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Alt 18.02.2009, 01:37   #1
Falderwald
Lyrische Emotion
 
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Standard Die Glockentürmerin von Lummerland

Die Glockentürmerin von Lummerland
(Venyaluna gewidmet...)


Die Glockentürmerin von Lummerland
ist weltweit allen Glockenfans bekannt.

Schön verpackte Glockentürme,
voll von praller Lebenslust,
brennen sich wie Feuerstürme
in so manche Dichterbrust.
Wenn sie dann erneut,
herrlich im Geläut’
und im Gleichtakt fröhlich nicken,
möcht’ man gerne sie mal zwicken.

Doch sollte man die Lebensfreuden
der Türmerin von Lummerland
nicht einfach wahllos nur vergeuden,
denn so betrachtet, mit Verstand,
ist dieses ein Naturerlebnis
von unvergleichlichem Genuss,
was man am Ende im Ergebnis
ganz einfach gerne haben muß.
Wenn diese Glocken sich erheben,
um dann in ihrer ganzen Pracht
am Ende füllig zu erbeben,
dann spürst du, wie das Herz dir lacht.

Achte stets die guten Sitten,
lerne Ehrfurcht, übe sie,
störe niemals sie inmitten
praktizierter Harmonie.
Wenn sie dich dann lässt,
drücke sie mal fest,
dann ruf’ laut und unerschrocken:
Gott! Erhalt’ uns diese Glocken!

Sie ist wohl zweifelsohne imposant,
die Glockentürmerin von Lummerland.


Falderwald
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Oh, dass ich große Laster säh', Verbrechen, blutig kolossal, nur diese satte Tugend nicht und zahlungsfähige Moral. (Heinrich Heine)



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Alt 18.02.2009, 01:39   #2
Falderwald
Lyrische Emotion
 
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Standard Abschied

Abschied


Ich sah in deinen Augen diesen Schimmer.
Den wehmutsvollen Blick vergeß' ich nimmer.
Was sollten wir einander auch noch sagen,
das Schicksal narrte uns in jenen Tagen.
So zart schlug nur für dich mein Herz,
so hart schlug's nun im Abschiedsschmerz.

Ein letztes Mal in deine Arme sinken,
ein letztes Mal von deiner Liebe trinken,
ein Bild, ein Duft bewahrt in den Gedanken,
bevor wir in Vergessenheit versanken.
Die Wärme zwischen uns zerfloß,
die Therme, die ich stets genoß.

Ich sah in deinen Augen eine Träne.
Ganz einsam nur die eine, doch schien jene
geboren aus der edlen Art und Sorte,
die mehr gesagt als viele tausend Worte.
Ich sah dein trauriges Profil,
ganz nah, und diese Träne fiel...

Falderwald
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Oh, dass ich große Laster säh', Verbrechen, blutig kolossal, nur diese satte Tugend nicht und zahlungsfähige Moral. (Heinrich Heine)



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Alt 18.02.2009, 01:40   #3
Falderwald
Lyrische Emotion
 
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Standard Weltenschöpfer

Weltenschöpfer


Mein Todeskuss läßt Diamanten sterben,
denn ihre Glut vergeht im Eishauch meiner Lust.
Ihr Funkelglanz zerbricht in tausend Scherben,
am Stein, der tiefgefroren schlägt in meiner Brust.

Dies Herz pumpt Helium durch meine Venen,
bei Minuspunkt zweihundertneunundsechzig Grad.
Titanlegierungen in meinen Sehnen
bewegen meinen Körper wie ein Aggregat.

Verchromter Quarz in meinen kalten Augen
vermittelt den Impuls zum Hirn aus Silikon.
Kristalle, schwingend und flexibel, saugen
in meine Ohren auch den unscheinbarsten Ton.

Doch mein Bestreben ist nicht das Vernichten,
vielmehr ist meines kalten Daseins tiefer Sinn,
fantastisch schöne Welten zu errichten,
weil ich ein zeitgesandter Weltenschöpfer bin.

In Eruptionen streu ich Samenzellen
durchs weite Universum, die dann Kern für Kern
in einer Fusion das All erhellen,
und jedes meiner Spermien wird dann ein Stern.


