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Ausflug in die Natur Natur- und Tiergedichte

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Alt 04.03.2018, 13:12   #1
Erich Kykal
TENEBRAE
 
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Standard Eisblumen

Gewoben aus dem Hauch des Winterdunkels,
wenn selbst die Sterne aus dem hohen All
des ewig freundlich flackernden Gemunkels
sich kühl enthalten: Blumen aus Kristall.

Und niemals sind sie gleich zu gleich geschaffen,
unendlich bleibt die Vielfalt ihrer Blüten,
mit deren Glitzern wie von blanken Waffen
sie dem Bewunderer den Frost vergüten.

Und wie von jedem Augenblick erzogen,
verzweigen sich die Strahlen ins Gefüge,
als wären sie verflochtene Elogen

auf Größeres, als Sterbliche erreichen,
und grader stets als Wankelmut und Lüge
und wie ein stilles Wunder ohnegleichen.
__________________
Weis heiter zieht diese Elend Erle Ute - aber Liebe allein lässt sie wachsen.
Wer Gebete spricht, glaubt an Götter - wer aber Gedichte schreibt, glaubt an Menschen!
Ein HAIKU ist ein Medium für alle, die mit langen Sätzen überfordert sind.
Dummheit und Demut befreunden sich selten.

Die Verbrennung von Vordenkern findet auf dem Gescheiterhaufen statt.
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Alt 05.03.2018, 10:18   #2
waterwoman
Nixe, rotblond
 
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Hallo Erich,

auch dieses Gedicht finde ich wunderbar. Wo gibts denn noch Eisblumen am Fenster.
Früher vielleicht, als man die Küche nur mit dem Kochherd heizte?

Sehr schön geschrieben, Poesie pur.

Gruß

ww
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Alt 05.03.2018, 17:39   #3
Erich Kykal
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Hi waterwoman!

Du hast recht, ich habe dies eher aus der Erinnerung geschrieben. Die früheren ein- und zweischeibigen Fenster mit Holzrahmung und (altem, brüchigen Fensterkitt) waren da noch anfällig: Sie zogen Kondensationsfeuchte, die sich dann an der Innenseite der Außenscheibe niederschlug, gefror und diese Eisblumen zauberte.
In Amerika gibt es sogar ein Feenwesen, dass dafür verantwortlich sein soll, nachts heimlich diese Blumen zu malen: Jack Frost!

Vielen Dank für das positive Echo! Ich liiiebe diese Seelenmargarine - kann ich mir täglich aufs stolzgetoastete Gedankenbrot schmieren!

LG, eKy
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Die Verbrennung von Vordenkern findet auf dem Gescheiterhaufen statt.

Geändert von Erich Kykal (05.03.2018 um 18:47 Uhr)
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Alt 05.03.2018, 17:47   #4
Sufnus
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Ich bin kein besonderer Margarine-Fan greife aber (Laktosetoleranz bei Dir voraussetzend) gerne tief ins Butterfass! Falls dahingehend doch Aversionen bestehen, gibt's eben feinste Margarine (aber nur unter Protest).
Derlei Aufstrichfragen beiseitlassend: Sehr sehr sehr sehr gerne gelesen.
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Alt 05.03.2018, 18:47   #5
Erich Kykal
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Mir ist jedes orale Schmiermittel recht ...
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Alt 10.03.2018, 22:09   #6
juli
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Hey eKy,

Bei meinen letzten Kommentaren war ich ja ziemlich einsilbig. Das lag daran, dass ich nicht, wie nun hier, am PC tippen konnte. So ein Handy ist ein notwendiges Übel. Nun ja, die Schreiberin, ist auch eine Norddeutsche, und ich rede nicht so viel...

Dieses Sonett erinnert mich daran, dass ich jeden Morgen im Winter Eisblumen zu sehen bekam. Sie waren auf das Dachfenster gemalt. Jede Blume war einzigartig. Ich war Kind und in dem Raum gab es keine Heizung. Das hat mich nicht daran gehindert, wie wunderschön zu finden. Jack Frost ist ein Künstler!

Wunderschöne Poesie.


Liebe Grüße sy

__________________


© auf alle meine Texte

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Alt 13.03.2018, 18:43   #7
Erich Kykal
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Hi Sy!

Vielen Dank für deine Gedanken!

Mit den feuchtedichten und mehrfach verglasten Fenstern gibt es praktisch keine Eisblumen mehr - die meisten Kinder wissen gar nicht mehr, was damit gemeint ist ...

LG, eKy
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Alt 16.03.2018, 19:57   #8
Dana
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Lieber eKy,
nur Poesie vermag das "Kleinste und Unauffällige" in Großes und Schönes verwandeln - ganz besonders Deine Wortkunst.
Ich kenne Eisblumen nicht nur an Fensterscheiben, sondern auch an Wänden. Als Kind hab ich mich darin verfangen, eingesponnen und hab von Kälte nichts mehr gespürt.
Später in der Schule "erschrack" ich fast, dass Eisblumen und Schneeflocken in Bildern unterrichtet werden. Mir wurde dabei eine eigene Faszination gestohlen.

Mit großem Gefallen an Wort und Bild gelesen.
Liebe Grüße
Dana
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Ich kann meine Träume nicht fristlos entlassen,
ich schulde ihnen noch mein Leben.
(Frederike Frei)
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Alt 16.03.2018, 20:09   #9
Erich Kykal
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Hi Dana!

Vielen Dank für deine Erinnerungen!

Eisblumen an Wänden kann ich mir nur schwer vorstellen, mir würde da der Kontrast fehlen. Die Durchsichtigkeit der Scheiben und das Gegenlicht lassen die Eisblumen schillern und funkeln, einzelne Bereiche des Wachstums je nach Brechungskoeffizient mit jedem neuen Blickwinkel in anderen Helligkeitsstufen erstrahlen, als würden lebendige Lichter und Schatten durch die Kristallstrukturen wandern.
Bei Frost an weißen Wänden würde mir das doch sehr fehlen.

Interessant ist es aber schon. Waren das Außenwände oder gab es das in den Räumen drinnen? Wenn innen, müssen diese Wände sehr dünn und undicht gewesen sein!

LG, eKy
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Alt 16.03.2018, 20:27   #10
Dana
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die Eisblumen waren an den Innenwänden und nur bei Vollmond sichtbar, wenn sich die Augen den Lichtverhältnissen angepasst haben. Künstlerisch angehauchte Kinder, zu denen ich mich auch zählte, veränderten das Blumenbild mit Handabdrücken. Die Blumen tauten und entstanden neu.
Wie dick oder dünn die Wände waren, weiß ich nicht mehr. Es war Winter und sogar das Wasser im Wassereimer in der Küche war zugefroren.
Es war nicht alles schlecht.
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