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Liebesträume Liebe und Romantik

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Alt 10.11.2011, 22:14   #1
Thomas
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Standard Geliebte

Geliebte

Geliebte, meine Liebe, du
bist treu mir stets zur Seite,
du gibst die Mitte, gibst die Ruh‘,
und heilst mich, wenn ich leide.

Wenn alles wirr ist, fremd und kalt,
sprichst du den Kinderreim
und führst in lieblicher Gestalt
mir sanft die Seele heim.

Durch deinen Augen sehe ich
die Welt in milden Zügen,
auch spiegele ich selber mich
in Augen, die nie lügen.

Du hilfst, der Welt mich zuzuwenden
voll Mitgefühl und Sympathie,
und hilfst mir, andern Trost zu spenden,
geliebte Liebe – Poesie.

Geändert von Thomas (07.11.2012 um 20:27 Uhr)
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Alt 11.11.2011, 07:35   #2
Stimme der Zeit
Erfahrener Eiland-Dichter
 
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Guten Morgen, Thomas,

wie schön - eine "Liebeserklärung" an die Poesie. Als ich erst relativ kurze Zeit hier im Forum schrieb, verfasste ich etwas Ähnliches. Seit ich in Foren lese, bemerkte ich, dass viele irgendwann ein Gedicht darüber schreiben, was sicher "nur natürlich" ist, denn es ist ja die Poesie, die uns bewegte, Mitglieder in der "Welt der Lyrikforen" zu werden. Jedenfalls denke ich, dass bei uns, wenn wir dem "Zauber der Worte" erliegen, der Wunsch entsteht, es irgendwann auch in Gedichtform ausdrücken. (Ja, es gibt selbstverständlich auch Andere, deren Gründe "woanders" liegen, aber das zeigt sich meist recht bald.)

Diese Verse hier erscheinen mir sehr "sanft" und gefühlvoll. Auf mich wirkt die Poesie sehr ähnlich, denn es hilft mir immer (falls ich mich "ärgern" muss, aus irgend einem Grund ), schöne Gedichte zu lesen; den Gedanken und Gefühlen von Dichtern "zu folgen". Nun ja, ein wenig "Balsam für die Seele", so wirkt es jedenfalls auf mich.

Es ist eine Art "Gegenpol", denn diese Schönheit ermöglicht es, die vielen, häßlichen Geschehnisse (und auch das Verhalten von Menschen) eine kleine Weile zu "vergessen". Obwohl ich dabei auch erwähnen möchte, dass die Dichtkunst auch die Möglichkeit der "Kritik" bietet, denn ein Gedicht kann auch dazu dienen, etwas "Häßliches" mit Schönheit zu "transportieren". Es ist dann, so meine ich, gerade die Diskrepanz zwischen Inhalt und Form, die einem Inhalt entsprechendes "Gewicht" verleihen kann. Aber das nur am Rande, denn ich möchte ja bei deiner Intention bleiben.

Ich stimme zu, wenn du schreibst, dass die Poesie uns "treu bleibt", denn sie verlässt uns nie - nur wir können sie "verlassen", oder, traurigerweise, "verlieren".

Wenn ich noch einen Vorschlag machen darf:

Zitat:
bist treu mir stets zur Seite,
Dieser Vers wirkt auf mich ein wenig "inversiv", es ist allerdings der einzige, der so zu mir "herüberkommt". Ich versuche, mit meinem Vorschlag bei "deiner Sprache" zu bleiben. Was meinst du, so wäre es möglich:

"weilst treu an meiner Seite"
"bleibst treu an meiner Seite"
"stehst treu an meiner Seite"

oder auch

"bist stets an meiner Seite"
"bleibst stets an meiner Seite"
"weilst stets an meiner Seite"

Es gelang mir leider nicht, sowohl "treu" als auch "stets" zu erhalten. Aber es sind nur Vorschläge, vielleicht verhelfen sie ja dir zur "passenden Idee".

Sehr gerne gelesen und kommentiert.

Liebe Grüße

Stimme
__________________
.

Im Forum findet sich in unserer "Eiland-Bibliothek" jetzt ein "Virtueller Schiller-Salon" mit einer Einladung zur "Offenen Tafel".

Dieser Salon entstammt einer Idee von unserem Forenmitglied Thomas, der sich über jeden Beitrag sehr freuen würde.


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Alt 11.11.2011, 09:34   #3
wolo von thurland
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hallo thomas
das finde ich sehr schön. "treu" umfasst ja eigentlich schon ein "stets", also fällt gar nichts weg, wenn du jenen vers entsprechend abänderst.
ich denke, nach "hilft mir" sollte man ein komma setzen. aber na ja (na, ja?)..
gruss
wolo
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Alt 11.11.2011, 21:01   #4
Thomas
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Hallo Stimme der Zeit,

vielen Dank für die netten Worte und die Anregung samt Verbesserungsvorschlägen für Zeile 2. Ich habe das 'stets' entfernt.

Das, was du zum poetischen 'transponieren' von Hässlichem in Schönes sagst, stimmt genau. Es ist das Schwerste, weil hier die Form alles leisten muss - dafür auch das Beste, wenn es gelingt. Paradebeispiel ist die Tragödie.

Hallo wolo von thurland,

vielen Dank für dein Lob und vor allem für das Komma!

