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Alt 06.10.2011, 19:25   #1
ginTon
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Standard Herbst im Bild

.
Herbst im Bild

sie ist ein Schatten ihrer selbst
sie sitzt auf einer Bank:

den Kopf leicht aufgestützt
die Füße auf dem Boden

die Blätter fallen, alles welkt.
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Gin a body meet a body, comin’ through the rye (Robert Burns)


nichts bleibt, nichts ist abgeschlossen und nichts ist perfekt... (Wabi-Sabi)

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Alt 06.10.2011, 23:14   #2
fee
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servus, ginTon,


eine wunderschön feine idee für ein wunderschön-feines text-bild.
dennoch kommt mir das

"sie ist...
sie sitzt"


direkt hintereinander als wiederholt-klangliche einleitung zu hart und zerschneidet das feine des restlichen gefüges und der melodie.

wenn du einiges einfach weglässt? so z.bsp.?:

Zitat:
Sie ist ein Schatten ihrer selbst,
sitzt auf einer Bank:

den Kopf leicht aufgestützt,
die Füße auf dem Boden.

Blätter fallen, alles welkt.

was meinst du?


liebe grüße,


fee
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Alt 06.10.2011, 23:58   #3
ginTon
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hallo fee,

Zitat:
eine wunderschön feine idee für ein wunderschön-feines text-bild.
freut mich wenns denn gefällt...

Zitat:
"sie ist...
sie sitzt"


direkt hintereinander als wiederholt-klangliche einleitung zu hart und zerschneidet das feine des restlichen gefüges und der melodie.

wenn du einiges einfach weglässt? so z.bsp.?:

Zitat:
Sie ist ein Schatten ihrer selbst,
sitzt auf einer Bank:

den Kopf leicht aufgestützt,
die Füße auf dem Boden.

Blätter fallen, alles welkt.

was meinst du?
Kann ich mich nicht wirklich mit anfreunden, mit deinem Vorschlag, das Metrum sollte eigentlich, trotz der Kürze des Textes, so ziemlich einheitlich sein und durch die Wegnahme der Artikel und Pronomen würdest du eher den Effekt einer Metrumzerstörung herbeiführen, wenn du schaust Des Weiteren habe ich die Wiederholungen der Artikel und Pronomen gerade wegen diesem Ausdruck so gewählt, mir gefällt es zumindest so wie es ist.


habe mich sehr über den Kommentar gefreut...LG gin
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Geändert von ginTon (07.10.2011 um 00:00 Uhr)
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Alt 07.10.2011, 09:04   #4
fee
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ah, verstehe, ginTon,


das metrum habe ich vordergründig nicht wahrgenommen. auf deinen hinweis hin, muss ich dir natürlich recht geben. ich hatte meine änderungsvorschläge auch nicht auf metrisches hin ausgelegt, sondern den text freier wahrgenommen.

dann bleibt wohl anzumerken, dass für mich dennoch ein missklang bleibt, wenn ich "sie ist..., sie sitzt..." als zwei aufeinanderfolgende satz- und zeilenanfänge lese. viel zu dominant (daher hab ich wohl das metrum gar nicht gespürt),doch grenzwertig schulaufsatz-mäßig. mein sohn ist grad acht und daher ist mir das im moment nicht fremd.


wäre anstelle von

sie ist ein Schatten ihrer selbst
sie sitzt auf einer Bank:

auch

nur noch ein Schatten ihrer selbst
sitzt sie auf einer Bank

denkbar? oder ist das metrum für dich dann zu stark verändert, was die betonungsabfolge angeht?



lieber fragender gruß,

fee
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Alt 07.10.2011, 10:55   #5
Chavali
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Hi ginnie,

das Bild ist sehr düster, nicht nur von der Technik her.
Aber gut - es gibt nicht nur Sonniges im Leben, die dunklen Seiten werden auch sehr gern bedichtet

Allerdings muss ich hier fee zustimmen - selbst wenn du des Metrums willen die Artikel gesetzt hast,
wirklich passend sind sie in der Tat nicht
Zitat:
sie ist ein Schatten ihrer selbst
sie sitzt auf einer Bank:

den Kopf leicht aufgestützt
die Füße auf dem Boden

die Blätter fallen, alles welkt.
.
Es wirkt bemüht. Ohne die vorgesetzten Artikel wirkt der Text weicher, runder, gefühlvoller:
sie ist ein Schatten ihrer selbst
und sitzt auf einer Bank:

leicht aufgestützt den Kopf,
Füße auf dem Boden

Blätter fallen, alles welkt.




