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Denkerklause Philosophisches und Nachdenkliches

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Alt 22.02.2015, 14:20   #1
Falderwald
Lyrische Emotion
 
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Ort: Inselstadt Ratzeburg
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Hi Chavi,

das gefällt mir gut.

Die Thematik behandelt Wasser, lebensspendenden Samen, Wind und alles, was zum Leben gehört.
Leider ist das nicht alles, denn die Vergänglichkeit haucht jedes Leben an und so ist es nur folgerichtig, dass auch diese und der Tod in diesem Gedicht thematisiert werden.

Jetzt weiß ich gerade nicht, ob die Vagantenstrophe auch ungereimte Verse beinhalten darf, so wie in den ersten beiden Strophen praktiziert. Dem Gesamteindruck tut dies allerdings keinen Abbruch, so dass ich meine, das Gedicht ist gelungen und die Aufgabe somit erfüllt.

Gern gelesen und kommentiert...


Liebe Grüße

Bis bald

Falderwald
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Manchmal muss man eben Dreck fressen, um Gold kacken zu können (Falderwald)



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Alt 22.02.2015, 16:27   #2
Chavali
ADäquat
 
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Moin Faldi,
Zitat:
das gefällt mir gut
freut mich, dass du meinem kleinen Textlein etwas Positives abgewinnen konntest
Zitat:
[...] ob die Vagantenstrophe auch ungereimte Verse beinhalten darf, [...]
ja, darf sie; es ist auch die Rede davon, dass sich auch nur die zweite und vierte Zeile einer jeden Strophe reimen darf.
Ob mir das hier gelungen ist, da ich das ja nicht durchgängig praktiziert habe, mag der Leser entscheiden.

Ich habe dieses Teil nicht in Natur eingestellt, obwohl sich das auch angeboten hätte, sondern in die Denkerklause,
weil ich meine, dass der Inhalt - so wie du das ja auch schon richtig erkannt hast - viel mehr ist als
ein naturalistischer Abriss.

Danke dir!
Lieben Gruß,
Chavi

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Die Zeit heilt keine Wunden, man gewöhnt sich nur an den Schmerz

*
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Alt 22.02.2015, 22:51   #3
Nachteule
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Beiträge: 350
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Hallo Chavali,

Ich verstehe den Plot nicht wirklich. Frühling (Flieder), Sommer (Linde), Herbst (Blätter) und Tod, statt Winter... Wenn du das Gedicht nicht als reine Naturbetrachtung starten würdest, hätte ich das eher erwartet.

Davon, dass Vagantenstrophen auch im halben Kreuzreim erlaubt sind, habe ich jetzt noch nicht wirklich gelesen. Das kenne ich eher von der Chevy-Chase-Strophe. Aber selbst wenn würde ich, egal welche Variante du wählst, bei einem Reimschema bleiben oder der Pointe ein anderes Schema geben.

Nach den ersten beiden Versen würde ich einen Punkt setzten, da da der Sinninhalt eigentlich beendet ist.

Zitat:
Wenn ein Korn zur Ähre reift,
wehen warme Winde,
und ein Hauch Vergänglichkeit
hängt schon in der Linde.
Hier finde ich, im ersten Bereich ist der Zusammenhang falsch dargestellt. Das hieße ja, wenn irgendwo das Getreide reif wird, muss genau da ein warmer Wind wehen. Aber es ist ja eher so, dass die Ähren reif werden wenn der warme Wind weht. Verstehst du, was ich meine?

Zitat:
Wenn ein Blatt vom Baume fällt,
ist der Herbst gekommen,
rot und gelb wird dann die Welt,
Sommer fortgenommen.
Hier ist es wieder genauso. Nur weil eine Raupe am Stiel des Blattes knabbert, ist ja noch lange kein Herbst angebrochen. Ich würde eher von bunten Blättern reden. "Wenn ein buntes Blättchen fällt" würde das Problem lösen.
"rot und gelb wird dann die Welt" ist dann eine Inversion, die ich allerdings gerade so einfach nicht loswerde. Ebenso die Ellipse weiter unten.

