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Satire Zipfel Für Zyniker und andere Fieslinge

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Alt 16.02.2018, 14:38   #1
Erich Kykal
TENEBRAE
 
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Registriert seit: 18.02.2009
Ort: Österreich
Beiträge: 8.570
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Hi Koko, Walther!

Schaun mer mal (ja, ich weiß, Chavi, du hast schon, und ich bin sicher, völlig korrekt):

Die Politik ist immer eigen,
doch nun schlägt sie sich selber Striemen,
und manchen wachsen gar schon Kiemen
zum Untertauchen in das Schweigen,

xXxXxXxXx
xXxXxXxXx
xXxXxXxXx
xXxXxXxXx

das gern sich „solidarisch“ nennt
- die Domina steht mit der Kette.
Ach, wenn er doch nur Chuzpe hätte,
der einen Wandel nun verpennt.

xXxXxXxX
xXxXxXxXx
xXxXxXxXx
xXxXxXxX

Den Schulz hat man gekonnt verheizt
im Poker um den Royal Flash.
Es ging um Macht und auch um Cash.
Denn wie man seine Beine spreizt

xXxXxXxX
xXxXxXxX
xXxXxXxX
xXxXxXxX

zu dem Spagat in dem Berlin,
das hat naiv er unterschätzt,
weil Machtgeilheit das Messer wetzt
ganz leise. Und so schied er hin.

xXxXxXxX
xXxXxXxX
xXxXxXxX (Das 2. X auf "-heit" ist unnatürlich. "Machtgeilheit" normal: Xxx)
xXxXxXxX

Scharmützel, Eiertanz, Gefecht
um Posten und um Merkels Krone,
dem dummen Wählervolk zum Hohne,
das wählt Demokratie und Recht.

xXxXxXxX
xXxXxXxXx
xXxXxXxXx
xXxXxXxX (Das 2. X auf "-mo-" ist unnatürlich. "Demokratie" normal: XxxX)

Die Masken sind nun abgefallen,
doch Politik spricht, irrt sich nie,
das wäre doch Demokratie
in ursprünglichster Form von allen.

xXxXxXxXx
xXxXxXxX
xXxXxXxX ("Demokratie" wieder unnatürlich betont, fallt aber hier nicht so auf)
xXxXxXxXx

Na gut, denn sag ich mal Helau,
wenn Elli kühn(ert), Wanne-Eickel,
die Neuregierung uns vereitelt
und setz de Pappnas wieder auf.

xXxXxXxX
xXxXxXxXx
xXxXxXxXx
xXxXxXxX

Ob CDU, ob SPD,
Allaf, Alaaf, man will regieren.
Bis man’s erreicht, wird man lavieren,
und weiß fällt über allem Schnee.

xXxXxXxX
xXxXxXxXx
xXxXxXxXx
xXxXxXxX


Die Kadenzen folgen keinem inhärenten Schema, aber mal ehrlich: Bei einer alkbeschwingten Büttenrede achtet eh keiner auf lyrische Feinheiten (abgesehen davon, dass 95% der bei so einer Festivität mehr oder minder geistig Anwesenden gar nicht dazu in der Lage wären )
Das stört mich hier also gar nicht so sehr, es geht nun mal eher um den Inhalt. Und da reicht es aus, wenn er verständlich rübergebracht wird (wiederum für die erwähnten 95% ... ), und dazu sollte die Sprache ohnehin nicht allzu komplex werden - man bedenke das avisierte Umfeld!

Die paar unnatürlich betonten Stellen habe ich direkt markiert, aber wiederum: Im marginalen "poetischen Fluidum" einer Karnevalsrede spielt auch das keine Rolle. Das hier soll ja keine "ach so edle Lyrik" sein, sondern politisches Derbholzgeraspel!

Und diesen Zweck erfüllt der Text voll und ganz. Daher:

Gern gelesen!

LG, eKy
__________________
Weis heiter zieht diese Elend Erle Ute - aber Liebe allein lässt sie wachsen.
Wer Gebete spricht, glaubt an Götter - wer aber Gedichte schreibt, glaubt an Menschen!
Ein HAIKU ist ein Medium für alle, die mit langen Sätzen überfordert sind.
Dummheit und Demut befreunden sich selten.

