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Alt 13.04.2014, 10:15   #1
Lailany
Kiwifrüchtchen
 
Benutzerbild von Lailany
 
Registriert seit: 23.05.2009
Ort: nördlich von Auckland/Neuseeland
Beiträge: 933
Standard Lailanys Tintenkleckse

DER TOD IM SPIEGEL (Odenstrophe)

Tändle, schmücke dein Haar. Sinnliches Lippenrot
lockt den nächtlichen Gast. Sein ist der letzte Tanz.
Ahnst du, wer um dich buhlte?
Lautlos naht dir der Schattenfürst.

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ES LENZELT (Terzinen)

Der Frühling ließ sich diesmal lange bitten.
Wir konnten kaum erwarten, ihn zu grüßen,
doch endlich kommt er an in Riesenschritten,

mit Blätterkrone, unbeschuhten Füßen,
gefolgt von Windesmädchen, Elfen, Feen,
samt seiner Kinderschar, in ihren süßen,

geblümten Kleidchen niedlich anzusehen.
Er öffnet lachend Farb- und Nektartöpfe
und pinselt allen keck im Handumdrehen

Gestreift-, Getupftes auf die grünen Köpfe,
malt Sonnenkringel in den jungen Rasen,
wirft Silberfäden über braune Schöpfe,

flicht Weidenkörbe für die Osterhasen.
Er pustet Liladuft in Veilchen, Flieder,
bestäubt mit Pollengold auch Menschennasen
und steckt Frau Holle einen Kuss ins Mieder.

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SIEBEN WÜNSCHE

Sie hatte sieben morsche Brücken überschritten,
die Zeit schien reif. Sie wähnte sich beziehungsweise
und schickte ihre sieben Wünsche auf die Reise,
bevor sie nach und nach der müden Hand entglitten.

Er ahnte nichts von ihren Zweifeln und Gedanken,
gesammelt, hingekritzelt in nur sieben Strophen;
zu wenig für den regen Geist des Philosophen,
zu viel für ihres Bootes dünne Planken.

Die Segel hart im Wind fuhr sie auf sieben Meeren,
warf über Bord die Schuldenlast von sieben Leben,
um aus den Tiefen das ersehnte Gut zu heben -
mit Siebenmeilenstiefeln die Distanz zu queren.

In sieben Tagen ist die alte Welt entstanden.
Wie lange dauert es, die bessere zu gründen?
Sie schwieg und trug das Feuermal der sieben Sünden.
Die Wucht der siebten Welle ließ die Botschaft stranden.

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WIEDERKEHRENDES AUS DER TOSKANA(Ritornelle)

In der Kapelle
Die Kerze, Herr, hab ich dir schon gespendet.
Nun schick mir per Express die Ritornelle.

Hibiskusblüte
Wie stolz du prunkst im Haar des Inselmädchens,
um dessen Gunst ich mich vergeblich mühte.

Knorrige Reben
Im Herbst erst werden euch die Dichter preisen,
wenn sie die goldgefüllten Gläser heben.

Venusfalle
Gerüchte munkeln, du wärst Kannibale -
lockst Missionare an und frisst sie alle.

Purpurglöckchen
Sobald der Lenz dich küsst, du lieblich Schöne,
hebst du mit Anmut dein Flamencoröckchen.

Welkende Rosen
seid letzter Gruß für die vergessne Seele,
die Frieden fand im Land der Namenlosen.

Bärlauchstängel
Ein "Guten Morgen!" aus erlauchtem Munde
ist Sitzplatzgarantie im Busgedrängel.

Duftloses Veilchen
Dein tiefes Blau verziert mein linkes Auge.
Ihn warf ich raus. Du bleibst mir noch ein Weilchen.

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ALLES IST HIN... (Chevy Chase Strophe)

Es lebte einst, schon lang ists her,
im Donaustädtchen Wien,
zur schlimmen Zeit der Pestilenz,
der liebe Augustin.

Der lustig kecke Vagabund
war hold dem Schnaps und Wein.
Er nannte weder Gold noch Gut,
noch einen Heller sein.

Bekannt, beliebt bei Jung und Alt,
ob reich, ob Lumpenpack,
für jeden musizierte er
auf seinem Dudelsack.

Der Schwarze Tod ging um im Land,
er raffte Mann und Maus,
hielt reiche Ernte in der Stadt,
besuchte jedes Haus.

Den Vätern Wiens blieb keine Wahl,
der Toten Zahl war hoch;
man kippte von den Karren sie
vorm Stadttor in ein Loch.

So kam es, dass der Augustin
nach stramm durchzechter Nacht,
am Morgen in dem Massengrab
voll Schrecken aufgewacht.

