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#1 |
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Erfahrener Eiland-Dichter
Registriert seit: 17.01.2017
Beiträge: 372
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Und dort, wo Tiffany im blauen Glanz die Sehnsucht verzaubert mit stillem Tanz, wo Diamanten wie Sterne erstrahlen, als könnte man Glück mit Gold bezahlen.
Ich bleibe stehen und träume ein Weilchen, von Liebe, von Hoffnung, von heimlichen Zeilen, von einer Frau, deren Augen mir sagen: Man muss nicht alles besitzen, um Glück zu ertragen. Vielleicht kommt sie jetzt durch die nächtlichen Straßen, mit einem Lächeln, das Sorgen verblassen lässt. Ihr Kleid schimmert silbern im Laternenschein, und für einen Moment scheint die Welt nur für uns zu sein. Wir treten hinein in das funkelnde Licht, doch die Kostbarkeit dort ist es eigentlich nicht. Nicht Gold und nicht Perlen, nicht Diamanten so rein können wertvoller als echte Gefühle sein. Sie sieht mich an, und ich sehe in ihr mehr als die Schönheit der Dinge vor mir. Ein leises Lächeln, ein Blick, der versteht – und plötzlich weiß ich, worum es im Leben geht. Draußen rauscht weiter die rastlose Stadt, die tausend Geschichten und Träume noch hat. Ein Taxi fährt vor, der Regen fällt sacht, und über den Dächern steht funkelnd die Nacht. Wir gehen zusammen, ganz ohne Ziel, die Welt um uns herum wird still. Und irgendwo zwischen Hoffnung und Glück schaut mein Herz noch einmal zu Tiffany zurück. Denn was dort glänzt, ist wunderschön anzusehen, doch das größte Wunder kann niemals dort stehen. Es trägt keinen Preis und braucht keinen Schein – es kann nur ein Herz voller Liebe sein. Und wenn ich mich später an diesen Abend erinnere, an die Lichter, den Glanz und die Träume der Stadt, dann weiß ich: Nicht Tiffany machte ihn unvergesslich – sondern der Mensch, der ihn mit mir geteilt hat. |
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#2 |
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Erfahrener Eiland-Dichter
Registriert seit: 28.12.2013
Beiträge: 107
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Hallo Taxi5013,
ich bin sprachlos. Nach dem nuklearen Weltuntergang durch deinen herbstlichen „Sonnentot“ mutierst du nun also zum melancholischen Hollywood-Liebhaber, der nachts im Regen vor den Luxus-Schaufenstern herumlungert. Breakfast at Taxi’s – was für ein episches Melodram! Ich bin mir ziemlich sicher, Audrey Hepburn würde sich im Grabe umdrehen und vor lauter Schreck ihre edle Zigarettenspitze fallen lassen, wenn sie sehen müsste, in was für einen schlüpfrigen Altherren-Schmalz ihr Filmklassiker hier verwandelt wird. Das Drama beginnt allerdings schon vor der eigentlichen Handlung und zwar beim Blick auf deine Überschrift. Du betitelst das Werk ganz stolz mit „Tifany“ – mit einem einzigen, einsamen „f“. Im Text selbst klappt es dann plötzlich wie durch ein Wunder mit dem Doppel-f. Da ist dir beim hastigen Eintippen der Überschrift wohl ein Buchstabe im Dickicht deines Pliozän-Gedächtnisses abhandengekommen. Inhaltlich ist dieser Diamanten-Schmalz an Fremdscham kaum zu überbieten. Du stehst da und träumst von einer Frau, deren Augen dir laut deinen Zeilen sagen: „Man muss nicht alles besitzen, um Glück zu ertragen.“ Taxi, kleiner philosophischer Denkanstoß: Man „erträgt“ Schmerzen, Kummer, schales Bier ... oder deine Lyrik. Aber man erträgt doch kein Glück! Wer bitteschön leidet denn so schwer unter einem akuten Anfall von Glückseligkeit, dass er es kaum „ertragen“ kann? Da weicht der gesunde Menschenverstand wieder einmal dem nackten Notreim auf dein „sagen“. Rhythmisch und handwerklich ist die dritte Strophe dann der nächste Stolperstein. Da bricht dein mühsam kopierter Fließtext-Rhythmus komplett ein, weil du viel zu viele Silben mit Gewalt in die Zeile pressen musst: „Vielleicht kommt sie jetzt durch die nächtlichen Straßen, mit einem Lächeln, das Sorgen verblassen lässt.“ Das ist metrisch ein absoluter Krampf und holpert wie ein Traktor ohne Reifen. Und weiter hinten verlässt dich dann auch noch das Gehör, wenn du todesmutig das lange „Ziel“ auf das kurze „still“ reimst. Solche phonetischen Notlandungen bei den Reimen ziehen sich eben wie ein roter Faden durch deine Werke. Am Ende fährt dann – wie könnte es in deiner egozentrischen Traumwelt anders sein – auch noch ganz kitschig ein Taxi vor. Ich vermute ja ganz stark, der Chauffeur sollte dich nicht ins Morgenlicht fahren, sondern dich einfach mal ganz behutsam abholen und dorthin bringen, wo man dir das richtige Buchstabieren von Luxusmarken und den Unterschied zwischen „ertragen“ und „genießen“ beibringt. Danke für diese schmalzige Hollywood-Schnulze aus der Text-Spardose. Oscarverdächtig – allerdings nur in der Kategorie „Beste unfreiwillige Komödie“! Freundliche Grüße thommi |
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