit Müh und Not. Der Tee - er füllt ihn halb nur in die Tasse, der Rest davon ergießt sich auf Papier. Verfärbt die Skizze einer alten Gasse, schraffiert in mittelmäßiger Manier. Schon längst genügt nicht mehr die treue Brille, die Ränder seines Sehns sind trüb verwischt. Einst sah er um sich pure Farbenfülle. Nun sieht er, wie die Welt um ihn erlischt. Er fühlt, wie Tag für Tag durch viele Lücken der Leinwand seine Lebenskraft entrinnt. Zuvor lag noch im Pinselstrich Entzücken, wo nun der Überlebenskampf beginnt. Und an die Wand gelehnt, die vielen Bilder; für ihn zuletzt nur Zeugnis von Verlust. Er war, doch wird nie mehr ein "Junger Wilder". Der Umstand ist ihm länger schon bewusst. Er würd so gerne sich noch einmal betten in Farben, Formen, leicht gesetzt von Hand. Die Malerwürde will er für sich retten - mit einem Streich setzt er das Holz in Brand. .feb_2017 (überarbeitete Version. Danke, lieber Erich! Ich geb dir Recht - und das in so ziemlich allen Punkten (und das heißt schon was bei meinem Dickkopf) - und habe die meisten deiner Anregungen gerne übernommen. Das "einst" war allerdings eine Wortwiederholung, aber dafür habe ich dann auch eine hoffentlich ansprechende Lösung gefunden). 2. Änderung: aus "reine Farbenfülle" wird "pure Farbenfülle" (danke, Lailany!) Version 1: die jahre sitzen ihm in allen knochen nur langsam schlurft er durch das atelier zur küche um sich schwarzen tee zu kochen und manchmal (für den kreislauf) auch kaffee beim gießen mit der kanne zittern finger die knöchel an der hand sind dick und rot und er verflucht sie, diese unbrauchbaren dinger den pinsel halten sie mit müh und not der tee - er gießt ihn halb nur in die tasse der rest davon ergießt sich auf papier darauf die skizze einer alten gasse schraffiert in mittelmäßiger manier schon längst genügt nicht mehr die treue brille die ränder seines seh'ns sind trüb verwischt einst sah er um sich reine farbenfülle nun sieht er wie die welt um ihn erlischt er fühlt wie tag für tag durch viele lücken der leinwand seine lebenskraft entrinnt wo früher lag in pinselstrich entzücken spürt er wie überlebenskampf beginnt und an die wand gelehnt, die vielen bilder für ihn zuletzt nur zeugnis von verlust er war, doch wird nie mehr ein "Junger Wilder" der umstand ist ihm länger schon bewusst er würd so gerne sich noch ein mal betten in farben, formen, leicht gesetzt von hand die malerwürde will er für sich retten mit einem streich setzt er das holz in brand .jan_2017 Geändert von fee_reloaded (21.03.2017 um 17:45 Uhr) |
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