In blankem Grauen war ihm klar,
das war kein Schabernack,
drum blies in schierer Todesangst
er laut den Dudelsack.

Die Totengräber hörten ihn
und zogen ihn heraus.
Der Stadtrat lud zum Umtrunk ein
ins noble Ratsherrnhaus.

Wer Bruder Hein ein Schnippchen schlägt
wie einst lieb Augustin,
dem singt man heut noch gern ein Lied
im wunderschönen Wien.

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NORDWIND

Tritt ein, du weit gereister alter Bote,
umarme mich und kühle mir die rote,
von Fieberrosen übersäte Wange.
Sag ihm, dem greisen Schatten, der schon lange

geduldig wartet, ich will seine leisen,
doch strikten Worte nicht mehr von mir weisen.
Soll er es sein, der aus dem Stundenglase
den Sand verstreut und du, Freund Nordwind blase

ihn hin zum Rastplatz aller Wanderjahre,
wo meines Schaffens Reichtum ich verwahre.
So trage mich in dieser einen Stunde
und trink den letzten Hauch von kaltem Munde.

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DAS WESEN

Sein Schöpfer erkor ihn zu wichtiger Rolle,
die Tageslicht scheut und die Nächte erhellt.
Am Acker, mit triebhafter Umsicht bestellt,
verstreute er Samen in fruchtbarer Scholle.

Bald keimten und wucherten Bosheit und Habgier,
die Eifersucht blühte, er düngte den Neid.
Es reifte die lüsterne Freude an Leid,
die Geilheit an Folter von Mensch und Getier.

Er biss mit Verachtung in eigene Narben
und tränkte mit Blut die dämonische Saat.
Der Zeitpunkt der Ernte, er ahnte es, naht.
So schnitt er die Ähren und band sie zu Garben.

Geflügelt vom Pesthauch gekreuzigter Kröten
erhebt sich das Wesen, wie Vater, so Sohn;
gezeugt in der Schale - erfolgreicher Klon,
ein Werkzeug, geschaffen für eins nur - zum Töten.

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RAUCHER VS NICHTRAUCHER

Ordnung muss sein bei den Prioritäten!
Rauchfähnchen in den Balkonblümchenwelten?
Was ist mit Alkohol-, Drogenproblemen?
Lasst ihr die als Kavaliersdelikt gelten?

Zuckt ihr die Schultern zu halbstarkem Pöbel?
Dreht ihr euch um, wo sie stänkern und johlen?
Während die Straßen zu Schlachtfeldern werden,
labert ihr erstmal die Rauchfrei - Parolen.

Lest ihr in Zeitungen über die Opfer,
keiner dabei, den ihr liebt oder kennt?
Denkt ihr auch manchmal an die, die betroffen?
Wohl nicht genug, da ihr blauäugig pennt,

wenn aus dem Blechsalat an eurer Ecke
jemand um Hilfe schreit, blutend, verletzt;
unter der Haube PS und Promille -
juckt nicht - ihr habt eure Messer gewetzt:

'Weg mit dem Rauchergesindel, dem bösen!
Qualmend verpesten sie unsere Luft!'
Lasst euch versichern, mein glimmender Stengel,
bringt nur mich selber in Grab oder Gruft.

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WAS DIE SONNTAGSSCHULE NICHT LEHRT

Dass Wild sich gern am Schontag suhle,
lernt Lieschen in der Sonntagsschule.
Sie fürchtet Mutters harte Zügel,
ihr Heimweg führt durch zarte Hügel.

Dort schaut sie gern nach zagen Rehen,
doch aus dem Grase ragen Zehen!
Zwei Knaben lieben's lose heute,
sie tragen keine Hose, Leute!

Das Lieschen rümpft die Röselschnute,
den Knaben schrumpft die Schnöselrute.
Dann fragen sie die Schleifenrange:
"Sag, kennst du schon die Reifenschlange?

Gott schuf sie sich beim Regensammeln
und lässt sie jetzt mit Segen rammeln."
Obwohl sie blöde Lügen hatten,
das Lieschen steht auf Hügellatten

und greift sich, typisch Rummelstute
sogleich die erste Stummelrute.
"Mal schaun, ob eure trauten Flöten
auch Sonntags und bei Flauten tröten."

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HAUS DES GLÜCKS(Sonett)

Als wir die Jurte gegen Schindeln tauschten,
gestärktem Linnen weißem Sand den Vorzug gaben,
erwuchs der Wunsch, statt Beeren uns mit Brot zu laben,
an einem Ort, wo sich Gardinen duftig bauschten.

