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Alt 07.08.2011, 13:00   #1
Gary Grantl
Neuer Eiland-Dichter
 
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Standard Heimsuchung

Ich sollte ernsthaft mal was Neues berichten, klar. Von Dingen vielleicht zwischen Himmel und Erde von denen es sich lohnt, davon zu erfahren. Von fast geheimbündlerischem Gebaren, das uns Uneingeweihten nun mal nicht mal im Traum einfallen würde.
Aber nur, weil erfahrungsgemäß eine klare Schilderung nicht zu unwahr wäre, um sie ernst zu nehmen?

Nehmen wir mal an, der Lohn eines jeden Empfängers wäre gerecht. Oder sollte es besser so sein, dass den gerechten Lohn jeden heimsucht? Heimsuchung hat was von unangemeldet! So was geschieht plötzlich. Na ja, Gerechtigkeit wiederum heißt nichts anderes als Richtigkeit, Ausgleich im Geben und Nehmen. Dafür ist in der Regel eine Norm, eine Übereinkunft zuständig. Ob die nun althergebracht Aug um Aug oder juristisch Lug um Trug heißt – das ist für einen Winkeladvokat im Hinblick zu seinen Mandanten Wurscht wie Gewinn!
Wer sagt denn, würden die sagen, dass es um das eigene Auge geht? Einer muss bezahlen. Da sind sie auch dafür. Auch für Gerechtigkeit! Doch man soll doch bitteschön nicht so engstirnig sein und den Sachverhalt mal modern betrachten. Ist es denn nicht logisch und vollkommen konform mit allen christlichen Basisbekenntnissen, dass eben diese archaischen Gerechtigkeitsdogmen, die da lauten: … Zahn um Zahn … mit dem Neuen Testament aufgehoben seien? Man halte die andere Wange nach einem Schlag ins Gesicht auch noch hin.
Nun, können das etwa unchristliche Menschen sein, die eben das von einem verlangen?
Eine Muslimin hätte gegenwärtig das Recht auf Ausgleich im Sinn von Aug um Aug an demjenigen anwenden dürfen, der ihr Augenlicht mutwillig zerstörte! Doch, liebe Freunde, ist dieses bekannte Gleichnis nicht noch viel mehr eine Allegorie, dass Unrecht auf den Verursacher zurückfallen solle? Wer kennt nicht das Sprichwort „Wer anderen eine Grube gräbt ...“, sagt das nicht das selbe aus, sofern es folgendermaßen weitergehend interpretiert wird: „… soll selbst hineinfallen.“?
Bei uns in der christlichen Welt hat sich der Staat dieses Monopol zur Wiederherstellung von Gerechtigkeit zugeschrieben. Dem Bürger obliegt dieses Recht autonom nicht!
Tja, und das wiederum ist ein klarer Vorteil für die heimliche und unheimliche elitäre Schicht in jeder Gesellschaft. Seien es nun egoistische Banker, unsoziale Lobbyisten, gewiefte Steuerjongleure, Waffenschieber und dergleichen mehr – ihre „Sünden“ müssen gesühnt werden, zugegeben. Am Besten durch einen oder besser noch durch eine Herde Sündenböcke!
Da sind sie gleicher Meinung wie jeder Christ. Diese verschrobene Annahme, ein anderer büße für die eigenen Ungerechtigkeiten und mache dies zudem aus Liebe ist wie geschaffen für Egoisten!

Ein Regent in irgendeiner Diktatur nimmt so lang sein Volk aus, schmarotzt, betrügt, belügt und bürdet ihm die leidvollen Folgen auf, bis aus der Geschichte heraus dem schließlich ein Ende bereitet wird. Er muss alles Verbliebene zurückgeben und für seine Vergehen unter Umständen mit mehr als nur einem Auge bezahlen.
Wirtschafts- und Finanzregenten in unseren auf der Weltkarte mehr links oben zu findenden Staaten haben wesentlich leisere, vom Gesetz her unstrittige legale unlautere Methoden, das Volk zu plündern. Und eins sollte nun mal endlich von den Bürgern richtig verstanden werden: Aug um Aug ist nicht mehr bei uns! Und so was Rückständiges wie die Enteignung von unethischen Diktatoren finden unsere sowieso unchristlich. Übervorteilung anderer verbrecherisch? Ist in deren Version relativ.
In meiner Schulzeit gab es schon solche. Sie boten wesentlich Jüngeren und Schwächeren an, ihnen ein Eis oder einen Schokoriegel zu spendieren, hätten aber gerade kein Geld – das sich die Gauner natürlich jovial von den leichtgläubigen Opfern liehen, es durfte auch ein bisschen mehr sein – spendierten den Ausgetricksten die versprochenen Süßigkeiten und behielten den großen Rest. Ihre Rechtfertigung war simpel durchtrieben: Sie hätten das Geld freiwillig bekommen!!
Es ist garantiert unterstes Niveau, würde man nur auf den Gedanken kommen, Elitegeldscheffler wären so was wie Superschmarotzer für die es zur Zeit noch kein Pestizid gibt – würde dann irgendjemand meinen Kommentar hier noch ernst nehmen?


Gary Grantl
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