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Lyrische Emotion
Registriert seit: 07.02.2009
Ort: Inselstadt Ratzeburg
Beiträge: 10.014
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Servus Erich,
ich hätte jetzt besser vorher nicht alle Kommentare und Antworten gelesen und mich an den Text selbst gehalten, dem ich vorab schon einmal ein Lob aussprechen möchte, weil er ein wirklich schönes und gelungenes Sonett geworden ist. So gehen mir jetzt natürlich noch andere Gedanken durch den Kopf, die ich eigentlich lieber außen vor gelassen hätte. Denn viel lieber läse ich die Zeilen aus der Perspektive eines wirklichen Steins, sozusagen als Fiktion, wie ein Stein sich mitteilen würde, wenn er es denn könnte oder aber wie sich ein menschliches Bewusstsein ein Steinsein vorstellen könnte. Den ganzen emotionalen Schnickschnack dabei wegzulassen, kommt dem Text viel mehr zu Gute, denn es sind ja auch viele Fakten darin enthalten, welche die Existenz eines Steines ausmachen, die zudem noch in schöne lyrische Bilder gekleidet sind und das Geschehen vorstellbar machen. In jenem Sinne hat mir dieses Sonett ausnehmend gut gefallen. Gerne gelesen und kommentiert... ![]() Liebe Grüße Bis bald Falderwald ------------------------------------------------------------- Hallo Wüstenvogel, ich habe deinen Beitrag mit Interesse gelesen und möchte ein paar Gedanken dazu beisteuern. Zitat:
Zitat:
Bedeutet sie jetzt, solche Menschen hat es nie gegeben oder wenn ein solcher Mensch existierte, hat er eigentlich nicht gelebt? Wir müssen natürlich voraussetzen, daß es für einen Menschen niemals möglich sein wird, genau wie ein Stein zu sein, also sprechen wir nur über einige Eigenschaften, die ein Steinsein ausmachen würden. Wenn also ein Mensch auf alles verzichtet und gerade mal so viel zu sich nimmt und erledigt, wie überhaupt nur nötig ist, um seine organischen Funktionen aufrecht zu erhalten, sich aber ansonsten ganz in sich selbst zurückzieht und auf rein geistiger Basis existiert, dann wäre das die höchste Form des Asketen. Dieser hätte die vorstellbar höchstmögliche Bewusstseinsebene erreicht und bis auf die o. a. alle weltlichen Dinge überwunden. Keine Freude, keine Lust, kein Genuss, aber auch keine Angst und keine Leiden mehr und das bei vollem Bewusstsein. Ich könnte mir eigentlich keinen schöneren Tod vorstellen, als diesen in jenem Zustand zu erfahren. Und bis diese Stufe erreicht wird, hat der Betreffende durchaus gelebt, denn es erfordert seine ganze Kraft und seinen Willen, um ihn zu erreichen. Und solche Menschen hat es gegeben. Zu allen Zeiten, in allen Kulturen bis heute. Nicht viele freilich, aber sie sind da. ![]() Liebe Grüße Falderwald
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Oh, dass ich große Laster säh', Verbrechen, blutig kolossal, nur diese satte Tugend nicht und zahlungsfähige Moral. (Heinrich Heine) Für alle meine Texte gilt: © Falderwald --> --> --> --> --> Wichtig: Tipps zur Software |
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#2 |
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TENEBRAE
Registriert seit: 18.02.2009
Ort: Österreich
Beiträge: 8.570
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Hi, wüstenvogel, faldi!