Die Verbrennung von Vordenkern findet auf dem Gescheiterhaufen statt.
Hybris ist ein Symptom der eigenen Begrenztheit.
Erich Kykal ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.02.2018, 14:45   #2
Chavali
ADäquat
 
Benutzerbild von Chavali
 
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Beiträge: 13.022
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Zitat:
Schaun mer mal (ja, ich weiß, Chavi, du hast schon, und ich bin sicher,
völlig korrekt):
*grins* genauso hab ich es in meinem Beitrag #7 verixt

Danke, Erich

LG Chavi
__________________
.
© auf alle meine Texte
Die Zeit heilt keine Wunden, man gewöhnt sich nur an den Schmerz

*
Chavali ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.02.2018, 20:13   #3
Kokochanel
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Lieber Erich, liebe Chavi, lieber Walther,

ich gebe euch recht mit Demokratie, was normalerweise daktylisch ist.
In solchen "büttenredenähnlichen" Konstrukten, schleift man es schon mal.
Es ist ein Alltaggedicht, wie Erich es schon richtig beschrieb und keine hochtstehende Lyrik.
Es geht also eigentlich nur um das Wort Demokratie und Machtgeilheit, wie Chavi und Erich nun nachgewiesen haben. Und nicht um "und nicht zu oft" wie Walter es schrieb.
Oftmals werden auch in simplen Liedern die Daktyen in Jamben gestreckt, das zeichnet die simplen Lieder aus.Deswegen sind sie ja simpel.
Ich wundere mich über Walters akribisches Engagement in dieser Angelegenheit ein wenig, aber sei's drum.
Euch,Chavi und Erich, besten Dank für meine Ehrenrettung. und lg von Koko
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Alt 01.03.2018, 19:32   #4
AAAAAZ
Wortgespielin
 
Registriert seit: 18.07.2014
Ort: NRW
Beiträge: 665
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Hi Kokochanel,

Sorry, aber mit dieser Büttenrede wird man im rheinischen Karneval keinen Blumenpott gewinnen können. Zum Glück ist sie für Berlin geschrieben, da mögen die Erwartungen anders sein. Egal ob nun perfekt geixt oder nicht. Die persönlich durchgereimte Sichtweise langweilt und quält sich durch ihre eigenen sieben Strophen hindurch. weil den Bildern Überraschung und Dramaturgie ein Fremdwort zu sein scheint. Und wer es dennoch bis zum Ende schafft, wird mit einem Hauch winterlichem Flair belohnt.


Der Schulzi kann regieren nicht,
die Chaostruppe ist mir Schnuppe,
da löffelt jeder seine Suppe
und Merkel ist kein helles Licht.

jetzt aufgepasst! fällt ach, oweh,
zu allem Überfluss noch Schnee.

Tataa, tataa tataaaa

LG AZ
AAAAAZ ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.03.2018, 20:08   #5
Kokochanel
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Beiträge: n/a
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wenn du es so siehst, dann ist das eben so. Kann ich nicht ändern, AZ.Andere sehen es anders...
Koko
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Alt 02.03.2018, 16:43   #6
AAAAAZ
Wortgespielin
 
Registriert seit: 18.07.2014
Ort: NRW
Beiträge: 665
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Hi Kokochanel,

natürlich, es lässt sich fast alles ändern.
Das dein Gedicht andere ähnlich sehen wie du, kann aber an meiner Einschätzung nichts ändern. Für eine Büttenrede darf ruhig wesentlich deftiger gewürzt werden, damit die Leute bei der Stange gehalten werden. Dabei fängt die erste Strophe so verheißungsvoll an. Im Verlauf aber ergibt sich weder eine erkennbare Steigerung, noch wird an einem stringenten Bild oder auf einem Höhepunkt hingearbeitet. Es fiele bei diesem Tenor und Inhalt noch nicht einmal auf, ob eine Strophe fehlt. Az
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