Falderwald
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Alt 18.02.2009, 01:41   #4
Falderwald
Lyrische Emotion
 
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Standard Nur eines kann ich nicht

Nur eines kann ich nicht


Talent ist manchmal wie ein Fluch,
zuweilen auch ein Segen,
das Leben jedoch nur Versuch
auf immer neuen Wegen.

Ein jeder stellt wie's ihm beliebt
von Zeit zu Zeit sich Fragen,
ob's darauf eine Antwort gibt,
wer weiß das schon zu sagen?

Auch ist die Suche nach der Schuld
bei einem Mißgelingen,
oft eine Sache der Geduld,
denn niemand kann's erzwingen.

Und mancher schafft sich eine Welt
voll schöner Phantasien,
dort ist er dann sein eigner Held
und schwelgt in Utopien.

Ich bin ein Träumer, ein Poet,
und fliege zu den Sternen,
wo immer mich der Wind hinweht
in unbekannte Fernen.

Mein Geist ist wach, das Auge licht,
ich kenne Tod und Sterben,
ich sah so manches Angesicht
und dessen Lebensscherben.

Im Leben ist mir kaum was fremd,
drum möchte ich berichten,
ganz frei und völlig ungehemmt
von Leid und Freude dichten.

Nur eins ist unabänderlich,
es wird für immer bleiben,
was wahre Liebe ist, kann ich
mit Worten nicht beschreiben.


Falderwald
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Alt 18.02.2009, 01:42   #5
Falderwald
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Standard Schlimmer gehts nimmer

Schlimmer gehts nimmer


Die Frauen haben's wirklich schwer,
ach nein, was haben sie gelitten.
Wer wirklich viel hat, hat auch mehr,
darum vergrößern sie sich ihre Titten.

Ein schlanker Leib, ein schöner Po,
fettabgesaugte runde Hüften;
auch Falten machen sie nicht froh,
ist auch nicht schlimm, dann lässt man sich halt liften.

Wirkt dann ein Lächeln noch sehr dünn,
umschiffen sie die schwersten Klippen;
entfernt wird auch das Doppelkinn,
darüber grinsen aufgespritzte Lippen.

Gefärbte Haare, möglichst blond,
erstrahlen überm Bogner-Kragen.
Mit ’nem Gesicht krebsrot gesonnt
da fahren sie ein Sportcoupè als Wagen.

Weil mir als Kerl das so gefällt,
wie alte Weiber eitel protzen,
rat ich zu einem Mann mit Geld,
ich find' das nicht normal und muß gleich kotzen.

So spare Kohle ich dafür
und auch die Angst vor schlimmen Hängern.
Ließ doch aus Vorsicht letztens mir
den Penis um ein gutes Stück verlängern.



Falderwald
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Alt 18.02.2009, 01:43   #6
Falderwald
Lyrische Emotion
 
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Standard Schienengleise

Schienengleise


Neulich gingen wir spazieren,
und ich dachte mir dabei,
was kann uns denn schon passieren,
wir waren zwei, wir waren frei.

Unbekannte Wege gehen,
frische Luft, in der Natur
sich ein wenig umzusehen,
dem Frühling auf der milden Spur.

Da entdeckten wir zwei Gleise,
stillgelegt seid langer Zeit;
froh begann nun eine Reise,
die Schienen lagen startbereit.

Und wir rannten wie die Kinder
jeder nur auf seinem Gleis,
du warst schnell, und ich nicht minder,
ein Kuss war ausgesetzt als Preis.

Plötzlich trafen sich zwei Weichen,
die es gut mit uns gemeint,
konnten unsren Weg angleichen,
und wieder waren wir vereint.


Falderwald
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Alt 18.02.2009, 01:44   #7
Falderwald
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Standard Das Dichter-Ich

Das Dichter-Ich


Zuweilen gibt es solche Tage,
da kann ich’s einfach nicht mehr fassen,
dann stelle ich die große Frage,
ob ich vom guten Geist verlassen
womöglich schon im tiefsten Sinn
von Dichterei befallen bin.

Die Worte fließen vom Gehirn
nur so hinein in meine Feder,
und hinter meiner Dichterstirn
verlaufen klickend tausend Räder
ganz still, doch sind sie insgeheim
stets auf der Suche nach dem Reim.

Dagegen kann ich mich nicht wehren,
schon sagen manche, ich sei süchtig,
doch soll mich das nicht weiter scheren,
ich bin nur leidenschaftlich tüchtig
und schreibe, auch mal kontrovers,
aufs Blatt Papier mir Vers um Vers.

