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Alt 16.05.2018, 10:08   #1
Chavali
ADäquat
 
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Beiträge: 12.173
Standard Das alte Tor



Das alte Tor
ist abgeschlossen,
das gestern noch geöffnet war.
Wer hat die Schließung denn beschlossen,
wer fühlte sich dort angreifbar?

Ich steh davor und bin geschlagen,
die Worte sterben mir im Mund.
Wen soll und kann ich jetzt noch fragen?
Und hinter Balken bellt ein Hund.

Das morsche Tor bleibt abgeschlossen.
Ich seh es ein und wende mich
mit müden Schritten zu den Gossen

am Straßenrand, mit einem Stich
ins Herz, doch hab ich unverdrossen
nicht aufzugeben dort beschlossen.




__________________
Meine Gedichte
© auf alle meine Texte
Du bist nicht mehr da, wo Du warst,
aber Du bist überall, wo ich bin.


*

Geändert von Chavali (23.05.2018 um 16:55 Uhr) Grund: 2. Terzett geä. thx ,-))
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Alt 17.05.2018, 08:05   #2
waterwoman
Nixe, rotblond
 
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Ort: in Meeresnähe
Beiträge: 411
Standard

Hallo Chavali,

nanu, noch kein Kommentar?
Mir scheint eh, dass es einigen Leuten im Moment die Sprache verschlagen hat,
denn so wenig war lange nicht los hier

Mag vielleicht am Frühling liegen. Oder an etwas ganz anderem, ich will nicht spekulieren.

Aber zu deinem Gedicht.
Es ist in Sonett-Form geschrieben. Mir gefällt es, vom Thema her und auch in der Aussage.
Man kann die Geschichte wörtlich nehmen, man kann aber auch eine zweite Ebene hineinlegen, z.B. einen eigenen Neuanfang.

Es liest sich gut bis auf den letzten Abschnitt, da ist irgendwas nicht rund:
Zitat:
am Straßenrand. Es gibt mir einen Stich
ins Herz, doch habe ich beschlossen,
nicht aufzugeben, unverdrossen.
xXxXxXxXxX
xXxXxXxXx
xXxXxXxXx

obwohl das Metrum sauber scheint, hake ich da irgendwo
Was mache ich falsch?


Gern gelesen!
Gruß
ww
__________________
Die Philister, die Beschränkten, diese geistig Eingeengten, darf man nie und nimmer necken.
Aber weite, kluge Herzen wissen stets in unsren Scherzen Lieb und Freundschaft zu entdecken.

Heinrich Heine
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Alt 18.05.2018, 11:30   #3
Chavali
ADäquat
 
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Ort: Magdeburger Börde
Beiträge: 12.173
Standard

Hallo ww,

Zitat:
nanu, noch kein Kommentar?
Mir scheint eh, dass es einigen Leuten im Moment die Sprache verschlagen hat,
denn so wenig war lange nicht los hier
ja, mir scheint es auch eine kleine Flaute zu geben hier,
aber das gibts ja überall mal, wird auch wieder besser, hoffe ich.
Also kein Grund zur Sorge
Zitat:
Aber zu deinem Gedicht.
Es ist in Sonett-Form geschrieben. Mir gefällt es, vom Thema her und auch in der Aussage.
Das freut mich.
Zitat:
Man kann die Geschichte wörtlich nehmen, man kann aber auch eine zweite Ebene hineinlegen, z.B. einen eigenen Neuanfang
Genau, so ist es auch beabsichtigt.
Zitat:
Es liest sich gut bis auf den letzten Abschnitt, da ist irgendwas nicht rund:
Das ist mir auch aufgefallen und ich habe verschiedene Lesarten ausprobiert,
aber es wurde nicht besser, obwohl, wie du schon herausgefunden hast, metrisch alles ok ist
Keine Ahnung, woran das liegt.
Vielleicht kommt ja noch jemand vorbei, der das aufklären kann?

Vielen Dank dir!
LG Chavali



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Alt 23.05.2018, 16:13   #4
Erich Kykal
TENEBRAE
 
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Beiträge: 7.709
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Hi Chavi!

Schön und stringent bedichtet!
Ein vierhebiges Sonett - sehr interessant!

Das Reimwort "beschlossen" kommt zweimal vor, aber das ließ sich wohl nicht vermeiden.

Die erste Zeile des letzten Terzetts ist bei dir - als einzige - 5-hebig. Ich biete unten eine passende 4-hebige Alternative an.
Auch für die Formulierung der letzten beiden Zeilen, der Conclusio, biete ich eine etwas "flüssigere" Variante an.
Nimm, was dir probat erscheint.

Das alte Tor[/B] ist abgeschlossen,
das gestern noch geöffnet war.
Wer hat die Schließung denn beschlossen,
wer fühlte sich dort angreifbar?

Ich steh davor und bin geschlagen,
die Worte sterben mir im Mund.
Wen soll und kann ich jetzt noch fragen?
Und hinter Balken bellt ein Hund.

Das morsche Tor bleibt abgeschlossen.
Ich seh es ein und wende mich
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am Straßenrand, mit einem Stich
ins Herz, doch hab ich unverdrossen
nicht aufzugeben dort beschlossen
.


Sehr gern gelesen und (leicht) bearbeitet!

LG, eKy
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Weis heiter zieht diese Elend Erle Ute - aber Liebe allein lässt sie wachsen.
Wer Gebete spricht, glaubt an Götter - wer aber Gedichte schreibt, glaubt an Menschen!
Ein HAIKU ist ein Medium für alle, die mit langen Sätzen überfordert sind.
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Die Verbrennung von Vordenkern findet auf dem Gescheiterhaufen statt.
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Erich Kykal ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.05.2018, 16:54   #5
Chavali
ADäquat
 
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Registriert seit: 07.02.2009
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Beiträge: 12.173
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Lieber Erich,
Zitat:
Die erste Zeile des letzten Terzetts ist bei dir - als einzige - 5-hebig.
ahhhh - das hätte mir aber auch auffallen können
Seltsam, dass ich es nicht bemerkt habe
Zitat:
Ich biete unten eine passende 4-hebige Alternative an.
Auch für die Formulierung der letzten beiden Zeilen, der Conclusio, biete ich eine etwas "flüssigere" Variante an.
Ja, das ist ein guter Vorschlag, das übernehme ich.
Zitat:
Schön und stringent bedichtet!
Vielen Dank dir - freut mich, dass du dich der Sache angenommen hast.
Ich hatte nämlich zeitweise keinen Plan


Lieben Gruß
Chavi




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