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Eine Reise durch das Unterbewusstsein Von Black Raziel

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Alt 21.10.2014, 23:14   #1
Black Raziel
El capitán
 
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Standard Rahmenhandlung zu "Eine Reise durch das Unterbewusstsein"

Hallo liebes Forum

Der Diskutierfaden zur "Reise durch das Unterbewusstsein" existiert zwar bereits, aber der Übersichtlichkeit halber erstelle ich für die Rahmenhandlung zur Tragödie hier einen extra Thread. (Wenn jemand eine bessere Idee hat, raus mit der Sprache )

Und zwar geht es bei dem Community-Projekt darum in lyrischer Form eine Tragödie umzusetzen. Doch dafür müssen alle, die mitmachen wollen, die genaue Rahmenhandlung kennen. Unsere Aufgabe ist es diese Rahmenhandlung (oder Inhaltsangabe) in Gedichte zu übersetzen und dieser Geschichte so Leben einzuhauchen. Solange sich die Gedichte plausibel in diesen roten Faden einbetten lassen, ist jede kreative Freiheit der Ausschmückung dieser Geschichte erlaubt. So ist die Möglichkeit gegeben, dass auch bereits unabhängig davon verfasste Gedichte hier eingebettet werden können, wenn einer der Teilnehmer das möchte.

(Nebenbei nochmal zur Erinnerung: Trochäus ist dem Erzähler vorbehalten, Jambus für den Protagonisten, wenn ihr aus einem Teil der folgenden Geschichte ein Gedicht machen wollt. Allerdings gibt es Stimmen, die sich dadurch zu eingeengt fühlen. Nun denn, ihr müsst euch nicht daran halten, aber ich selbst werde für meine eigenen Texte diesen Anspruch wahren, weil es ein wahrer Meilenstein wäre, eine Tragödie trotz eines solchen Anspruchs so geschrieben zu haben, ohne dass es an irgendeiner Stelle erzwungen aussieht. Sozusagen ein "Kraftbeweis" der Willenskraft eines Künstlers, um zu zeigen, dass NICHTS dem Zufall beim Dichten geschuldet ist. Außerdem besteht die Tragödie mittlerweile aus 8 Akten, anstatt wie ursprünglich angedacht aus 5.)

Aber nun zur Rahmenhandlung:

Eine Reise durch das Unterbewusstsein
Die Geschichte von Hans Rabenjäger


Personenregister

Erzähler – Auktoriale Perspektive auf die Geschichte
Protagonist – Hans Rabenjäger
Mutter von Hans (wird nur in der 3. Person verarbeitet)
Vater von Hans (wird nur in der 3. Person verarbeitet)
Evelyn – Freundin von Hans (wird nur in der 3. Person verarbeitet)
Chor – kommentierende Stimme der Außenwelt (Für den Fall, dass man weder aus der Sicht des Erzählers noch aus der Sicht des Protagonisten schreiben möchte)


Hintergrundgeschichte des Protagonisten

Der Protagonist entstammt einer konservativen, bürgerlichen Familie. Der Vater ist ein Narzisst mit Akzenten eines Psychopaten. Er lebt einzig für die Arbeit und ist der Meinung, dass alleine Geld von Bedeutung in der Welt ist. Emotionen verdienen dagegen keinerlei Beachtung. Entsprechend hat er diese Werte seinem Sohn mitgegeben, zu dem er immer ein distanziertes Verhältnis hatte.

Auf der anderen Seite ist seine Mutter das Gegenteil des Vaters und verhätschelt den Protagonisten und dessen jüngere Geschwister. Die Mutter leidet auch an einer neurotischen Störung und hat ein krankhaftes, chronisches schlechtes Gewissen. Dieses schlechte Gewissen fungiert als Lückenfüller für die Distanzierung und Härte des Vaters und damit als „Kleber“ der ansonsten brüchigen Familienbande.

So ist der Protagonist mit eben diesen Verhaltensmustern aufgewachsen, die ihm später als Erwachsener das Leben schwer machen werden. Einerseits wird er als Erwachsener gefühlskalt interagieren, aber trotzdem von einem chronisch schlechten Gewissen verfolgt, dafür, dass er ist, wie er ist. Er kann sich nicht in sein soziales Umfeld integrieren und glaubt nichts dagegen tun zu können. So pendelt das Verhalten des Protagonisten exzessiv zwischen den erworbenen Verhaltensweisen von Mutter und Vater hin und her.

