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Ausflug in die Natur Natur- und Tiergedichte

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Alt 26.03.2010, 21:36   #1
falscher Denker
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Beiträge: 107
Standard Ins Land gezogen




Ins Land gezogen


Fern von Fremdkörpern
fahler Metropolen
reinige ich mich.

In sanftem Regenschauer,
mit nacktem Herzen,
kreisen Wellen über meine Haut.

Umschlossener Staub perlt
von meinen Spitzen.
Lausche menschenfremdem Laut.

In Grün gehüllte Träume
wiegen sich in meinen Händen.
Leise spricht die Welt.

Sie erzählt von übermorgen,
von kleinen Pfaden und vielen Straßen.
Untrennbar vom Leben mit ihr

damit wir sie nicht einsam verlassen.


Sebastian Auer ©


__________________
Habe einen Vogel
der die Tassen im Schrank
wieder aufstellt
dessen Schrauben locker sind.

Geändert von falscher Denker (11.04.2010 um 19:34 Uhr)
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Alt 08.04.2010, 21:43   #2
Gert-Henrik
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hei hei

Ein Versuch der Wiederannäherung? Eine Art "Urschrei" - nur eben physischer? Um Formales geht es in diesem Werk ja nicht, sondern um die gewollte Empfindung.

Bei mir ist das Bild eines Menschen, der sich des Werktagabends auf der -beeindruckenden- Alb seiner Kleider entledigt und wieder einfach nur ein Teil sein will.

Hat was

LG, L.
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Alt 16.04.2010, 14:04   #3
ruhelos
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Registriert seit: 24.03.2009
Beiträge: 574
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hallo falscher Denker,

ein nachdenlich stimmendes, verschlüsseltes Gedicht hast du hier verfasst, reimfrei und mit vielen Metaphern geschmückt.Dein Gedicht lässt viel Freiraum für Interpretationen. Wenn ich den Titel sehe und den Inhalt betrachte, überlege ich aus welcher Sicht du hier schreibst. Würdest du aus der Sicht des Menschen schreiben, so müsste es m. E. aufs Land gezogen heißen. Also geht es wohl nicht um den Menschen, der dem Stress entfliehen möchte und aufs Land geht, um eine innere Reinigung vorzunehmen und über sein Leben nachzudenken.

Ins Land zieht jedoch die Zeit. Ich überlege, ob du aus der Sicht der Natur, vielleicht eines Baumes schreibst :

umschlossener Staub perlt von meinen Spitzen

Diese Zeile spricht m. E. dafür, Blattspitzen. Andererseits Haarspitzen wäre ja auch möglich, glaube ich aber nicht.

In grün gehaltene Träume
wiegen sich in meinen Händen.

Diese Zeilen verstehe ich als die Äste des Baumes, die sich im Wind wiegen. Die in grün gehaltene Träume könnten sich auf die Hoffnung auf den wiederkehrenden Frühling, wenn alles grünt beziehen. Allerdings könnte auch der Mensch Blätter oder Pflanzen in der Hand halten, aber ich glaube dass es aus der Sicht der Natur beschrieben ist. Es könnte auch so sein, dass die Natur im Sterben liegt und man nur noch von der Natur träumt.

Ich verstehe es als St. Bäume werden viel älter als die Menschen. Sie erleben die Veränderungen, die vor sich gehen, über Jahrhunderte. Ein Wandel geht schon lange vor sich Städte dehnen sich aus. Die Natur weicht den Städten. Die Naur wird in ihre Schranken gewiesen, immer mehr zus Seite gedrängt,so verstehe ich die Zeilen:

sie erzählen von übermorgen
von kleinen Pfaden und vielen Straßen

Doch vielleicht ist es ja doch nur der Mensch der das Landleben oder einen Besuch auf dem Land genießt. Du siehst, meine Gedanken gehen hin und her.
Hoffentlich habe ich mich mit meiner Interpretation nicht ganz blamiert. Ich warte gespannt auf deine Erklärung.

Viele Grüße
ruhelos
__________________
Schreiben ist leicht. Man muss nur die falschen Wörter weglassen. (Mark Twain)

Geändert von ruhelos (16.04.2010 um 14:51 Uhr)
ruhelos ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.05.2010, 14:38   #4
falscher Denker
Erfahrener Eiland-Dichter
 
Registriert seit: 22.03.2009
Ort: Ein Ort auf Zeit und mit Herz
Beiträge: 107
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Hallo ihr Lieben

aus Zeitgründen muss ich mich kurz fassen.
Ich danke euch für das Lob und die Anregungen.
@ruhelos
Dein Kommentar ist wunderbar!!!
Er gibt verschiedene Perspektiven frei. In erster Linie wollte ich einen Menschen wiedergeben, der sich mental wieder "Ins Land ziehen" lässt. Wie oft hören wir von "Städtlern" die am Wochenende aufs Land ziehen oder gar fliehen.

Aber ist nicht entscheidend, wie wir der Umwelt begegnen. Steckt nicht in jedem ein Wesen mit Wurzeln, einer Rinde als Schutz, Blätter als Zierde und ein Herz mit viel Erfahrung, je nach Jahresringen?

Wir alle keimen mit der Welt, die uns bewegt. Ruhelos, somit hast du in beider Hinsicht recht. Baum und Mensch sind hier gemeint. Pflanze und Mensch. Der Regen dient als Reinigung, als Ursprung. Denn Wasser ist Leben.


Ich hoffe diese relativ kurze Antwort genügt

Ich wünsche euch einen schönen Tag und vielen Dank für euren Besuch und die Mühe. Ich liebe Kommentare die mich als Autor bewegen. Egal ob Lob oder Kritik. Der Mut zur eigenen Meinung ist wundervoll.


Liebe Grüße


f.D., Sebastian
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Alt 15.05.2012, 07:14   #5
Untergrund
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Registriert seit: 05.05.2010
Beiträge: 243
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Die Wörtlichnehmung des Sprichwortes aus dem Titel ist bis auf das "corny feeling" gelungen. Die versuchst ein wenig die Authentizität zu umgehen aber die in Grün gehüllten Träume korrespondieren auf einer semantischen Ebene zu stark mit den fahlen Metropolen. Nachtigall, ick hör dir trapsen, könnte man auch sagen;-)

LG RS
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