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Denkerklause Philosophisches und Nachdenkliches

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Alt 16.12.2011, 10:33   #1
fee
asphaltwaldwesen
 
Registriert seit: 31.03.2009
Ort: österreich
Beiträge: 961
Standard vom schweigen

An manchen Tagen, wenn mich Stille
mit ihrem Tuch ganz sanft umhüllt,
verstummen Fragen, Wünsche, Wille,
schein als Gefäß ich reich befüllt

und muss nicht sehnen, muss nicht brauchen,
lieg mit der Welt und mir im Reinen,
hab Angst, es würd auch nur im Hauchen
mir Glück als Wort wie Trugbild scheinen.




.fee `11

Geändert von fee (17.12.2011 um 00:49 Uhr) Grund: edit hat die durchgängige kleinschreibung eliminiert
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Alt 16.12.2011, 22:42   #2
Chavali
ADäquat
 
Benutzerbild von Chavali
 
Registriert seit: 07.02.2009
Ort: Magdeburger Börde
Beiträge: 11.662
Standard

Liebe fee,

vom schweigen : was für ein schöner Titel
Zitat:
an manchen tagen, wenn mich stille
mit ihrem tuch ganz sanft umhüllt,
verstummen fragen, wünsche, wille,
schein als gefäß ich reich befüllt
...das kann ich gut nachvollziehen.
An gewissen Tagen schaltet man einfach seine Bedürfnisse ab und ergibt sich ganz in Stille und Schweigen.

Die letzte Zeile wirkt ein wenig - so empfinde ich jedenfalls - konfus?
Sie fügt sich irgendwie nicht ein oder ich verstehe den Sinn nicht:
Zitat:
schein als gefäß ich reich befüllt
Schein als Gefäß?
Erklärst du es mir?

Zitat:
und muss nicht sehnen, muss nicht brauchen,
lieg mit der welt und mir im reinen,
hab angst, es würd auch nur im hauchen
mir glück als wort wie trugbild scheinen.
Hier tritt die Angst zutage, das Glück könnte zu schnell wieder zerbrechen.

Ja, Glück und Glas, wie leicht bricht das.
Ein alter (Poesie-)Spruch, aber immer hochaktuell.


Sehr gern gelesen und sich mit beschäftigt hat
mit lieben Grüßen
Chavali



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© auf alle meine Texte
Du bist nicht mehr da, wo Du warst,
aber Du bist überall, wo ich bin.


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Alt 16.12.2011, 22:58   #3
Thomas
Erfahrener Eiland-Dichter
 
Benutzerbild von Thomas
 
Registriert seit: 24.04.2011
Beiträge: 2.515
Standard

Hallo fee,

mir scheint, da ist dir ein sehr schönes Gedicht gelungen. Einzig das 'im hauchen' klingt mir etwas 'des Reimes wegen', auch wird das poetische Bild nicht recht klar. Ist es ein Hauch, der z.B. einen Spiegel trübt, oder ein Windhauch, der etwas hinwegträgt. Es ist eine Kleinigkeit, die nur auffällt, weil sonst alles so Stimmig ist.

Viele Grüße
Thomas
Thomas ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.12.2011, 00:46   #4
fee
asphaltwaldwesen
 
Registriert seit: 31.03.2009
Ort: österreich
Beiträge: 961
Standard

hallo, chavali, hallo, thomas,



eure fragen zum textverständnis beantworte ich mit einem lieben dankeschön für lesen, kommentieren und nachfragen:


"schein(e) als gefäß ich reich befüllt" ist gemeint. scheinen also - das verb.

und "ich habe angst, es würde auch nur, wenn ich (das wort glück) hauche, das aussprechen aus dem echt empfundenen glück eine täuschung machen." im sinne von "zerrede es lieber nicht". im hauchen ist hier gemeint wie "im gehen", "im liegen", "im tun" eben.


ich hoffe, die fragen sind jetzt ausgeräumt.

mir scheint, hier sollte ich doch Groß- und Kleinschreibung einsetzen bei diesem Gedicht.

danke fürs reinlesen und kommentieren.


fee
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Alt 18.12.2011, 10:39   #5
Chavali
ADäquat
 
Benutzerbild von Chavali
 
Registriert seit: 07.02.2009
Ort: Magdeburger Börde
Beiträge: 11.662
Standard

Liebe fee,

danke für deine Aufklärung!
Und tatsächlich wirkt hier die Großschreibung der Substantive selbsterklärend
Zitat:
schein als Gefäß ich reich befüllt
so ist das also:
das LyrI sieht sich als Gefäß reich befüllt durch die Ruhe,
die Abschaltung der Wünsche und die Zufriedenheit.

Schön - allerdings mag mir die Satzverdrehung nicht so ganz gut gefallen.
Sie ist metrum- und reimgeschuldet.

Trotzdem mag ich deinen Text und sehe nicht unbedingt ein Änderungs-Muss

Lieben Gruß,
chavi
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