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Lyrische Emotion
Registriert seit: 07.02.2009
Ort: Inselstadt Ratzeburg
Beiträge: 10.149
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Guten Abend zusammen,
mich dünkt die Diskussion hier auch langsam seltsam. Auf allen Seiten wird hier aneinander vorbei geredet. Inwiefern sollen hier irgendwelche Referenzen, Briefwechsel oder Interviews mit wem auch immer, dazu beitragen, wie dieser spezielle Text zu betrachten oder zu verstehen ist? Das hat alles nichts mit diesem speziellen Text zu tun. Ebenso ist es wenig hilfreich, einen imaginären "Freund" zu benennen und die Anwesenheit in diesem Forum als Experiment zu bezeichnen. Wir sind doch hier keine Laborratten. Und inwiefern hilft es bei der Diskussion weiter, die Regeln des Klassischen Sonetts rauf und runter zu beten, um die Frage zu klären, ob es sich hierbei um ein solches handelt? Natürlich tut es das nicht. Das hat ja auch niemand behauptet. Des weiteren frage ich mich, wieso der arme Rilke jetzt dafür herhalten soll, was er so alles verzapft und Sonett genannt hat? Diese Texte stehen jetzt trotzdem da als Sonette, ob sie gefallen oder nicht. Jeder Dichter kann sich nur eine eigene Messlatte legen und sich daran halten oder eben nicht, wenn er das für richtig hält. Deshalb ist die Kunst verschieden, deshalb sind unsere Texte alle individuell und einzigartig. Es ist müßig, darüber zu diskutieren, ob es sich bei vorliegendem Text um ein Sonett handelt oder nicht. Der Autor kann es benennen wie er will, der Leser, Kommentator, Kritiker muss das jeweils für sich selbst entscheiden. Deswegen wird es auch niemals in irgendeinem Diskussionsforum eine gemeinsame Linie für Textkritik geben. Und das ist auch gut so, denn sonst bräuchten wir nämlich gar nicht mehr zu diskutieren, wir wären alle einer Meinung und würden dann nur noch alles zerpflücken und überprüfen, ob es auch nur ja den theoretischen Dogmen entspricht. Das will ich nicht, dafür ist dieses Forum nicht gedacht. Das Forum ist dafür gedacht, dass jeder, der möchte und sich registriert hat, seine Texte hier veröffentlichen und zur Diskussion stellen kann. Es kann auch jeder seine Meinung zu den jeweiligen Veröffentlichungen auf angemessene Weise kundtun, dagegen ist überhaupt nichts einzuwenden. Nichts weiter habe auch ich hier gemacht, weil ich mich nämlich nicht irgendwie darauf geeinigt habe, dass der vorliegende Text eigentlich kein Sonett sei. Das wurde bereits 28 Beiträge lang vor mir diskutiert, da war ich gar nicht involviert und dass ich eine andere Meinung darüber habe, sollte mir doch wohl zugestanden werden, zumal meine absolut nicht ausschlaggebende persönliche Meinung ja nun keinen Weltuntergang für die klassische Dichtung bedeutet, bin ich doch bei meinen Texten sehr bemüht, meine eigenen kleinen Dogmen einzuhalten. Das Eiland erhebt auch nicht den Anspruch, ein Eliteforum zu sein. Dann könnten wir den Laden nämlich dicht machen, denn wir würden vielen Menschen den Spaß und die Freude an der Dichtung nehmen. Ich frage mich auch, was die Klassische Dichtung mit anderen Formen zu tun haben soll? Wer sie erhalten möchte, der möge das tun, ich tendiere auch in diese Richtung. Ich kann auch nicht erkennen, wieso Toleranz in dieser Hinsicht verwässern, verwischen oder alles auslöschen sollte? Diese Tendenzen kann ich beim besten Willen nicht erkennen, doch der Zeitgeist wird nicht Halt machen, weil nichts statisch und somit alles ewigen Veränderungen unterworfen ist. Die Frage ist doch, was bleiben wird. Der hier vorliegende und diskutierte Text wird das ganz bestimmt nicht, nicht mal als Ausnahme. Und wenn ich ihn als Sonett bezeichnet habe, dann ist darin noch lange keine Wertung enthalten gewesen, denn für ein besonders gutes Sonett halte ich das meiner Meinung nach nicht, was zum einen mit der von mir schon angesprochenen fehlenden sprachlichen Eleganz zusammenhängt und zum anderen durch die nur scheinbare Tiefe des Themas, der durch das oberflächliche und relativ einfache Fazit der Boden entzogen wird, noch verstärkt wird. Hier wird auch nichts Neues transportiert und letztendlich bleibt nur als Fazit: "Die Hoffnung stirbt nie". Aus der Idee hätte viel mehr entwickelt werden können, wenn nicht letztendlich nur die altbekannten Allegemeinplätze bedient worden wären. Somit bleibt auch die "Blumen-Metapher" ziemlich wirkungslos. Dieser Text bleibt also meines Erachtens sowohl dionysisch wie auch apollinisch weit hinter den lyrischen Möglichkeiten, weil eine Stimmung nicht so recht aufkommen will. Und ganz zum Schluss: Ich habe hier niemanden kritisiert, der eine andere Meinung zum Thema hat, sondern lediglich meine persönliche Meinung zum Text dargelegt und zu begründen versucht, warum es sich meinem Dafürhalten nach im weitesten Sinne durchaus um ein Sonett handelt. Dieses Recht steht mir genau so zu, wie allen anderen Diskutanten, zumal ich niemanden persönlich angegriffen habe, sondern lediglich eine andere Betrachtungsweise darlegte. Das kann man akzeptieren oder auch nicht. Aber so ist es nun mal. ![]() ![]() Liebe Grüße Falderwald
