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Denkerklause Philosophisches und Nachdenkliches

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Alt 28.12.2016, 15:00   #1
juli
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard Hallo eKy :)

Ja, das stimmt, Leher sein ist nicht einfach und Kinder sind es auch nicht. Ich glaube zu keiner Zeit. Wenn ich die alten Geschichten höre, die die Jahrgänge 1935/ 36/ ... erzählen. Da herrschte Zucht und Ordnung in den Klassen. Der Rohrstock regierte und das Schweigen in den Klassen wurde mit Angst vor dem Lehrer erkauft. So einen alten Lehrer hatte ich auch noch, er stand kurz vor der Rente. Ich habe mit dem Stuhl gekibbelt, kleine Zettelchen an den "Geliebten" geschickt, und dabei die Kommataregeln fürs Leben vergeigt. Ebenso habe ich Angst vor Mathe, und denke immer Mathe ist ein Arsc....loch das Prügeln habe ich notwendigerweise gelernt, obwohl ich klein war)

Ich weiß heute sind die Zeiten ganz anders, liberaler und die Lehrer beachten und beobachten genau, was für Fähigkeiten jedes Kind so hat. Und es war schon immer so, die "Wilden Kinder" haben die stillen Kinder, die nicht weniger schlau sind, untergebuttert. Auch sind die Kinder von zu Hause geprägt, und da geht es auch manchmal heiß her.
In der Schule werden Macht und Stärke über Schwächere zum Anker für die fehlende Anerkennung von zu Hause. Sogenannte " Kracher"( Kinder) brauchen Grenzen und Liebe und vor allen Dingen Zeit! Zeit für Kinder wird bei Erwachsenen immer kleiner geschrieben. Zuviele Kinder werden vor Fernsehern, Handy, PCs gebunkert, bis sie so richtig auffällig sind. Aber wem erzähle ich das.

Der Schulhof kann zum Überlebenstraining für Kinder werden, und das Internet spiuelt in Zeiten von Facebook, Snapchat und wie sie alle heißen eine große Rolle.

Deine Sicht auf die Kinderwelt ist gekonnt, das Gedicht liest sich flüssig und ich bin begeistert, und wie du siehst, hast du meine Denke angekurbelt.

Liebe Grüße sy

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Alt 28.12.2016, 15:28   #2
Angelika
Erfahrener Eiland-Dichter
 
Registriert seit: 07.11.2016
Ort: Berlin-Lichtenberg
Beiträge: 180
Standard

Lieber Erich, na wer wird denn. Sowieso, mit Zwölf weiß man genau, dass der Lehrer eine unangenehme, überflüssige Person im Klassenzimmer ist und was man mit ihm machen würde, wenn man könnte. Ich sage mir immer: Ein Glück, dass ich die Schule hinter mir habe. Ja, manchmal bedaure ich sogar, jemals Kind gewesen zu sein. Und warum der Mensch eigentlich nicht als Erwachsener auf die Welt kommt, hat mir noch kein Lehrer erklären können. Lehrer müssen eben für die Schule lernen und nicht für das Leben.

Gut, vielleicht ein bisschen drastisch dein Gedicht, aber so wird es wohl sein heutzutage in den Schulen, wie du schreibst. Mein Beileid nachträglich.

Angelika
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Alt 28.12.2016, 18:10   #3
Erich Kykal
TENEBRAE
 
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Ort: Österreich
Beiträge: 8.570
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Hi Sy!

Du sagtest:
Ich weiß heute sind die Zeiten ganz anders, liberaler und die Lehrer beachten und beobachten genau, was für Fähigkeiten jedes Kind so hat. Und es war schon immer so, die "Wilden Kinder" haben die stillen Kinder, die nicht weniger schlau sind, untergebuttert. Auch sind die Kinder von zu Hause geprägt, und da geht es auch manchmal heiß her.
In der Schule werden Macht und Stärke über Schwächere zum Anker für die fehlende Anerkennung von zu Hause.


Welch wahre Worte! Du sprichst einen wichtigen psychologischen Mechanismus an, der einen Dominoeffekt zur Folge hat, und der Mensch an sich scheint - auch als Erwachsener - noch nicht intelligent genug zu sein, dies zu durchschauen und die Kette der Demütigung zu unterbrechen! Bedauerlicher Mangel an geistiger und moralischer Größe!



Hi Angelika!

Zutiefst bedauerlich finde ich es, wenn jemand nachgerade bedauert, jemals Kind gewesen zu sein - das sollte eigentlich die schönte und unbelastetste Zeit im Leben sein!
Ich weiß es natürlich besser: Ich war spätestens ab dem 10. Lebensjahr ein gemobbter Sonderling, ein kleines, moppeliges, brillentragendes Einzelkind, dem durch frühkindliche Isolation einige Sozialfunktionen fehlten. Ich sage nicht, dass alles die Schuld anderer war - leicht war es jedenfalls nie! Außer, wenn ich allein war - dann gehörte die Welt mir, und ich durfte sein, wie ich wollte.
Dennoch bedauere ich nie, Kind gewesen zu sein: wie reichhaltig, magisch und zutiefst erlebt waren diese Tage, als ich und alles neu war und die Welt voller Unbekanntem, das es zu entdecken, zu erleben galt!
Wiewohl ich nach der Anerkennung Gleichaltriger hungerte, stießen mich ihre Grausamkeiten, ihre Blindheit mir gegenüber und ihre Gehässigkeiten immer mehr ab, und ich isolierte mich mehr und mehr - so musste ich mich andererseits auch selbst nicht mehr um andere bemühen, womit ich ohnedies immer Schwierigkeiten hatte.
Letztlich war es angenehmer und leichter für mich, das Menschenspiel nicht mehr mitzuspielen. Ich erzog mich konsequent zu einem nicht verbitterten, aber zynischen Quasisoziopathen, der zwar nicht einzelne Menschen, aber das Menschentum an sich verachtet, was nur konsequent ist, da er sich insgeheim auch selbst verachtet.
Aber noch heute denke ich gern an die schönen Momente meiner Kindheit und gewinne Kraft aus dem damals gefühlten Urvertrauen und der damals gelernten Naturliebe.


LG, eKy
__________________
Weis heiter zieht diese Elend Erle Ute - aber Liebe allein lässt sie wachsen.
Wer Gebete spricht, glaubt an Götter - wer aber Gedichte schreibt, glaubt an Menschen!
Ein HAIKU ist ein Medium für alle, die mit langen Sätzen überfordert sind.
Dummheit und Demut befreunden sich selten.

Die Verbrennung von Vordenkern findet auf dem Gescheiterhaufen statt.
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