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Kolosseum Kampf der Lyrikgötter

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Alt 20.10.2019, 23:10   #391
Terrapin
Erfahrener Eiland-Dichter
 
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Der pseudointelektuelle Geist,
der durch die Porzellanvitrine rammelt,
in der sich manche Sprachkeramik sammelt,
durchstreift die Au der Lyriker zumeist

im Zustand, der kein Glück und Heil verheißt.
Vergessen überschattet, was er stammelt,
das Feld, auf dem sein Leichnam still vergammelt,
entschlummernd und besiegt wo Sternlicht gleißt.

Die Abendstunde blüht in voller Größe
aus den bewölkten Bergen rings umher.
Da tönt das Echo all der Todesstöße

im quell des Blutes keiner Gegenwehr...
in des Moments Elan, dem ich entflösse,
begriff ich nur, ich rang damit zu sehr.
__________________
Das Leben ist eines der schwierigsten.

Geändert von Terrapin (20.10.2019 um 23:28 Uhr)
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Alt 23.10.2019, 00:36   #392
Erich Kykal
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Im Quell des Blutes, in der Knochen Schale,
wo dieser Born des Lebenssaftes sprudelt,
wird nicht gezögert und auch nie gehudelt,
nur still gewoben an der Kraftspirale,

daraus wir schöpfen, wenn uns das Fatale
des Schicksals überfordert und besudelt.
Auf dieser roten Woge krängt und trudelt
das Boot des Geistes meistens ins Banale,

anstatt bewusst zu ehren, was sein Träumen
erhält und atmen lässt, wenn er aus Räumen
ersehnter Wolkenschlösser auferwacht.

Er lässt sein Blut in heißem Wallen schäumen,
und seine Wünsche und Gedanken bäumen
sich blindlings aus den Fehlern, die er macht.
__________________
Weis heiter zieht diese Elend Erle Ute - aber Liebe allein lässt sie wachsen.
Wer Gebete spricht, glaubt an Götter - wer aber Gedichte schreibt, glaubt an Menschen!
Ein HAIKU ist ein Medium für alle, die mit langen Sätzen überfordert sind.
Dummheit und Demut befreunden sich selten.

Die Verbrennung von Vordenkern findet auf dem Gescheiterhaufen statt.
Hybris ist ein Symptom der eigenen Begrenztheit.

Geändert von Erich Kykal (23.10.2019 um 00:43 Uhr)
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Alt 02.11.2019, 19:01   #393
Falderwald
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Standard --> Kyknall und Terrorpin



I.


Ich dachte mir schon, dass ihr zwei Chaoten
hier end- und sinnlos weiter sonettiert,
doch was sich eurem Geiste dort gebiert,
gehört in meinen Augen schlicht verboten.

Ich gebe ein paar gute Haltungsnoten
fürs Reimvermögen, das wie einstudiert,
doch sinnbefreit das Dichterohr pikiert,
als käme es von chronisch lyrisch Toten.

Es lohnt sich nicht, sich darob zu erregen,
lass deine Säfte einfach anders fließen,
Gesindel tummelt sich auf allen Wegen.

Ich denke mir, die beiden zu erschießen,
rentiert sich nicht, sie haben meinen Segen,
um weiter ihre Größe zu genießen.


__________________


Oh, dass ich große Laster säh', Verbrechen, blutig kolossal, nur diese satte Tugend nicht und zahlungsfähige Moral. (Heinrich Heine)


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Alt 02.11.2019, 19:37   #394
Falderwald
Lyrische Emotion
 
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Standard --> Herr Kykball



II.


Bevor Herr Kykball unbeherrscht die Tasten
bemüht, da will ich schnell noch etwas sagen,
denn unser Erich kann es nicht ertragen,
wenn solche Worte seinen Reim belasten.

Er glaubt, er habe etwas auf dem Kasten,
doch gehts ihm einmal an den weißen Kragen,
bemüht er die verbalen Schießanlagen,
das spürten alle schon, die ihm nicht passten.

Ich kuschel mich in eine Ostseedüne,
verliere mich in weiten Horizonten
und leiste bitter innerliche Sühne.

Hier starben andere schon an den Fronten
des wilden Schauspiels auf der Lyrikbühne,
weil sie es, so wie er, nicht besser konnten.


__________________


Oh, dass ich große Laster säh', Verbrechen, blutig kolossal, nur diese satte Tugend nicht und zahlungsfähige Moral. (Heinrich Heine)


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Alt 02.11.2019, 21:06   #395
Falderwald
Lyrische Emotion
 
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Standard --> Terrapinchen



III.