Wenn Stürme tobten, Brecher an die Dämme rauschten,
die Möwen kreischten, aufgescheucht von wilden Raben,
ermaßen wir des trauten Herdes reiche Gaben,
indem wir still dem Pulsschlag der Gezeiten lauschten.

In steter Zweisamkeit bewachten wir ein Feuer,
das kalte Hände wärme, Gesternängsten wehrte.
Gepflanztes Immergrün umrankte das Gemäuer,

dem ich einst rast- und ahnungslos den Rücken kehrte.
In Glut verglimmt die späte Lust auf Abenteuer -
im Haus des Glücks, das uns die wahren Werte lehrte.

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LOGIK

Vom Christkind wünscht sich Steppke Andy,
kein Dreirad, nein - er will ein Handy!
Die Mutter kriegt er rum beizeitlich,
doch Vater zeigt sich schwierigkeitlich.
"Du kennst doch keinen! Bist erst Vier!
Und die du kennst, die wohnen hier."

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DANKSAGUNG

Wer lässt im All Gestirne kreisen
haucht den Planeten Leben ein
gibt Wasser und die Luft zum Atmen
und Sonnenlicht für jedes Sein.

Wer schenkt die Farbenpracht dem Maler
den Sängern Alt und Bariton
führt Musiker ins Reich der Töne
zeigt Sehenden die Vision.

Wer haucht Gefühle in die Seelen
wer wischt die Kinderaugen blank?
Des Lehens Wert ist unermesslich -
ich sag in stillen Stunden Dank.

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ZERFALL

Die Seeleneingangstore sind geschlossen.
Zu Markt getragen ist die dünne Haut.
Gefühle sind zu schwarzem Eis gefroren,
die Nacht verschlingt den letzten Klagelaut.

Der schwere Regen klopft an blinde Fenster.
Erinnerungen schwelen in der Glut.
Der Krug der Träume liegt in tausend Scherben.
Aus Wänden kriechen Schatten böser Brut.

Die fetten Spinnen weben fahle Netze,
dort, wo Enttäuschung dumpfen Hass gebiert.
Das Fundament zerfällt und Grauen senkt sich
auf die Ruine, wo der Tod regiert.

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THRONFOLGE

Der Herbst schließt leis die Farbpalette,
küsst Abschied nehmend noch ein Blatt,
das in der Winde groben Treiben
sein Leben längst verloren hat.

Gespenstergraue Nebelschwaden
ziehn wabernd über Flur und Wald;
der Winter naht im weissen Kleide,
sein Rauhreifatem glitzert kalt.

Die Ernte lagert in den Scheunen,
das Feuer im Kamin entfacht,
verklungen sind die Dankeslieder,
der Tag, er schenkt sein Licht der Nacht.

Noch einmal schwingt der Herbst das Zepter,
denn Bruder Winter wartet schon,
verneigt sich tief, nimmt es entgegen,
besteigt gemächlich seinen Thron.

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DIE GÖTTLICHE FLÖTE(Kanzone)

Als Schönling galt er wahrlich nicht
im hehren Kreis der Götter.
Sein wildes Haar und Bartgesicht
gab reichlich Stoff für Spötter.

Auch Ziegenfüße ernten keine Preise,
doch war der Faun beliebt und wohl bekannt,
denn spielte er auf zauberhafte Weise
die Flöte, lauschte jeder wie gebannt.

Das Hirtenvolk hat ihn verehrt
als Gott von Wald und Wiesen,
die Damen haben ihn begehrt,
sein Instrument gepriesen.

Was ist die Quintessenz aus der Geschichte
vom Flötenspieler Pan, halb Mensch halb Tier?
Sie liefert mir ein Thema für Gedichte
und Neuerkenntnis über Manneszier.

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WAAGEMUTIG

GeSchneuzelt, GeSchnitzelt, GeSchnetzelt imKopfe,
VerTrödelt, VerÖdelt, VerKnödelt im Topfe,
VerBlibbert, VerBlubbert, 1VerbEi VerSchaukelt,
GeKnuddelt, GeNudelt, GeSprudelt, GeGaukelt.
VerMessert, VerSpargelt, VerBrüsselte SpitzChen,
GarNiert, sehrVerSiert + SerViert ist m1 WitzChen.

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WOCHENABLAUF EINES SILBENKLIMPERERS

Am Sonntag bin ich kirchengänglich,
doch montags äußerst tatendränglich.
Ein Dienstag ist nur mäßig wichtig,
der Mittwoch erst ist reimepflichtig.

Am Donnerstag wird metrisiert,
das Stückwerk freitäglich poliert.
Nach dem Fünftagerumgefummel
bleibt nur mehr ein Metapherstummel;

drum bin ich samstags unempfänglich
und sonntags wieder kirchengänglich.

