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Lyrische Emotion
Registriert seit: 07.02.2009
Ort: Inselstadt Ratzeburg
Beiträge: 10.017
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Hi Chavi,
du weisst doch, dass ich ein tierlieber Mensch bin. Wie ich schon Erich antwortete, passen Katzen und ich nur nicht in einen Haushalt. Ich komme mit ihren Eigenarten nicht so gut zurecht. Aber natürlich würde ich niemals einer Katze mutwillig etwas zuleide tun. In meiner Familie gibt es viele Katzenfans und ich ärgere sie manchmal mit Aussagen wie Rheumafell oder Dachhase, auch sage ich schon mal zum Spaß, nur eine tote Katze ist eine gute Katze. Aber das ist wirklich nur aus Jux, um meine Leute auf den Arm zu nehmen. Schön, dass du dich ähnlich ernährst, das ist auch viel gesünder. Nicht nur wegen des Fleisches an sich, sondern auch wegen der Ernährung in der Massentierhaltung, bestehend u.a aus minderwertigem Soja und Medikamenten, speziell auch Antibiotika, damit die Tiere keine Infektionskrankheiten bekommen. Ich will so etwas gar nicht mehr essen. Du hast recht damit, dass der Mensch das größte und blutrünstigste Raubtier auf Erden ist, du hast ja schon Beispiele angeführt. Ein Löwe käme tatsächlich niemals auf die Idee, mehr zu schlagen, als er für seinen persönlichen Bedarf bzw. den Bedarf seines Rudels benötigt. So etwas machen nur wir Menschen. Und wenn man dann sieht, wie viel wir dann noch von den produzierten Fleisch- und Wurtswaren entsorgen, dann weiß man, mit welcher Spezies man es tatsächlich zu tun hat. Und es stimmt, das ist ein makabrer Text. Aber ohne einen gewissen Anteil an Provokation funktioniert Satire eben nicht. Vielen Dank für deine Gedanken zum Thema... ![]() Servus Erich, es stimmt, viele Tiere wurden aus genau diesem Grunde gezüchtet. Allerdings bezweifele ich es stark, dass bei Abschaffung der Massentierhaltung ein Artensterben stattfinden würde. Es gäbe dann eben nur weniger "Nutzvieh" (was für ein herabwürdigender Begriff). Warum essen wir eigentlich keine Katzen und Hunde? Nur weil sie niedlicher als andere Tiere sind? Wer legt das fest? Wie du schon schreibst, auch ein Rassepferd ist recht ansehnlich. Wenn es aber alt wird und zu nichts mehr zu gebrauchen ist, dann landet auch dieses nicht selten beim Schlachter, der Pferdewurst und Pferdebraten daraus macht, obwohl dieses Tier unser ästhetisches Empfinden durchaus anspricht. Es kann doch nicht als Begründung herhalten, dass Rinder, Schweine oder Schafe unästhetischer sind, als die hier zuvor genannten Tiere. Hast du schon einmal einem Schwein in die Augen geschaut? Diese Tiere sind sehr intelligent. Tatsächlich sind Schweine neugierige, einfühlsame Tiere, die über eine Intelligenz verfügen, die über die eines durchschnittlichen 3 Jahre alten Menschenkindes hinausgeht. Sie sind klüger als Hunde und genauso freundlich, loyal und liebevoll. Die Aborigines bezeichnen übrigens den weißen Mann als "long pig" und weißt du auch warum? Weil Menschenfleisch genauso wie Schweinefleisch schmeckt. Also guten Hunger... ![]() Zitat:
Das ist das, was ich mit dem persönlichen Egoismus meinte. Ich kann das nicht mehr. Zitat:
Wir Menschen verdrängen vieles und nehmen die Konsequenzen billigend in Kauf. Wenn man aber mal sein Gehirn einschaltet... Dafür ist es ja eigentlich da. ![]() Zitat:
Zitat:
Was die Logik betrifft, muss ich dir allerdings widersprechen. Es ist völliger Unsinn, von einer "kulturabhängigen Logik" zu sprechen. Es hat sicherlich Zeiten und Orte gegeben, an denen Fleisch die einzige Nahrung war, um zu überleben. Das würde ich nicht unbedingt als Logik bezeichnen, sondern als notwendiger Überlebenskampf. Das würde ich wahrscheinlich widerwillig auch machen, gäbe es keine Alternativen. Ich stimme dir aber zu, dass sich unser Gehirn wahrscheinlich nur durch den Fleischkonsum zur heutigen Größe entwickeln konnte. Heute wissen wir aber, dass Fleisch kein unverzichtbarer Bestandteil unseres Speiseplanes ist, wir können sehr gut und viel gesünder ohne überleben. Zitat:
![]() Zitat:
Wie dem auch sei, jeder muss das tun und vor sich selbst verantworten, was er eben tun muss. Ich finde aber, dass dieses Thema durchaus mal eine interessante Diskussion wert ist. Vielen Dank für deine erneute Rückmeldung... ![]() Danke für euer Interesse ![]() Liebe Grüße Bis bald Falderwald PS: @ Erich Zitat:
![]() Das angehängte Bild zeigt eines meiner komplett selbst hergestellten Gerichte. Sieht lecker aus, nicht wahr? War es auch...