Auch Terrapinchen, unsre progressive,
herausgeputzte Diva mit dem Fellchen
und untenrum dem klapprigen Gestellchen,
verfolgt hier ihre eigenen Motive.

Doch sieht man es aus ihrer Perspektive,
umkreist die Welt ihr eignes Karusselchen
bei Tag und Übernachtung im Hotelchen
und selbstverständlich alles inklusive.

Das kleine Sternchen steht nicht gut im Futter,
so kreist um Mamas Rührstab immer fixer
sein Züngchen, denn es leckt an Lyrikbutter.

Doch hungrig bleibt so ein Gedichtetrickser
sein Leben lang, denn eine gute Mutter
deaktivierte vorher ihren Mixer.


__________________


Oh, dass ich große Laster säh', Verbrechen, blutig kolossal, nur diese satte Tugend nicht und zahlungsfähige Moral. (Heinrich Heine)



Geändert von Falderwald (06.11.2019 um 18:37 Uhr) Grund: Fehlerteufelchen
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Alt 02.11.2019, 23:18   #396
Terrapin
Erfahrener Eiland-Dichter
 
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Beiträge: 411
Daumen hoch ...Nur für sich selber singend...

Mein Schatten wandelt durch die leeren Gassen
der Stadt und über ihm die Häusergiebel.
Die meisten der Gedanken sind plausibel
und sonst auch bin ich locker und gelassen.

Das Glück ist selten händisch zu erfassen,
es öffnet sich dem Gast wie eine Zwiebel,
in Schicht und Schale, grausam wie sensibel...
der Kopf zerstreut als tausend trübe Tassen.

Der Sommer ist dahin - erinnernd glänzt er
noch über manche losgetretne Frage,
und manch Momente der Gewalt ergänzt er.

und aus des Raumes Tiefe hört man vage
weit über Dach und First aus einem Fenster
Marlene Dietrichs Stimme heutzutage.
__________________
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Alt 04.11.2019, 12:43   #397
Erich Kykal
TENEBRAE
 
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Beiträge: 8.506
Standard Tzs -tzs -tzs!

O Faldus, stumpf ist deine Wüterklinge,
Behauptung nur die Gegenargumente -
wenn ich dich Degenbart nicht besser kennte,
ich würde meinen, deine Neidsucht singe!

Und Terrapin ist einfach guter Dinge,
spaziert devot durch städtische Idyllen,
die sich akkustisch mit Marlene füllen,
auf dass ihn Wunderseligkeit durchdringe!

Mit solch in sich gekrümmten Kombattanten
hat man als Dichter allzu leichtes Spiel!
Der blinde Sack, in den sie sich verrannten,

ist zu, sie singen nur die altbekannten
Verbitterungen oftmals hier zuviel
wie wunde Götter, die sich Unbill sandten!
__________________
Weis heiter zieht diese Elend Erle Ute - aber Liebe allein lässt sie wachsen.
Wer Gebete spricht, glaubt an Götter - wer aber Gedichte schreibt, glaubt an Menschen!
Ein HAIKU ist ein Medium für alle, die mit langen Sätzen überfordert sind.
Dummheit und Demut befreunden sich selten.

Die Verbrennung von Vordenkern findet auf dem Gescheiterhaufen statt.
Hybris ist ein Symptom der eigenen Begrenztheit.
Erich Kykal ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.11.2019, 21:23   #398
Terrapin
Erfahrener Eiland-Dichter
 
Registriert seit: 27.08.2014
Beiträge: 411
Standard @ Falderwald

Es zottelt Fältchen seine Reimmodule
Seit langem wieder in dem Kreis der Starken
Und sucht sie unter unser abzuparken.
Was treibt den Schönling in solch Sündenpfuhle?

Gehörst du nicht bei Erich in die Schule,
Als unser Interesse abzuharken?
Sonst ziehst du schlummernd mit den Eichenbarken
Den Strom hinab, fern jeglicher Bambule.

Das Jungechen, wie es die Worte wählt,
fühlt freilich sich als ganzer Mann und witzig,
Da seinen Torso schon das denken stählt.

Die anderen dagegen pöbeln hitzig
Und lamentieren nebenbei gequält,
Sein Blut war wie sein Geist, so gar nicht spritzig.
__________________
Das Leben ist eines der schwierigsten.

Geändert von Terrapin (16.11.2019 um 07:39 Uhr)
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