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Manchmal muss man eben Dreck fressen, um Gold kacken zu können (Falderwald) Für alle meine Texte gilt: © Falderwald --> --> --> --> --> Wichtig: Tipps zur Software |
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#2 |
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Gast
Beiträge: n/a
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Guten Morgen Falder,
es ist eine Grundsatzdiskussion, die sich eigentlich hier vom Gedicht abspalten müsste, denn was du sagst stimmt einerseits:“ Alles, was wir hier äußern, sind persönliche Meinungen“. Vielleicht sollte man diese nachfolgende Diskussion vom Werk Romantikers abspalten. Andererseits geht es mir eben um eine Grundeinstellung. Ich will einmal versuchen, es an einem banalen Beispiel zu erläutern: Wenn ich einen Tisch „Tisch“ nenne und gebe ihm bestimmte Prädikate, die ihn zum Tisch machen, dann ist es sinnvoll, diese Prädikate auch nachzusuchen, wenn ich einen Tisch kaufen will. Wenn jetzt jemand einen Tisch ohne Beine „Tisch“ nennt, ist er dann ein Tisch in der herkömmlichen Definition oder ist er es nicht? Sicherlich kann ich den Begriff Tisch modifizieren und ab dann etwas „Tisch“ nennen, was keine Beine hat. Dann stifte ich zumindest Verwirrung, denn es gibt dann verschiedene Prädikate für einen „Tisch“. Der ursprüngliche Begriff wird in seiner Definition verwässert. Vielleicht sogar irgendwann ersetzt, wenn keiner mehr einen Tisch mit Beinen will. Dann ist ein Tisch immer einer ohne Beine. Also geht der ursprüngliche Tisch komplett verloren.Ich frage dann, warum man einen beinlosen Tisch unbedingt Tisch nennen muss. Man könnte, wenn man wirklich Neues schaffen will, einen neuen Begriff dafür kreieren. Vielleicht „Bisch“. GGG Dann bliebe das Alte erhalten und das Neue hätte eine Chance, wenn ein „Bisch“ angenommen wird. Schmunzeln von Koko |
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#3 |
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Gast
Beiträge: n/a
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Hallo Ihr Lieben Alle,
da auf Grund dieses Threads inzwischen eines meiner Gedichte missdeutet wurde, will ich kurz noch was dazu anmerken. Wie schon gesagt: Hab's nur quergelesen vielmehr überflogen. Gegen den Zankapfel sprich die ewigen Jagdgründe habe ich nichts einzuwenden, ist recht schön und sehnsuchtsvoll gedichtet... und dann erlebe ich ein Déjà Vu. Vor Jahren gab es anderswo mal einen ähnlich langen und zuletzt leidlich erbittert geführten Disput über die metrischen Eigenschaften eines Sonetts, wann von einem solchen gesprochen werden kann und wann nicht, was genau ein solches ausmacht und wer oder was in der Historie der Rezension schon dies und das dazu gesagt, geschrieben und postuliert hat. Und das Ergebnis war identisch mit dem hier: Die Leute waren hoffnungslos zerstritten, das Klima vergiftet und ich als unbedarfter Leser so schlau wie davor, was nun ein Sonett genau sein soll. Ein Tisch mit vier oder drei Beinen oder nur einem Bein? Einem Geflecht als Beinen? Mit Seitenstreben statt Beinen? ![]() Ich weiß jedenfalls, weshalb ich mich noch nie an einem versucht habe. Vielleicht solltet ihr einfach die jeweiligen Standpunkte mal stehen und gelten lassen und stattdessen eigene Sonette verfassen nach dem jeweiligen Verständnis. Wäre viel kreativer und produktiver. Das hier hat sich doch rettungslos festgefahren. ![]() Als neutraler Beobachter ![]() Wodziwob |
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#4 |
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Gast
Beiträge: n/a
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Guten Morgen, Wodziwob,
ich kann deinen Worten etwas abgewinnen. Also, ich bin raus aus der Diskussion. ![]() Grüße von Koko |
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