Dieser älteste Spross der Familie, nennen wir ihn im weiteren Hans Rabenjäger, stammt ursprünglich aus ländlichen Bayern, zieht im Alter von 10 Jahren in eine Großstadt in Hessen.

I. Akt

Hans besucht die 5. Klasse einer Gesamtschule in Hessen und wird aufgrund verschiedenster Gründe von seinen Mitschülern gehänselt, gemobbt und misshandelt. Entsprechend ist er in der Schule ein schlechter Schüler, da seine Konzentration unter seinen Umständen stark leidet. Die schlechte Leistung trägt außerdem zur Verachtung seitens des Vaters bei. Denn für den Vater zählt einzig und allein Leistung. Die Eltern wissen dem Kind nicht zu helfen bei seinen Problemen. Schließlich geben sie dem Hans den Rat selbst Gewalt anzuwenden und entziehen sich so jeder weiteren Verantwortung. Ein Jahr erträgt Hans, bevor er diesem Rat nachgeht und wird ab dann bei allen in der Schule als „Der Psycho“ bekannt sein, weil er jede Provokation mit unangekündigter Gewalt beantwortet. So vergeht die Zeit bis zur 9. Klasse.

II. Akt

Ab der 10. Klasse beginnt die Erziehung des Vaters Früchte zu tragen. Denn nachdem der Vater droht den Sohn auf die Straße zu werfen, begreift Hans, dass das echte Leben begonnen hat und es ab sofort heißt „Friss oder stirb“. Mit hemmungslosem Ehrgeiz entwickelt sich Hans zum Jahrgangsbesten. Danach beginnt Hans entgegen dem Wunsch des Vaters eine Ausbildung zum Bestatter. Der Vater ist enttäuscht, da jemand mit solch guten Noten etwas besseres aus seinem Leben machen sollte als einen Beruf auszuüben, der in eine Sackgasse führt. Die Mutter dagegen steht voll hinter Hans, da sie ihn für hochbegabt hält und glaubt, dass er immer ganz alleine wissen wird, was er tut. (Sonst hätte er doch nicht so gute Noten schlagartig schreiben können.)

Während seiner Ausbildung stellt sich heraus, dass Hans zu aggressiven Verhaltensmustern gegenüber seinen Mitauszubildenden und seinen Eltern neigt. Seine Verhaltensmuster und Lösungsstrategien waren während der Schulzeit notwendig, um zu überleben und den psychischen Stress des jahrelangen Mobbings zu ertragen. Nun ist er absolut unfähig Kritik zu verkraften, zumal er sich durch die Mutter hochintelligent und erhaben über jede Kritik glaubt (Ein Unglück kommt selten allein).

Über seine Probleme im Sozialen redet der mittlerweile 16 jährige Hans mit niemandem. Stattdessen verteidigt er sich selbst vor der Kritik anderer, indem er sich immer wieder all der erfahrene Leid seiner Realschulzeit vor Augen führt und sich sagt, dass er genug gelitten habe, um sich nun jede Freiheit erlauben zu dürfen. So pendelt Hans also zwischen Kritikunfähigkeit, Einsamkeit und Selbstmitleid hin und her.

Doch dann lernt er mit 17 ein Mädchen (Evelyn) kennen.