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Manchmal muss man eben Dreck fressen, um Gold kacken zu können (Falderwald) Für alle meine Texte gilt: © Falderwald --> --> --> --> --> Wichtig: Tipps zur Software |
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#2 |
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Erfahrener Eiland-Dichter
Registriert seit: 24.04.2011
Beiträge: 3.375
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Lieber Falderwald,
mit Genuss habe ich deine Ode auf dem "Dachhasen" gelesen. Vielleicht vervollständigst du das Werk zu einem Quartett, indem du noch jeweils ein Gedicht über Schnecken, Froschschenkel und Kutteln (den Glanzstücken der französischen Cuisine) hinfügst. ![]() Liebe Grüße Thomas
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© Ralf Schauerhammer Alles, was der Dichter uns geben kann, ist seine Individualität. Diese seine Individualität so sehr als möglich zu veredeln, ist sein erstes und wichtigstes Geschäft. Friedrich Schiller |
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#3 |
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Erfahrener Eiland-Dichter
Registriert seit: 14.03.2009
Ort: wien
Beiträge: 4.893
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Lieber Falderwald,
natürlich musstest du wieder was Satirisches sagen, was denn sonst? Staub aufwirbeln macht dir doch Spaß. ![]() Aber eins kann ich dir schon jetzt verraten: Wenn du dich an meiner Katze vergreifst, bist du um einen Kopf kürzer! ![]() Im Übrigen gebe ich dir Recht : Auch die anderen Viecher wollen nicht gerne gefressen werden. Mit denen ist man aber selten so sentimental. Das Beiried hat halt kein Kindchenschema! Ich hoffe nur, dass das Vermeiden von Fleisch in der Ernährung nicht zur militanten Ausgrenzung derer führt, denen es halt doch schmeckt. Die Tiere lieben und die Menschen hassen -scheint mir doch nicht ganz der richtige Weg zu sein. Abgesehen davon: Wenn der Salat ein Bewusstsein hätte, wäre er bestimmt auch dagegen, verspeist zu werden. Dass wirMenschen dem Kreislauf des Gefressen - Werdens entkommen sind, war reines Glück. Denn grundsätzlich würde die Natur auf solche Befindlichkeiten keine Rücksichten nehmen. Nun sind war aber irgendwie an der Spitze der Nahrungskette angelangt und dürfen/ müssen die Verantwortung übernehmen, dass der ganze Quargel noch ne Zeit lang weiter funktioniert, was angesichts steigender Bevölkerungszahlen schon eine Herausforderung sein wird. Neuester Trend: Insekten essen! Mehlwürmer verspeisen. Synthetische Labor -Schnitzel mampfen. Würg! : Aua Ich denke, ich bin zu alt für diese Spielchen. Gott sei Dank! LG, larin
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Cogito dichto sum - ich dichte, also bin ich! |
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#4 |
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Lyrische Emotion
Registriert seit: 07.02.2009
Ort: Inselstadt Ratzeburg
Beiträge: 10.017
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Moin Thomas,
ja, der Begriff "Dachhase" ist mir auch bekannt. Meine Großmutter hat mir davon erzählt, dass nach dem Krieg einige Katzen verspeist worden sind, weil die Menschen nicht genug zu essen hatten. Wenn Fell, Kopf und Pfoten entfernt waren, soll man sie auch nicht mehr von einem Hasen unterscheiden können. Na denn... Leider fallen mir spontan keine Reime auf die Kutteln ein und der Begriff Froschschenkel ist metrisch ziemlich problematisch. Also müssen wohl spontan die Schnecken herhalten: Ich esse gerne Weinbergschnecken, weil diese mir verdammt gut schmecken, ein