16.05.2009, 06:02 | #1 |
Gast
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Erstes Sonett: An Hans B.
Dir, Hans, versprach ich eins der drei Sonette.
Damit ich nicht als Maulheld vor dir stehe, sag ich: Die Wette gilt, und es geschehe! Nun hör gut zu, was ich zu sagen hätte: Ich folge schnurstracks dir zum Lotterbette, zeig dir ein Spiel, auf das ich mich verstehe, knutsch dir dein Ohr, lutsch an der großen Zehe und reite mit dem Sturmwind um die Wette. Bis Bein um Bein sich krampft in wilden Spasmen, die Triebe uns zum höchsten Letzten treiben, das sich entlädt in tausenden Orgasmen. Doch will ich jetzt mal auf dem Teppich bleiben. Gottlob sind diese Orgien nur Phantasmen, wir kämen kaum noch zum Gedichteschreiben! Geändert von Seeräuber-Jenny (16.05.2009 um 13:15 Uhr) |
16.05.2009, 12:52 | #2 |
Erfahrener Eiland-Dichter
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Hi Jenny,
endlich mal eine "nette" Sonette. Herrlich, wie das Reimen um des Reimen willen einem doch handfesten Thema Platz gemacht hat. Der museale Anschub hat wunderbar funktioniert. Und plötzlich geht alles ohne Füllworter zu strapazieren und die Metrik ergibt sich über das untrügliche Bauchgefühl in Verbindung mit deinem großartigen dichterischen Talent. Ein paar Dinge würde ich etwas umformulieren, (klingt in meinen Ohren flüssiger) ist aber nur ein schüchterner Vorschlag. Bis das Gebein sich krampft in wilden Spasmen, (Gebein ist fast etwas ironisch ... wie wärs mit Mitte oder Schoß?) das sich entlädt in viel tausend Orgasmen. (und sich entlädt in tausenden Orgasmen???) Aber ansonsten klatsche ich mal kräftig Applaus. Grunzi Gruss vom Hans
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chorch chorch |
16.05.2009, 13:20 | #3 |
Gast
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Ahoi Hans,
ich freue mich, liebe Muse, dass meine Phantasmen bei dir Anklang gefunden haben! Aye, das ist es, was ich an Sonetten mag: Es ist bereits eine klare Struktur vorgegeben. Das Ganze muss nur noch mit Inhalt gefüllt werden - fertig! Und immer kommt was so Nettes dabei heraus. Jedenfalls habe ich noch nie ein misslungenes Sonett gelesen.* "Bis das Gebein..." hat mir auch nicht so gut gefallen. Habe was Passenderes gefunden: "Bis Bein um Bein sich krampft in wilden Spasmen". Das klingt zwar weiterhin ironisch, aber nicht mehr so makaber. Aye, "tausenden" ist besser als "viel tausend". Beides ist zwar nicht metrisch, aber das korrekt hin zu bekommen ist schwierig. Ich will ja das Ereignis auf die Spitze treiben, und dazu ist eine astronomische Zahl nötig. Dichterisches Talent? Da könnte ich mir doch meine Pennies auf bequemere Weise verdienen als immer nur verkrampft in der Horizontalen... ...grunzt Seeräuber-Jenny herzlich zurück! _____ * Edit: Ganz so einfach ist es natürlich nicht. Ich musste schon eine Weile knobeln. Aber der Mensch wächst an seinen Aufgaben. In diesem Sinne möchte ich alle Dichter ermutigen: Keine Angst vor dem Sonett, es macht Spaß und wirkt adrett! Liebe Grüße Seeräuber-Jenny Geändert von Seeräuber-Jenny (16.05.2009 um 15:37 Uhr) |
16.05.2009, 13:35 | #4 |
asphaltwaldwesen
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grinsel, seeräuber-jenny und hans b.,
das ist ja spannender als jede tv-soap hier... da lobt sogar der hans einmal sonette. kein wunder, wenn man's ganz genau betrachtet, wie weibsvolk nach niedren instinkten trachtet. da winkt kein zaunpfahl. eher schon 'ne pfette. man könnte es auch als exempel sehen: „was tun?“, wenn man nach kommentaren schmachtet von einem beislschmidt, der nur betrachtet, was ihm verschafft ein prickeln in den zehen gelutscht, geleckt, gekrampft zu höhepunkten versprechen reime simple trieberfüllung wo federn ins erotikfass eintunkten bleibt nur die frage: was dient welcher stillung? warn's lustgefühle, die dazwischenfunkten? in jedem fall liest sich hier viel enthüllung... sehr gern und amüsiert gelesen! fee
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"Gedichte sind Geschenke an die Aufmerksamen" Paul Celan Geändert von fee (16.05.2009 um 13:38 Uhr) |
16.05.2009, 19:34 | #5 |
Gast
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ahoi fee,
erst mal ein großes lob an dich: ein launiges sonett ist dir da gelungen! habe mich köstlich amüsiert! aye, wer den schaden hat, braucht für den spott nicht zu sorgen. hat mich doch dieser schnuckelige hans b. versetzt und sich stattdessen mit dieser chavali getroffen. Ausgerechnet mit chavali, diesem niederträchtigen weibsbild mit ihrer roten rosshaarperücke und ihrem falschen pferdegebiss! die ist doch nicht ganz echt! was hat die nur, was ich nicht habe? vielleicht ne pobacke mehr? oder einen sack mit golddukaten unter der matratze? naja, schwamm drüber, sollen die sich doch ihren niederen instinkten hingeben. die jenny ist schließlich zu höherem geboren! so ist es eben sehr oft im leben, leider! lieben gruß seeräuber-jenny Geändert von Seeräuber-Jenny (18.05.2009 um 16:49 Uhr) |
16.05.2009, 20:05 | #6 |
asphaltwaldwesen
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selten so gelacht, seeräuber-jenny,
wie über deine geniale antwort hier. danke. ich grinse immer noch bis über beide ohren und meine lieben hier fragen sich grad, warum ich so laut im wohnzimmer gackere. "eine pobacke mehr". wahrhaft fiese waffen, zu denen da gegriffen wird. wie soll die durchschnittliche zweibacken-frau da noch gegen ankommen. da bleibt wohl wirklich nur die flucht nach vorne in höhere sphären. wir treffen uns dann auf wolke siebeneinhalb im intellektuellen-himmel...oder so... breitgrinsegruß, fee
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"Gedichte sind Geschenke an die Aufmerksamen" Paul Celan |
17.05.2009, 01:56 | #7 |
Gast
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aloha fee,
gegen meine dralle pobacke kann garantiert keine anstinken! nicht mal die chavali, und mag sie noch so hochgeistig tun! lass doch die dösköppigen paviane, son kuddelmuddel hat unsereins doch gar nicht nötig! aye, wir treffen uns dann im hinterleckten-himmel wieder! solidarische grüße seeräuber-jenny Geändert von Seeräuber-Jenny (17.05.2009 um 01:59 Uhr) |
17.05.2009, 05:07 | #8 |
unpaniert
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Liebe Jenny,
Dichter dichten, forellen schwimmen ..... und verstehen nichts von anderen Dingen über Wasser tun sie´s nicht, unter Wasser sieht man´s nicht ansonsten aber wirklich gelungenes Sonett. Prima. forellige Grüße ><((((°> . |
17.05.2009, 20:33 | #9 | |
Gast
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Ahoi forelle,
Zitat:
Danke für dein Lob. Lieben Gruß Seeräuber-Jenny Geändert von Seeräuber-Jenny (18.05.2009 um 16:48 Uhr) |
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