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Ein neuer Morgen Fröhliches und Hoffnungen

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Alt 03.12.2009, 14:53   #1
Erich Kykal
TENEBRAE
 
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Hi, Abraxas!

Bis auf genau diesen Punkt! Ich muss es immer wieder betonen:
Ich schere mich nicht um Metrikregeln - ich könnte Trochi, Jambi oder (Ptero)daktylus nicht mal ansatzweise auseinanderhalten!
Ich bin ein reiner "Gespürdichter" ohne tieferes Wissen um Fachtermini und Handbuchparagraphen. Ich "dichte" einfach, und wenn es sich beim Vortrag für mich ausgeht und gut anhört, dann passt das auch so - und fertig!
So macht's mir Spass: Eben Dichten, nicht altgriechische Begriffe lernen und X-e zählen.
Mag sein, mancher nimmt mich darob nicht für voll (bin selber schon diesbezüglich kritisiert worden), aber das ist mir eben ganz einfach wurscht (österr. für "egal"). Diese Haltung kann ich dir nur ans Herz legen: Es befreit ungemein von der Abhängigkeit von den Meinungen anderer!
Das heißt ja nicht, dass ich unwirsch oder unhöflich sein muss - ich bin eben nur "schwer zu überzeugen"...

Im aktuellen Fall: Du magst durchaus recht haben mit diesem leichten Ungleichgewicht. Wie auch immer: MICH stört es nicht, und das zählt. Ich könnte auch gar nicht mitreden betreffs Richtigkeit solcher Aussagen - ich nehm's einfach so hin. Ist es eben "komisch". Für mich liest es sich gut, so wie es ist.
Das ist keineswegs als Vorwurf gemeint! Ich achte Kompetenz und Fachwissen durchaus, aber MIR sind eben andere Dinge wichtig in der Lyrik.
Sollen andere davon halten, was sie wollen...

Mit selbstbewußtseinsfördernden Grüßen,

eKy
__________________
Weis heiter zieht diese Elend Erle Ute - aber Liebe allein lässt sie wachsen.
Wer Gebete spricht, glaubt an Götter - wer aber Gedichte schreibt, glaubt an Menschen!
Ein HAIKU ist ein Medium für alle, die mit langen Sätzen überfordert sind.
Dummheit und Demut befreunden sich selten.

Die Verbrennung von Vordenkern findet auf dem Gescheiterhaufen statt.
Hybris ist ein Symptom der eigenen Begrenztheit.
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Alt 03.12.2009, 15:10   #2
Abraxas
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Okay, falls du wirklich nur für dich schreibst und deinen Werken nicht abverlangst, auch anderen zu geziemen, dann kannst auch drauf pfeiffen.

Ich persönlich möcht das nicht, daher versuch ich auch auf sowas zu achten.


Jedem das seine,
Abraxas
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Alt 03.12.2009, 15:35   #3
Quicksilver
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Hallo eKy,

wir hatten zum Thema Metrik bereits ein ähnliches Gespräch und ich kann dich dahingehend verstehen. Nach Jahren der gleichen Einstellung habe ich in der Metrik eine neue Herausforderung entdeckt. Vielleicht wird dies bei dir irgendwann auch der Fall sein Allerdings ist das in meinen Augen gar nicht notwendig, denn ich finde auch dieses Gedicht von dir sehr gelungen.

Ich werde darob keinen verbalen Kniefall vollführen, aber dir großen Respekt vor diesen Versen darbieten. Schöne Bilder, eine erneut geschliffene Wortwahl und ein gutes Gespür für das Empfinden der naturverbundenen Seele.

Gern gelesen.

Grüße
von
Quicksilver
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Alt 04.12.2009, 10:16   #4
Erich Kykal
TENEBRAE
 
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Hi, Abraxas!