Liebe Grüße euch beiden
Thomas
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Alt 12.11.2011, 07:10   #5
a.c.larin
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hallo thomas,

eine liebeserklärung an die poesie?
ja, das sollte man als dichter unbedingt machen!

erst unlängst fiel auch mir auf:
die poesie ist wie ein korken - sie schwimmt immer obenauf!

d.h, ich beobachte bei mir dasselbe phänomen wie auch stimme der zeit
angesprochen hat: auch wenn ein tag noch so besch....eiden abgelaufen ist,
sobald ich ein stimmungvolles/lustiges /kluges gedicht gelesen oder eines selbst geschrieben habe, geht es mir gleich wieder besser!
der "auftriebsfaktor kunst" ist also nicht zu unterschätzen - besonders wohl in zeiten, die "härter" werden.

insoferne kann ich deinem gedicht also nur voll zustimmen!

klanglich stört mich ein wenig der reim seite - leide ( weil er nicht ganz rein ist)

wenn du auf die treue der poesie verzichten könntest, ginge es vielleicht auch so:

Geliebte, meine Liebe, du -
schmiegst dich so weich wie Seide,
bist meine Mitte, spendest die Ruh
‘,
und heilst mich, wenn ich leide.


Das kommt mir ein bisschen verdreht vor: Du hilfst der Welt mich zuzuwenden
( eigentlich hilft sie doch dem LyrIch? - Sollte wohl heißen : Du hilfst mir, mich der Welt zuzuwenden. "hilfst" ist in der Strophe auch gedoppelt)

Mein Vorschlag wäre daher:

Der Welt mich wieder zuzuwenden
voll Mitgefühl und Sympathie,
hilfst du - gibst Kraft, auch Trost zu spenden
:
Geliebte Liebe - Poesie!



ich hoffe, ich hab jetzt nicht zu viel dreingequasselt.
sonst müsstest du sofort ein gedicht über klugschwätzer schreiben....

liebe grüße,
larin
__________________
Cogito dichto sum - ich dichte, also bin ich!
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Alt 14.11.2011, 17:12   #6
Thomas
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Hallo larin,

danke für deine Vorschläge. Den Reim 'Seite – leide' würde ich als lässige Sünde durchgehen lassen. Außerdem fällt mir nichts Besseres ein, jedenfalls nicht im Augenblick. Dein schmiegst-dich-Vorschlag geht leider nicht, da die zweite Zeile wegen des Metrums höchstens mit einem Hilfsverb beginnen darf. Nicht so fein raus bin ich mit dem, was du zur letzten Strophe sagst, denn da kann ich nicht erklären, warum mir meine Zeilen besser gefallen, obwohl (weil?) die Wortstellung etwas 'unnormal' ist. Bitte nicht enttäuscht sein, wenn trotz deiner intensive Beschäftigung mit dem Gedicht alles so lasse, wie es ist.

Viele Grüße
Thomas
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Alt 15.11.2011, 20:59   #7
Dana
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Hallo Thomas,

eine Geliebte, die sich alle teilen können und keine Eifersucht ins Spiel kommt, wenn man wahrhaft liebt.

Gefällt mir sehr, weil es innig und echt herüberkommt.

Sie wird nicht alt, ist unsterblich und tausendfach schön.
Jene, die sie lieben, machen sie noch schöner; z.B. du mit deiner Liebeserklärung.

Liebe Grüße
Dana
__________________
Ich kann meine Träume nicht fristlos entlassen,
ich schulde ihnen noch mein Leben.
(Frederike Frei)
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Alt 25.11.2011, 09:14   #8
Thomas
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Hallo Dana,

ich bin in den letzten Wochen ein wenig mehr beschäftigt als sonst, und so ist mir dein lieber Kommentar ganz durch die Lappen gegangen. Ich habe ihn jetzt entdeckt und freue mich um so mehr darüber.

Vielen Dank und liebe Grüße
Thomas
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Alt 25.11.2011, 13:28   #9
Lena
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Zitat:
Zitat von Thomas Beitrag anzeigen
Geliebte

Wenn alles wirr ist, fremd und kalt,
sprichst du den Kinderreim
und führst in lieblicher Gestalt
mir sanft die Seele heim.
Lieber Thomas.

Du hast mir so aus der Seele gesprochen. In Zeiten größter Not rufe ich nach meinen besten Freunden und sie sind da - stehen mir mit Rat und Tat zur Seite.

Die Poesie heilt mein Herz, Pustet auf mein Weh, bepflastert die großen und kleinen Wunden und wie du so schön sagst: sprichst du den Kinderreim.

Mich hat die zweite Strophe besonders angesprochen. Sie wirkt so umhüllend und schützend auf mich.

Ein wahrlich schönes Gedicht, was mich sehr anspricht.

Liebe Grüsse in deinen Tag sendet dir


Luna
__________________
~ Mit lieben Gedanken ~


©auf alle meine Werke
............
Marion Baccarra
Lena ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.11.2011, 15:21   #10
Thomas
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Liebe Lena,

vielen Dank für Deine 'Rückmeldung'. Ja, diese Strophe hat es mir auch besonders angeraten, glaube ich. Es gibt übrigens ein tolles Gedicht von Friedrich Schiller, dessen Geliebte Poesie viel größer war als meine, aber in der letzten Strophe des Gedichtes ist der Schlüssel für die Macht der Poesie und zeigt, dass er es ähnlich sieht, wie ich in meiner zweiten Strophe - 'wie… ein Kind… sich stürzt an seiner Mutter Herz'. Ich stelle das Gedicht (Die Macht des Gesanges) in den Virtuellen Schillersalon ein. Es ist sehr unterschiedlich, hat aber trotzden diesen entscheidenden Punkt gemein.

Liebe Grüße
Thomas
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