Danke für eure Gedanken! Der buddhistische Gedanke (löse dich von allen Dingen) ist hier interessant - und wär eine schöne Aussicht für dieses Gedicht, indes, als ich es schrieb, stand mir nur meine soziale Abkapselung vor Augen, die zwar freiwillig gewählt und meistens gesucht ist, aber mir zuzeiten doch auch zur Last werden kann. Nichts weiter. LG, eKy
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Weis heiter zieht diese Elend Erle Ute - aber Liebe allein lässt sie wachsen. Wer Gebete spricht, glaubt an Götter - wer aber Gedichte schreibt, glaubt an Menschen! Ein HAIKU ist ein Medium für alle, die mit langen Sätzen überfordert sind. Dummheit und Demut befreunden sich selten. Die Verbrennung von Vordenkern findet auf dem Gescheiterhaufen statt. Hybris ist ein Symptom der eigenen Begrenztheit. |
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#3 |
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Lyrische Emotion
Registriert seit: 07.02.2009
Ort: Inselstadt Ratzeburg
Beiträge: 10.014
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Ja sicher, Erich, aber wir sind hier in der Denkerklause, also der philosophischen Abteilung und da wäre mir eine Diskussion über den buddhistischen Gedanken allenthalben näher gekommen, als den netten und verständnisvollen Onkel des Kummerkastens in einer atompsychologischen Aufbereitungsanlage spielen zu müssen.
![]() Du armer Stein... ![]() ![]() ![]() Liebe Grüße Faldi
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#4 |
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TENEBRAE
Registriert seit: 18.02.2009
Ort: Österreich
Beiträge: 8.570
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Wenn ich eine Schulter zum Ausweinen brauche, sag ich schon Bescheid!
![]() Ich wollte eigentlich nur meine Intention in den Raum stellen, um deutlich zu machen, worum es mir ging. Ist schließlich mein Gedicht, atompsychologisch hin oder her... ![]() ![]() ![]() Denkt euch an Philosophischem dazu, was ihr wollt - hab ich nix gegen. ![]() LG, eKy
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Weis heiter zieht diese Elend Erle Ute - aber Liebe allein lässt sie wachsen. Wer Gebete spricht, glaubt an Götter - wer aber Gedichte schreibt, glaubt an Menschen! Ein HAIKU ist ein Medium für alle, die mit langen Sätzen überfordert sind. Dummheit und Demut befreunden sich selten. Die Verbrennung von Vordenkern findet auf dem Gescheiterhaufen statt. Hybris ist ein Symptom der eigenen Begrenztheit. |
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#5 |
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Erfahrener Eiland-Dichter
Registriert seit: 30.08.2011
Ort: Wetzlar/Hessen
Beiträge: 446
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Hallo Erich,
da hast du ja was Schönes angerichtet - hast nur gedichtet - über das Sein als Stein... Hallo Falderwald, Ich glaube nicht, dass es für einen Menschen möglich ist, als gefühl- und gedankenloser "Stein" zu existieren - gerade unsere Gefühle und Gedanken, verbunden durch die Seele, machen (für mich) das Menschsein aus. Wer gerne als eine Art "Stein" leben will, mag das versuchen. Sich von allen Dingen zu lösen bedeutet ja auch, sich mit allem zu verbinden, eins zu werden in der Meditation. "Meditation ist ein Zustand des Geistes, der auf alles mit vollkommener Aufmerksamkeit schaut, der das Ganze betrachtet und nicht nur Teile." (Krishnamurti, Einbruch in die Freiheit) Ein solcher Mensch kann niemals wie ein Stein sein. Im Gegenteil! Viele liebe Grüße wüstenvogel |
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#6 |
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TENEBRAE
Registriert seit: 18.02.2009
Ort: Österreich
Beiträge: 8.570
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Hi, Wüstenvogel!
Mehr als eine Art Beschwörungsmantra soll das Gedicht ja auch nicht sein. Klar, wer absolut soziopathisch oder autistisch ist, würde auch nie auf die Idee kommen, so ein Gedicht über seinen Zustand zu schreiben - wozu auch, sie wollen ja auch niemandem irgendwas mitteilen, weil ihnen die Seins- und Gefühlslage anderer Menschen buchstäblich am Arsch vorbeigeht! Nein, wer so schreibt, will eigentlich einen Wunsch mitteilen, weil er das Leben anders nicht mehr ertragen zu können glaubt. Es kann als Hilferuf gelten, oder als Lamento. Allein die Tatsache dieses Auf-etwas-hinweisen-Wollens beweist also schon, dass der Autor KEIN Stein sein kann. ![]() LG, eKy
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