Was meinst du? Oder du veränderst die Form als Sanduhrengedicht.


LG chavi
.
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© auf alle meine Texte
Du bist nicht mehr da, wo Du warst,
aber Du bist überall, wo ich bin.


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Alt 07.10.2011, 13:11   #6
ginTon
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hallo fee,

Zitat:
das metrum habe ich vordergründig nicht wahrgenommen. auf deinen hinweis hin, muss ich dir natürlich recht geben. ich hatte meine änderungsvorschläge auch nicht auf metrisches hin ausgelegt, sondern den text freier wahrgenommen.
Ach so, nun ja ich habe auf das Metrum verwiesen, da du in deinem Kommentar geschrieben hattest: "direkt hintereinander als wiederholt-klangliche einleitung zu hart und zerschneidet das feine des restlichen gefüges und der melodie.". Ansonsten hätte ich auch nichts übers Metrum gesagt (mit Gefüge und Melodie wird ja direkt das Metrum angesprochen oder ich habe es falsch verstanden). Ich wollte zunächst ein lyrisches Werk mit mehreren Strophen schreiben, habe mich dann aber zu diesem Kurzwerk entschieden..

Zitat:
dann bleibt wohl anzumerken, dass für mich dennoch ein missklang bleibt, wenn ich "sie ist..., sie sitzt..." als zwei aufeinanderfolgende satz- und zeilenanfänge lese. viel zu dominant (daher hab ich wohl das metrum gar nicht gespürt),doch grenzwertig schulaufsatz-mäßig. mein sohn ist grad acht und daher ist mir das im moment nicht fremd.
Wie gesagt, gerade wegen diesen Klanges habe ich das Gedicht so geschrieben wie es dort ist und seien wir mal ehrlich, der Ausdruck spiegelt einfach nur den Inhalt wieder. Hart wie das Leben ist.

habe mich über deinen Rückkommentar gefreut...LG gin


hallo chavilein

Zitat:
das Bild ist sehr düster, nicht nur von der Technik her.
Aber gut - es gibt nicht nur Sonniges im Leben, die dunklen Seiten werden auch sehr gern bedichtet
Stimmt, man kann nicht immer nur über die Sonnenseiten des Lebens schreiben.

Zitat:
Allerdings muss ich hier fee zustimmen - selbst wenn du des Metrums willen die Artikel gesetzt hast, wirklich passend sind sie in der Tat nicht
Wie ich es bei fee schon erläuterte, wirkt Ausdruck Inhalt und Form in einem Gedicht zusammen. So ist es auch hier, warum sollte ich es in rosa weich schreiben, wenn der Inhalt ein ganz anderer ist, dies leuchtet mir nicht ein..

Zitat:
Es wirkt bemüht. Ohne die vorgesetzten Artikel wirkt der Text weicher, runder, gefühlvoller:
Und genau das wollte ich vermeiden

habe mich über deinen Kommentar gefreut...liebe Grüße ginnie

PS: zu dem Sanduhrengedicht, eine schöne Idee, habe aber schon zu einem anderen thema ein neues geschrieben, wenn du schaust
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Geändert von ginTon (07.10.2011 um 13:16 Uhr)
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Alt 07.10.2011, 14:26   #7
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Zitat:
Zitat von ginTon Beitrag anzeigen
Wie gesagt, gerade wegen diesen Klanges habe ich das Gedicht so geschrieben wie es dort ist und seien wir mal ehrlich, der Ausdruck spiegelt einfach nur den Inhalt wieder. Hart wie das Leben ist.
mit der erklärung kann ich dann schon ein stückchen weiterkommen, lieber ginTon!

das macht sinn und ist nachvollziehbar. dennoch steht dann die frage im raum: wenn der missklang nur auf der formellen seite wahrgenommen wird, nicht aber als stilmittel erkannt - liegts dann eher am leser oder doch am konzept, das ev. nicht aufgeht?

lyrik "höht" die beschriebenen welt-beobachtungen, die der dichter mit-teilt. das tut sie, indem sie überhaupt einmal bestimmte sachverhalte auf ein podest hebt - also allein durch die tatsache des bedichtens an sich. aber sie tut es auch mit den sie charakterisierenden stilmitteln.

wenn die sich der alltagssprache, noch dazu der wenig gelungenen (schulaufsatz-sätze), annähern, verwischen grenzen. und DA muss man sich dann ev. fragen, ob s dann so klappt, wie konzipiert.

gut möglich, dass es das für viele andere leser tut. insofern stelle ich die fragen hier wirklich als solche. auch ich weiß die antwort darauf nicht immer eindeutig.


liebe grüße,

fee
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Alt 07.10.2011, 15:03   #8
ginTon
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hallo fee,

Zitat:
Wie gesagt, gerade wegen diesen Klanges habe ich das Gedicht so geschrieben wie es dort ist und seien wir mal ehrlich, der Ausdruck spiegelt einfach nur den Inhalt wieder. Hart wie das Leben ist.

mit der erklärung kann ich dann schon ein stückchen weiterkommen, lieber ginTon!
das freut mich zu hören...