III. Akt

Evelyn, anfangs eine verträumte Punkerin, die kifft und eine Begabung zum Zeichnen hat. Mit ihrem Talent hat sie sich zeitgleich zu Hans Ausbildungsbeginn, erfolgreich an einer Kunsthochschule eingeschrieben. Hans und Evelyn verlieben sich, als sie sich in einem Park treffen (davor haben sich die beiden im Internet kennengelernt und verabredet, denn Hans kennt keinen anderen Weg des sozialen Kontakts, als das Internet. Nur hier kann er sein, wie er will und auch eine weiche Seite zeigen). Hans erfährt im Laufe der Zeit, dass Evelyn regelmäßig kiffen muss, weil sie anders die Realität nicht ertragen würde. Hans fühlt sich sofort für all ihre Probleme verantwortlich und wendet einen Großteil seines Ausbildungsgehalts auf, um ihr das Gras kaufen zu können, das sie braucht. Ein Jahr lang sind die beiden glücklich zusammen. Sie malt ihm Bilder als Liebesbeweise und umgekehrt schreibt er Gedichte als Liebesbeweise. Doch dann beginnt Evelyn nach und nach andere Drogen neben dem Kiffen auszuprobieren. Hans beobachtet das mit wachsender Sorge und bittet Evelyn einen Therapeuten aufzusuchen, um ihre Probleme in den Griff zu bekommen. Aber daraufhin wendet sich Evelyn immer mehr von Hans ab. Schließlich verlässt Evelyn Hans, da Evelyns Drogenkonsum zu einer Verarmung ihrer Gefühlswelt führt, bis Hans nicht mehr zu ihr durchdringen kann. Als Evelyn „ganz unten“ angekommen ist und bereits täglich Heroin nimmt, kann Hans sie nicht mehr finden und kommt darüber nicht hinweg.

IV. Akt

Hans beendet mit 19 erfolgreich seine Ausbildung zum Bestatter. Da Evelyn weiterhin unauffindbar Hans Leben verlassen hat, sieht Hans keinen Grund mehr zum Leben und greift selbst hemmungslos zu Drogen, was besonders leicht fällt, da die Pflichten der Ausbildung nun auch vorbei sind. Eigentlich wollte er mit den Drogen umbringen, aber stattdessen legt er nur den Grundstein für seine Karriere als Kettenraucher und handelt sich eine Psychose mit Wahnvorstellungen ein. Der II. Akt endet damit, dass das einstmals verkannte Genie nun als apathisches schizophrenes Wrack seine Lebensbemühungen fast komplett einstellt. Nachts wird er von Halluzinationen gepeinigt, die ihm erscheinen, sobald er versucht zu schlafen.

V. Akt

Hans befindet sich mittlerweile in der Psychiatrie und wird dort auch seinen 21. Geburtstag verbringen. Ohne die genaueren Gründe erfahren oder verstehen zu wollen, bricht die Familie den Kontakt zu Hans ab. Jemand, der keine Leistung mehr erbringen kann, kann von der Familie nicht gebraucht werden. Vor allem ist Hans von seiner Mutter enttäuscht, die den Sohn von sich weist mit der Begründung, dass sie immer so viel für ihn getan habe und es jetzt mit einem psychischen Wrack gedankt bekommt.

Da sich Hans selbst für gesund hält, stören ihn die eigenwilligen Verhaltensweisen seiner Mitpatienten und er entwickelt einen unbändigen Hass auf all die „gestörten Spasten“, die er zu ertragen hat Tag für Tag. Bei den Gesprächsrunden am Morgen ebenso wie in dem kleinen Raucherzimmer für alle Patienten der Station. Vor allem das süchtige Verhalten der anderen Kettenraucher widert ihn an. Das veranlasst ihn allmählich seinen Lebenswillen zurück zu gewinnen und nach außen hin den Anschein einer stabilen und friedlichen Person zu erwecken, um das Vertrauen der Ärzte zurück zu gewinnen und wieder entlassen zu werden. Natürlich ist das nur eine Maske, die Hans trägt, während es innerlich in ihm brodelt. Und so fängt Hans nach seiner Entlassung an sich eine Arbeit als Bestatter zu suchen.

VI. Akt

Während Hans so stark war sich trotz allen Erfahrungen in das Leben zurück zu kämpfen, ist er von der Begrenztheit seiner Mitmenschen enttäuscht. Denn jeder andere scheint schon für lächerliche Kleinigkeiten Aufmerksamkeit haben zu wollen. Doch da macht Hans nicht mit. Das braucht er nicht, er ist unbesiegbar. Er ist so was wie ein Übermensch. Jeglichen sozialen Kontakt der Vergangenheit hat er zugunsten seiner Arbeit abgebrochen. Auch auf der Arbeit verachtet er die sozialen Gesten seiner Arbeitskollegen, die für ihn nur von Schwäche und Unterwürfigkeit zeugen. Dabei ist Hans selbst mittlerweile ein sichtlich vom Leben gezeichneter Mann, der ständig vom Rauchen Husten muss, gesundheitlich angeschlagen ist und von allen gemieden wird. Bei seinem ganzen Größenwahn übersieht Hans, dass im Grunde schon so eine Kleinigkeit, wie von einer Frau verlassen zu werden, reicht um ihm das Fundament unter den Füßen wegzureißen. In Wahrheit meidet er den sozialen Kontakt unbewusst, um nicht in dieselbe Situation wie bei Evelyns Verschwinden zu geraten. Sobald Chaos in seinem Leben Einzug halten würde, wäre Hans nicht mehr der Gott, für den er sich jetzt hält.