Im Metrum bin ich stets gefangen,
ihm kann ich niemals widerstehen,
zur Perfektion will ich gelangen
mit schönen Jamben und Trochäen,
doch halte ich auch eisern fest
am Daktylus und Anapäst.

Die Lyrik ist nur dann gelungen,
und wird im Herzen tief verbleiben,
wenn Worte klingen, wie gesungen
und metaphorisch schön beschreiben.
Wenn dann noch das Gefühl besticht,
ja dann, dann nenn’ ich's ein Gedicht.


Falderwald
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Alt 18.02.2009, 01:45   #8
Falderwald
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Standard Exkremente aus dem Wunderland

Exkremente aus dem Wunderland


Ich lebe hier in einem Wunderland,
wo Menschen glücklich lachend tanzen.
Wo diese Brüder sich mit Herz und Hand
versuchen Reibach zuzuschanzen.

Sechshundert Euro für den Monat mehr
sind jetzt demnächst in der Debatte.
Das Schämen fällt ganz offensichtlich schwer,
das machen Hemd und die Krawatte.

Dreihundertfünfundvierzig sind genug,
für alle Armen in vier Wochen,
auch viele Rentner reden von Betrug,
Gesundheit geht schon auf die Knochen.

Nun naht der Wirtschaftsgipfel der G-8,
den sollte man ja unterstützen,
doch muß man ihn, wer hätte das gedacht,
vor freien Bürgern auch beschützen.

Wir leben hier in einem Wunderland,
bezahlen gern des Gesterns Schulden,
weil wir auch für des Glückes Unterpfand
die wahren Worte nicht mehr dulden.

Wir zahlen jede Menge Steuergeld
und die Entwicklungshilfen fließen,
für Waffenkäufe in die weite Welt,
Entwicklung heißt sich tot zu schießen.

Ja wer ein Staatsmann ist, der singt und lacht,
der freut sich hinter den Kulissen,
Geschäfte mit der Rüstung bringen Macht,
und dazu braucht es kein Gewissen.

Ist das tatsächlich unser Wunderland,
so wie wir’s alle gerne hätten?
Hier stinken Exkremente penetrant,
und dringen deutsch durch die Rosetten.

Wenn du auch eine Meinung dazu hast,
so lass dich bitte nicht verschrecken,
doch arrogant sag ich, wenn sie nicht passt,
kannst du sie sonst wohin dir stecken.

Falderwald
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Alt 18.02.2009, 01:46   #9
Falderwald
Lyrische Emotion
 
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Standard Das Thema

Das Thema


Gedichte und auch Melodien
brauchen den thematischen Gedanken,
damit sich zwischen Harmonien
auch gewisse Kontrapunkte ranken.

Es klingen nicht nur Konsonanzen,
die in polyphonen Klängen schwimmen,
denn es gibt auch Dissonanzen
vielbewegter homophoner Stimmen.

In Worten, wie im Melodiösen
dreht sich ständig alles nur in Kreisen,
wie auch im Guten und im Bösen
relativ zu allen Lebensweisen.

Am Ende bleibt die große Frage:
Ist der freie Wille uns gegeben,
an jedem unsrer Lebenstage
nach dem Sinn des Daseins nur zu streben?

Die Suche fördert niemals Klares
und ist wie sehendes Erblinden;
der Mensch hat etwas Sonderbares,
denn Thematik ist hier nicht zu finden.


Falderwald
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Alt 18.02.2009, 01:46   #10
Falderwald
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Standard Manchmal

Manchmal


Du sagtest:
Hör mir zu!
Ich fügte mich.
Beklagtest:
Du bist du,
doch ich nicht ich.
Zwar war ich bemüht dir alles zu geben,
doch manchmal läuft es nicht richtig im Leben.

Du meintest:
Sprich mit mir.
Es fiel mir schwer.
Und weintest:
Ich laufe dir
nur hinterher.
Ich wollte mich nie über dich erheben,
doch manchmal läuft es nicht richtig im Leben.

Du stöhntest:
Es reicht nun.
Ich schaute weg.
Und töntest:
Ich werd es tun,
hat keinen Zweck.
Du weißt und kannst es mir doch nicht vergeben,
denn manchmal läuft es nicht richtig im Leben.

Falderwald
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