Bündchen Petersilie, da freut sich die Familie, ein wenig Kerbel und Schalotten, damit die Schnecken nicht verrotten, dazu noch Knoblauch, gute Butter, ein wenig Salz aufs Schneckenfutter, noch Pfeffer und Zitronensaft, schon ist der Schneckenfraß geschafft. Ich hoffe, das reicht fürs erste. War ein langer Tag heute, mehr schaffe ich leider nicht (bin schon satt vom Aufschreiben) ![]() Danke für deinen Kommi... ![]() Servus larin, schön, dich wieder einmal zu lesen. ![]() Nein, es sollte nicht zur Ausgrenzung der Carnivoren kommen. Allerdings sollten die Menschen bewusster Fleisch essen und ich würde mir wünschen, dass sie besser auf die Herkunft achten würden. Es ist meine bewusste Entscheidung und ich hatte eben noch eine Diskussion, warum man vegetarische oder vegane Ersatzprodukte nach Fleischspeisen benennt, wie z.B. Sojaschnitzel, vegetarische Frikadellen u.a. Ich denke, es geht hierbei weniger um den Geschmack, denn ich gebe zu, ein paniertes Schnitzel oder Kotelett, ein gegrilltes Hähnchen oder ein saftiges Steak sind ja auch sehr lecker. So habe ich mich also nicht wegen der Geschmacks, sondern wegen der allgemeinen Tierhaltung an sich von der Fleischnahrung abgewendet. Und ich habe es bis heute nicht bereut, denn wie ich schon weiter oben schrieb, ist mein Speiseplan viel reichhhaltiger geworden und ich habe Dinge entdeckt, die ich vorher gar nicht kannte. Das war und ist schon eine Herausforderung. Allerdings sehe ich ein Problem darin, wenn wir Menschen so weiter machen wie bisher. Die moderne Viehzucht belastet die Umwelt (nicht nur des Co2 wegen) sehr und wir können der Probleme nicht Herr werden, wenn wir nicht bald etwas daran ändern. Ob Insektenburger und Co tatsächlich die Lösung sind, ist fragwürdig, denn da muss man auch erst den eigenen Widerwillen besiegen, um so etwas zu essen. Auch das synthetische Fleisch aus der Retorte sehe ich (für mich) problematisch. Deshalb bleibe ich lieber bei Kartoffeln, Reis, Nudeln, Gemüse und Obst. Da gibt es so viel Auswahl und man kann wirklich wunderbare schmackhafte Nahrung daraus zubereiten. Ich habe übrigens letztens einen Gemüseburger selbst kreiert: 250 gr Champignons, zwei rote Paprikaschoten, eine Dose Mais, eine Zwiebel, zwei Zehen Knoblauch und zwei Eier. Das alles kommt in den Mixer und wird zu einer Masse zerhackt. Dazu kommen dann nach Geschmack Gewürze und Semmelbrösel, bis eine formbare Masse entsteht. Daraus werden dann die Burger knusprig gebraten oder gegrillt. Die Brötchenhälften werden mit Senf bestrichen, und auf die Burger kommen Gurkenscheiben, ein paar Salatblätter, frische Zwiebelringe und eine gute Barbecuesauce (oder Chilisauce oder Ketchup oder, oder...) Das war richtig lecker. Vorher hatte ich anstatt Mais Kidneybohnen verwendet, das war mir aber ein wenig zu trocken, mit dem Mais bleiben die Pattys saftiger. Wie du siehst, muss man gar nicht zu den chemischen Sachen greifen. Es genügt Einfallsreichtum, Fantasy und Experimentierfreude. Mir macht es jedenfalls eine Menge Spaß und ich kann mein Essen wieder richtig genießen. Der Salat und die Gürkchen tun mir übrigens nicht leid... ![]() ![]() ![]() Danke für deine Rückmeldung. ![]() Vielen Dank für eure Antworten. Liebe Grüße Bis bald Falderwald
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#5 |
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TENEBRAE
Registriert seit: 18.02.2009
Ort: Österreich
Beiträge: 8.570
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Reimfindungshilfe:
Dem Franzmann sind die ollen Kutteln so lieb fast wie der Ollen Dutteln! (Dutteln = österr. Ausdruck für weibliche Brüste bei Menschen und Tieren, heute selten verwendet) LG, eKy
