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Finstere Nacht Trauer und Düsteres

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Alt 18.01.2013, 19:32   #1
Walther
Gelegenheitsdichter
 
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Standard steuer mann

steuer mann


die rolle die ich spiele an zu tragen
gelänge mirs es wäre fast ein wunder
die welt ist alt & mit ihr all der plunder
der liegen blieb aus frohen frühen tagen
ich spiele sie weil man gehorchen sollte
den regeln folgend die das leben regeln
& segle fleißig unter fremden segeln
auf einem kurs den ich nicht fahren wollte
der anker will bald fallen & es lenkt
ein wind aus west das schiff das stöhnend krängt
& sich durch eine schmale enge zwängt
zum hafen hin wo alles ein mal endet
wo ist der steuer mann der jetzt noch wendet
der weise ist & der vom ende denkt
__________________
Dichtung zu vielen Gelegenheiten -
mit einem leichtem Anflug von melancholischer Ironie gewürzt
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Alt 19.01.2013, 13:25   #2
Erich Kykal
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Hi, Walther!

Ein schönes Gedicht, das - aus meiner Sicht, wohlgemerkt - leider unter deiner augenblicklichen Marotte leidet, betont "modern" im Schriftbild zu sein. Ein Gutteil Lesegenuss geht da verloren, wenn man erst Zusammenhänge suchen gehen muss, weil die Rechtschreibung nicht erschöpfend dazu Auskunft gibt. So wird alles zu einer Buchstabenwurst, zu ungegliedert, um dem roten Faden problemlos folgen zu können. Schade.

Zitat:
Zitat von Walther Beitrag anzeigen
Steuermann
Die Rolle, die ich spiele, anzutragen - Wem anzutragen? Was soll das bedeuten?
gelänge mir's, es wäre fast ein Wunder.
Die Welt ist alt, und mit ihr all der Plunder,
der liegenblieb aus frohen, frühen Tagen.
Ich spiele sie, weil man gehorchen sollte,
den Regeln folgend, die das Leben regeln, Wortwiederholung "Regeln/regeln" - klanglich unschön. Vorschlag: "den Worten folgend..."
und segle fleißig unter fremden Segeln
auf einem Kurs, den ich nicht fahren wollte.
Der Anker will bald fallen, und es lenkt
ein Wind aus West das Schiff, das stöhnend krängt
und sich durch eine schmale Enge zwängt
zum Hafen hin, wo alles einmal endet.
Wo ist der Steuermann, der jetzt noch wendet,
der weise ist und der vom Ende denkt? "vom Ende denkt?" - Ja, was denn? Auch das bleibt in der Luft hängen, so wie es formuliert ist. Alternative: "...und der ans (oder: vorm) Ende denkt?".
An sich ein gutes Gedicht, das einen tiefen Gedanken sehr lyrisch und mit schönen Bildern umsetzt. Super Sprachstil! Dein Hang zu optischer Zwangsaufhübschung (zumindest dem, was du drunter zu verstehst scheinst...) indes:...Grusel!!!

Gern gelesen, aber ungern "gelesen"!

LG, eKy
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Weis heiter zieht diese Elend Erle Ute - aber Liebe allein lässt sie wachsen.
Wer Gebete spricht, glaubt an Götter - wer aber Gedichte schreibt, glaubt an Menschen!
Ein HAIKU ist ein Medium für alle, die mit langen Sätzen überfordert sind.
Dummheit und Demut befreunden sich selten.

Die Verbrennung von Vordenkern findet auf dem Gescheiterhaufen statt.
Hybris ist ein Symptom der eigenen Begrenztheit.
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Alt 19.01.2013, 18:51   #3
Walther
Gelegenheitsdichter
 
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hi eky,

danke fürs kommentieren und deine sachdienlichen hinweise zum text.

(1) deine detaillierten hinweise

in v1 ist das "wem" weggelassen, da es nicht wichtig ist. es gibt keinen, wie der nächste vers aufklärt. in v14 habe ich mir die freiheit genommen, das vom-ende-denken um ein "her" oder "aus" zu verkürzen, weil auch hier klar ist, was gemeint ist.

in v5 und v6 stehen die beiden wörter, die die klangreplik komplett machen, auch noch untereinander, die verse haben sogar eine ähnliche konstruktion, die die beiden begrifflichkeiten in sich verstärken: die wiederholung ist also m.e. ein berechtigter und akzeptabler kunstgriff, der sprachmelodie und inhaltlich die aussage verstärkt. wichtig ist: das ist beabsichtigt gewesen.

(2) zu deiner beschwerde in sachen schreibung

ich will mich um eine antwort nicht drücken. wir werden uns hier nicht einig werden, fürchte ich. ich habe dafür übrigens volles verständnis. das muß einem nicht zusagen, man kann und darf das als manirierten und überkandidelten schwachsinn bezeichnen. ich nehme mir die künstlerische freiheit, das bei den meisten meiner einträge und gedichte anders zu sehen, und lebe damit, die zahl meiner leser/inn/en damit zu verringern.

danke für dein verständnis und dafür, daß du dennoch immer wieder einmal bei mir reinliest!

lg w.
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Alt 19.01.2013, 19:22   #4
Erich Kykal
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Hi, Walther!

Natürlich lasse ich mir ein in meinen Augen gutes Gedicht nicht entgehen, egal, wie es aufgeschrieben ist. Mein Gemäkel zu diesem Punkt optischer Überaufbereitung wirst du dir allerdings immer wieder anhören müssen, einfach, weil ich ab und zu gern motze - und dieser "überkandidelte Schwachsinn" (laut deiner eigenen Aussage oben) bietet da eine schier unerschöpfliche Zielscheibe!

Das "wem" (unlyrisch, schöner: jemandem) halte ich aber schon für wichtig, weil der Begriff an sich dies verlangt, um ihn zu verstehen. So hängt er einfach irgendwie in der Luft, wirkt unfertig, unvollendet, auch wenn laut Grammatikregeln nichts direkt falsch sein mag.

Abgesehen davon ist dieser Einstieg an sich seltsam: Warum die Rolle jemandem antragen? Wenn man sein Leben ändern will, wozu die Rolle weitergeben müssen/wollen? Man ändert sie einfach, um mit dem eigenen Sein zurande zu kommen!
Alternative: "Die Rolle, die ich spielen muss, zu tragen" oder: "Das Rollenspiel des Seins zu hinterfragen"...usw...

LG, eKy
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