VII. Akt

Hans versinkt im Selbstmitleid, weil er nach vielen Jahren harter Arbeit bemerkt, was aus ihm geworden ist. Zum ersten Mal beginnt er sich ernsthaft mit seiner Vergangenheit auseinander zu setzen und auch die Vorbildrolle seiner Eltern in Frage zu stellen, an denen er sich ja immer wieder orientierte. Die Art seines Vaters mit dem Berufsleben umzugehen und die Art der Mutter mit einer Beziehung umzugehen. Zunächst geht Hans im Hass auf seine Eltern auf und bereut von eben diesen Eltern geboren zu sein. Am liebsten würde er sich an ihnen rächen. Dabei kommen ihm die Erinnerungen hoch, wie ich sich schon als Kind an seinen Peinigern in der Schule rächen wollte. Ebenso entwickelt er einen Hass auf all die Eltern seiner ehemaligen mobbenden Mitschüler. Er denkt darüber nach, dass es das vernünftigste wäre, wenn einfach gar keine Kinder mehr geboren werden würden, damit keiner mehr etwas an der Erziehung von Kindern falsch machen kann. Doch indem er erkennt, dass seine Eltern am Ende genau so fehlerhaft waren, wie andere Eltern und er darum nicht alleine ist, schließt er Frieden. Er erkennt, dass Eltern keine Götter sein können und auch nur von inneren Dämonen angetrieben werden, so wie jeder Mensch.

VIII. Akt

Hans erkennt seine Verantwortung selbst einen Mittelweg zwischen den Extremen seiner Eltern zu finden.

Hans erkennt beim Nachdenken außerdem, dass Menschen wie Evelyn nicht zu helfen ist, wenn sie sich selbst nicht helfen wollen. Die bisher perfekt geglaubte Traumfrau aus Jugendtagen in ihrer tragischen Opferrolle, ist eigentlich selbst Täter ihres Unglücks, so wie Hans selbst es auch war. Am Ende ist Evelyn ein normaler Mensch wie jeder anderer.

Zum Schluss sehen wir noch einen neuen Hans, der eine tiefenpsychologische Therapie beginnt und sich daran erfreut seine Vergangenheit aufzuarbeiten, auch wenn er mittlerweile ein alter Mann ist.


Sonstiges / Milchmädchenrechnungen

Diese "Inhaltsangabe" umfasst 1600 Wörter. Würde man sie erfolgreich in 4 hebige Strophen mit je 4 Versen "umdichten", wären das 80 Strophen. Würde ein Gedicht im Durchschnitt 4 Strophen besitzen, so wären das 20 Gedichte.

Also haben wir hier eine Arbeit von mindestens 20 Gedichten vor uns und eine beliebige Zahl nach oben offen.

Denkbar wäre natürlich auch, dass es 1 Strophige Gedichte gibt, in denen der Erzähler immer das nachfolgende Gedicht im Voraus kommentiert. Diese Option würde vorallem dann in Betracht kommen, wenn man davon abweicht durch das Metrum die Perspektive des Sprechers zu bestimmen.
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Alt 21.10.2014, 23:21   #2
Black Raziel
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Update Hinweis für alle, die bereits gelesen haben. Am Anfang des III. Akts lernen sich Evelyn und Hans ursprünglich im Internet kennen. Das passt besser in die Atmosphäre dieser Welt und gibt Hans Problemen noch mehr Plastizität.

(vorher lernten sie sich nur "zufällig" im Park kennen. Das ist unglaubwürdig und langweilig)
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