Zitat:
Wenn ein Stern zur Erde sinkt,
schweigen alle Lieder,
Sinfonie des Todes klingt
immer, immer wieder.
Hier klingt es zwar schön poetisch, aber ich habe dennoch ein kleines inhaltliches Problem: Wenn alle Lieder schweigen, darf die Sinfonie des Todes ja auch nicht hörbar sein. Die Sinfonie ist ja auch eine Art des Liedes. (Außerdem fehlt da ja auch ein "die". )

nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
Nachteule
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Alt 23.02.2015, 10:10   #4
Chavali
ADäquat
 
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Registriert seit: 07.02.2009
Ort: Mitteldeutschland
Beiträge: 13.030
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Hallo Nachteule,

du hast dir mit der Besprechung meines Textes viel Mühe gemacht, dafür gebührt dir Dank

Aber weißt du, was dein Problem ist? Du beurteilst und empfindest solche Inhalte, wie du hier einen vorfindest,
viel zu nüchtern und rational.
Zitat:
Ich verstehe den Plot nicht wirklich. Frühling (Flieder), Sommer (Linde), Herbst (Blätter) und Tod, statt Winter... Wenn du das Gedicht nicht als reine Naturbetrachtung starten würdest, hätte ich das eher erwartet.
Eben, weil ich den *Winter* (Natur) nicht erwähne, sondern vom Tod spreche, ist eine philosophishe Betrachtungsweise zulässig.
Zugegebenermaßen nicht sehr tiefgründig und wissenschaftlich - aber immerhin


Zitat:
Nach den ersten beiden Versen würde ich einen Punkt setzten, da da der Sinninhalt eigentlich beendet ist.
Darüber ließe sich reden.
Zitat:
Davon, dass Vagantenstrophen auch im halben Kreuzreim erlaubt sind, habe ich jetzt noch nicht wirklich gelesen. Das kenne ich eher von der Chevy-Chase-Strophe. Aber selbst wenn würde ich, egal welche Variante du wählst, bei einem Reimschema bleiben oder der Pointe ein anderes Schema geben.
Darüber auch und das habe ich in meiner Antwort an Faldi schon erwähnt.
Die Reimform ist nicht ganz korrekt in dem Sinne, als dass sich in der ersten Strophe nur Zeile 2 und 4 reimen
und es in S2 eine Assonanz gibt.
Zitat:
Hier finde ich, im ersten Bereich ist der Zusammenhang falsch dargestellt. Das hieße ja, wenn irgendwo das Getreide reif wird, muss genau da ein warmer Wind wehen. Aber es ist ja eher so, dass die Ähren reif werden wenn der warme Wind weht. Verstehst du, was ich meine?
Da ist das, was ich im Eingagssatz beschrieb: deine rationale Denkweise. Logisch gesehen hast du sicher recht - aber ich betrachte die Gedichte -
da, wo es passt - immer gern durch mein poetisches Auge
Zitat:
Hier ist es wieder genauso. Nur weil eine Raupe am Stiel des Blattes knabbert, ist ja noch lange kein Herbst angebrochen. Ich würde eher von bunten Blättern reden. "Wenn ein buntes Blättchen fällt" würde das Problem lösen.
"rot und gelb wird dann die Welt" ist dann eine Inversion, [....] gerade so Ebenso die Ellipse weiter unten.
Das sehe ich ganz anders. Rot und gelb wird dann die Welt ist ein wunderschöner poetischer vollständiger Satz.
Zitat:
Wenn alle Lieder schweigen, darf die Sinfonie des Todes ja auch nicht hörbar sein. Die Sinfonie ist ja auch eine Art des Liedes.
Das mag verstandesgemäß auch wieder richtig sein - poetisch jedoch ist eine Sinfonie kein Lied in dem Sinne.
Zitat:
Außerdem fehlt da ja auch ein "die".
Korinthenkacker

Ok, nochmals vielen Dank und liebe Grüße!
Chavali


edit:

alternative 2. Strophe:

Wenn die warmen Winde wehn,
reift das Korn zur Ähre,
wenn die Bauern doppelt sehn,
wird das Pferd zur Mähre.






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Geändert von Chavali (23.02.2015 um 17:53 Uhr)
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