Zitat:
das macht sinn und ist nachvollziehbar. dennoch steht dann die frage im raum: wenn der missklang nur auf der formellen seite wahrgenommen wird, nicht aber als stilmittel erkannt - liegts dann eher am leser oder doch am konzept, das ev. nicht aufgeht?
Ich weiß nicht, wie sollte ich diese Frage auch beantworten können, da ich die Setzung der Artikel persönlich nicht für einen Missklang halte? Eine Konzeption habe ich in dem Sinne gebraucht, dass ich nur Artikel bzw. Pronomen von vornherein für die Versanfänge nutzen wollte. Ob dieses Konzept aufgeht oder nicht, wage ich nicht zu behaupten, dass jedoch zumindest darüber diskutiert wird und es somit interpretierbar wirkt, scheint es in dem Sinne zumindest von der Alltagssprache zu lösen:

Zitat:
wenn die sich der alltagssprache, noch dazu der wenig gelungenen (schulaufsatz-sätze), annähern, verwischen grenzen. und DA muss man sich dann ev. fragen, ob s dann so klappt, wie konzipiert.
da man einen Schulaufsatz bzw Alltagssprache als solche nahezu interpretationsfrei hinnehmen könnte...

Zitat:
gut möglich, dass es das für viele andere leser tut. insofern stelle ich die fragen hier wirklich als solche. auch ich weiß die antwort darauf nicht immer eindeutig.
Eines sei natürlich noch erwähnt, nur weil einige Gedichte davon abweichen ohne viel Symbolik bzw. Metaphern auszukommen, heißt dies noch lange nicht, dass sie sich nicht von der Alltagssprache unterscheiden. in ihrer verdichteten Form sicherlich schon.

Nun gut ob gerade dieses Werk hier ein gelungener Streich ist wage auch ich zu beweifeln, in seiner Einfachheit mag ich es dennoch irgendwie, ansonsten hätte ich es nicht eingestellt..Ich weiß nicht was besser ist einfach darstellend abzubilden oder unzugänglich mysteriös und kryptisch zu agieren, beides hat denke ich seine Daseinsberechtigung, je nachdem was transportiert werden soll...Als einen Schulaufsatz würde ich es jetzt nicht bezeichnen, in seiner Einfachheit kommt es dem mitunter nahe. Wenn man nicht so schreiben wollte, müsste man immer Wörter neu erfinden, was auch andere Werke in dem Sinne nicht tun...

Schwer zu sagen, deine Kritik hat sicherlich befürwortende Punkte, ich persönlich kann mich zu meiner Verteidigung mit dem Werk anfreunden, da es für mich in seiner Schlichtheit auf den Punkt kommt..

danke für die Rückmeldung...liebe Grüße gin
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Alt 07.10.2011, 16:57   #9
fee
asphaltwaldwesen
 
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Zitat:
Zitat von ginTon Beitrag anzeigen
Schwer zu sagen, deine Kritik hat sicherlich befürwortende Punkte, ich persönlich kann mich zu meiner Verteidigung mit dem Werk anfreunden, da es für mich in seiner Schlichtheit auf den Punkt kommt..
und das ist, was letztlich zählt.
dann kommt es eben für mich nicht gleich gefühlt auf den punkt. nicht weiter schlimm und in der natur der sache "kunst".


rückmeldung sollte es auch sein. mehr nicht. den dabei entstandenen austausch halte ich auf jeden fall für eine gute sache.

liebe grüße,


fee
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Alt 07.10.2011, 17:56   #10
Chavali
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Das ist ja ein interessanter Dialog

ginnie, jetzt reinzukopieren, was deine Antwort an mich war, ist mir zu mühsam.
Eins bloß mal noch:
Ein Text kann, auch wenn er einen tragischen oder negativen Inhalt hat,
poetisch weich und trotzdem schlicht und intensiv wirken.
Und nur das wollte ich mit meiner Idee zeigen.


LG chavi
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