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Weis heiter zieht diese Elend Erle Ute - aber Liebe allein lässt sie wachsen. Wer Gebete spricht, glaubt an Götter - wer aber Gedichte schreibt, glaubt an Menschen! Ein HAIKU ist ein Medium für alle, die mit langen Sätzen überfordert sind. Dummheit und Demut befreunden sich selten. Die Verbrennung von Vordenkern findet auf dem Gescheiterhaufen statt. Hybris ist ein Symptom der eigenen Begrenztheit. |
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#6 |
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Lyrische Emotion
Registriert seit: 07.02.2009
Ort: Inselstadt Ratzeburg
Beiträge: 10.017
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Servus Erich,
na klar, dann kommst du direkt mit so etwas... ![]() Du glaubst wohl, Fleisch sei gleich Fleisch? ![]() Da wird der Thomas aber staunen, denn Kutteln heißen auch Kaldaunen, der "Duttelerich" ist am Meutern und kommt mir plump mit ollen Eutern. Ganz kurz noch etwas zu Froschschenkeln: Nachdem man die Tiere heruntergekühlt hat, um ihren Bewegungsdrang zu unterdrücken, trennt man den lebendigen Amphibien mit der Schere zunächst die Froschschenkel ab und erst im Anschluss den Kopf. Für ein einziges Kilo Froschschenkel müssen zwischen 20 und 50 Frösche ihr Leben lassen. Rund 80 Prozent des Tieres werden dabei nicht verwertet und landen auf dem Müll. Über 40.000 Tonnen in die EU importierte Froschprodukte, vornehmlich in Form von Schenkeln, innerhalb eines Zeitraumes von zehn Jahren zeigt, welch hohe Stückzahlen an Tieren benötigt werden, um den Bedarf an der vermeintlichen Delikatesse zu decken. Bei einem angenommenen Schnitt von 35 Tieren pro Kilo sind das 1.400.000.000 Tiere. So pervers ist der Mensch. Liebe Grüße Bis bald Falderwald
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#7 |
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TENEBRAE
Registriert seit: 18.02.2009
Ort: Österreich
Beiträge: 8.570
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Besonders pervers:
Haifischflossensuppe! Die gefangenen Tiere werden mit Fleischerhaken an langen Stangen an Bord gehievt, dort schneidet man ihnen die Brustflossen ab und wirft sie lebendig zurück ins Meer. Ohne die Brustflossen können sie nicht schwimmen und ersticken elendig am Meeresgrund. Ca. 99% der verwertbaren Masse wird vergeudet, von der horrenden Tierquäleriei mal abgesehen. Abseits der Nahrungsmittel: Oder Elfenbein: Pervers, einen riesigen Elefanten zu töten, nur wegen seiner Zähne. Genauso schlimm- oder noch schlimmer, weil zusätzlich aus Aberglauben, nicht allein aus Geldgier - das Töten von Nashörnern, weil potenzgestörte Asiaten tatsächlich glauben, die Einnahme eines zerriebenen phallusförmigen organischen Objektes würde dem eigenen schlaffen Schniedel auf die Sprünge helfen! Eine Nashornart wurde auf diese Weise bereits ausgerottet. Es gibt viel Dummheit in der Welt, nicht nur, wenn's um Dutteln geht. LG, eKy
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Weis heiter zieht diese Elend Erle Ute - aber Liebe allein lässt sie wachsen. Wer Gebete spricht, glaubt an Götter - wer aber Gedichte schreibt, glaubt an Menschen! Ein HAIKU ist ein Medium für alle, die mit langen Sätzen überfordert sind. Dummheit und Demut befreunden sich selten. Die Verbrennung von Vordenkern findet auf dem Gescheiterhaufen statt. Hybris ist ein Symptom der eigenen Begrenztheit. Geändert von Erich Kykal (28.09.2019 um 17:18 Uhr) |
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