Meine etwas polare Sicht der Dinge sollte natürlich in keinster Weise ein Vorwurf oder eine Indieschrankenweisung irgendeiner Art gegen dich sein. Natürlich schreibe ich meine Werke auch unter dem Aspekt, dass sie anderen ebenfalls gefallen sollen, aber das ist eben sekundär, und wenn etwas mal nicht gefällt, tut's nicht weh. Früher war das anders bei mir: Allzu leicht fühlte ich mich persönlich angegriffen oder herabgesetzt, wenn man einem Gedicht eine in meinen Augen ungerechtfertigt abwertende Kritik gab - ich nahm es zu persönlich, weil ich mich selbst zu sehr über die Reaktion auf meine "Kunst" identifizierte. Solch ein fremdgekoppeltes Selbstbild ist ausgesprochen labil, fordert ständig "Nachschub an Bestätigung" und macht abhängig in vielerlei Form. Deshalb habe ich das entkoppelt: Wenn's anderen nicht behagt, sei's drum. Ich schreibe, damit es MIR besser geht, nicht ihnen. Und allen recht machen kann man es sowieso nie...


Hi, Quicksilver!

Danke für deinen freundlichen Zuspruch! Die naturverbundene Seele - da sagst du was! Mich hatte man zeitweise ja schon als "Naturdichter" in den Foren sozusagen "festgelegt", weil mir diese Thematik so nahe steht, und Menschen mir eher fern sind, mal abgesehen von den eigenen Problemchen.
Allerdings erschöpfen sich irgendwann die Bilder: Nach dem 7. oder 8. "Waldgedicht" muss man sich schon Mühe geben, um sich nicht in Wortwahl und Ausdrucksbildern zu wiederholen.

LG, eKy
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Geändert von Erich Kykal (04.12.2009 um 10:25 Uhr)
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Alt 04.12.2009, 15:54   #5
Archimedes
der mit dem Reim tanzt
 
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Liebe Erich, ich sehe es ähnlich mit den griechischen Begriffen, wie du. Ofmals ist es nur eine Frage, der Betonung einzelner Wörter, ob es ein Jambus oder Trochäus ist, und da gibt es im deutschsprachigen Raum manchmal gewaltige Unterschiede. Bei dir sehe ich den Schwerpunkt jeder Zeile (meist) auf der vierten Silbe als ein crecendo dorthin, wie die Musiker es bezeichnen würden.

Ein Glühen sintert Himmelsweiten, ( das ist ein himmelweiter Unterschied )

"Schöne Bilder, eine erneut geschliffene Wortwahl und ein gutes Gespür für das Empfinden der naturverbundenen Seele." da möchte ich mich vorbehaltlos der Meinung von Quicksilver anschließen

Gruß Archimedes ...der mit den himmelweiten Kreisen
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gestörte Kreise
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Alt 04.12.2009, 16:18   #6
Dana
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Lieber eKy,
du hast es mit der "Metriknichtbeachtung" auch viel leichter als viele andere. Du beherrscht den Sprachgesang, erfindest Bildworte und kannst es dir eben leisten, auf pedante Silbenzählung zu verzichten.

Meine Begeisterung liegt hier:

Sterntapeten,
Faltenwurf der Zeit,
hell durch Kronensäume .. usw, usw.

Eine erhebende Hymne an den Tag in seinem Werden.

Aber, bei so viel wunderbaren Worten im Gedicht ein sehr bescheidener Titel.

Tagwerdung - als würde man einen Schüler zwingen, aus Tag und werden ein Nomen zu bilden. Tagwerden?

Ein sehr schönes Gedicht.

Liebe Grüße
Dana
__________________
Ich kann meine Träume nicht fristlos entlassen,
ich schulde ihnen noch mein Leben.
(Frederike Frei)
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Alt 05.12.2009, 16:19   #7
Erich Kykal
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Hi, Dana!

Ja, der Titel kommt etwas elchfüßig daher. Ich wollte ihm etwas Gravitätisches verleihen, entsprechend dem hohen Gefühl, das mich bei diesem Gedicht befeuert hat. Andererseits möchte ich nicht schon im Titel allzuviel über den Inhalt verraten - da soll immer ein Aha-Erlebnis bleiben. Daher sind Überschriften bei mir öfter auch mal kryptisch oder nur angedeutet, verschlüsselt.
Nichtsdestodennoch! Ich bleibe dabei. Es hat irgendetwas in meinen Ohren.
Vielen Dank für deinen Zuspruch! Du weißt, wir labilen Männer leben dafür!

LG, eKy
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