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AUF DER PIRSCH

Täglich tanzt auf flotten Sohlen
er im Lonely Heart Verein,
checkt die Chancen, grinst verstohlen,
drängelt vor und swingt sich ein.

Hurtig spinnt der Herzensfänger
seine Fäden klebrig, fein,
werden dann die Schatten länger,
sprüht er Charme und teuren Wein.

Breites Jacketkronenlächeln,
Zeit für Schampus eisgekühlt,
hat er doch beim ersten Schwächeln
schon ein Portemonnaie befühlt.

Frisch sind nur die Botoxwangen,
Haarschopf silberblond gebleicht,
Titten talwärts abgehangen,
doch die Geiß ist pflegeleicht;

wirft mit kessem Blick das Handtuch,
wähnt begehrt sich, auserwählt,
locker sitzen String und Bankbuch,
letzteres ist das, was zählt.

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NACHTGESCHÖPFE

Ganz zaghaft regt es sich in den geheimen Ritzen
der Mauer, die aus Alltagsgraugestein errichtet,
fragile Fühler tasten, suchen ängstlich
den Fluchtweg in ein kurzes Schattenleben.

Sie scheuen Tageslicht und allzu forsche Blicke,
sind zarte Wesen, namenlose Silhouetten.
Im fahlen Schein der blassen Silbersichel
entfalten sie die transparenten Flügel.

Das erste schlüpft aus der zu eng geword'nen Hülle,
schon folgen mehr -
gemeinsam sind sie stark, sie fliegen
im Schutz des Schwarms in unbenannte Sphären.
Der Tod spannt seine morgenroten Netze.

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GERICHTSTAG

Der Hohe Rat hat heut sich eingefunden,
um sich im Saal der Wahrheit zu formieren,
die Sonne dunkelt, um ihm zu hofieren.
Anubis' Spruch ist nicht an Zeit gebunden.

Ein greiser Scherge misst des Schattens Weite,
zählt sorgsam die vernarbten Jahresringe,
knüpft Schlechtigkeiten, Lug und Trug zur Schlinge,
tritt tief gesenkten Hauptes an die Seite

der Göttin Ma'at. Sie befragt die Waage,
auf deren Schale Straußenfedern liegen.
Es gilt, ein Herz dagegen aufzuwiegen;
vom See des Feuers tönt der Ammit Klage.

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TEUFELSKREISROULETTE

Schlanker, wohlgeformter Körper, großgewachs'ner schöner Mann,
Blicke aus den dunklen Augen woben magisch ihren Bann.
Keine Zeit hat er verschwendet, falschen Charme gekonnt gezielt,
meine Seele sich genommen und damit Roulette gespielt.

Schwarze Zahlen schrieb sein Konto, Tränen buchten Zinsertrag,
ich erhöhte meinen Einsatz und verlor ihn jeden Tag.
Eifersucht und Egoismus, Grausamkeit, Besitzerstolz
formten mich zur Marionette - Fäden und poliertes Holz.

Als mein Widerstand gebrochen, wie ein dürrer Ast geknickt
war ich Spielzeug seines Willens und der meine längst erstickt.
Ichbewusstsein, Würde Stärke wurden stetig bombardiert
und die leere Hülle nutzte er als Hure, ungeniert.

Wenig blieb mir für den Einsatz in dem Teufelskreisroulette,
doch mit letztem Aufbegehren hab ich meinen Chip gesetzt.
Alle Schwellen überschreitend, angetrieben nur von Wut
wollte ich im Schlaf ihn töten - doch dann fehlte mir der Mut.

Kleiner Koffer und ein Flugschein, Handgepäck mehr Stolz als Geld,
Blick nach vorne, freiheitstrunken flog ich um die halbe Welt.
Ihm jedoch, dem Wolf im Schafspelz, Teufel mit dem Glorienschein
wünsch ich eine Fahrt zur Hölle - eine ohne Rückfahrschein.

In sorgsam stets geschürtem Feuer
verbrannte Holz, zurück blieb Stahl,
das letzte Spiel hab ich gewonnen.
Kein Blick zurück - es war einmal.

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TRAUMFRACHT

Träume kennen keine Grenzen,
reisen zoll- und portofrei
und im Traumgutheimathafen
gibt es Ankerplatz für zwei.

Pack sie voll mit deiner Liebe,
füll sie an mit unsrem Glück,
Küsschen drauf, 'return to sender'
schick ich prompt sie dir zurück.

Meine Sehnsucht steht am Fenster,
wartet auf der Träume Fracht,
konnten sie am Tag nicht landen,
kommen sie bestimmt heut Nacht.

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SCHNITTBLUMEN

Inmitten kleinkarierter, wohlverplanter Luftquadrate,
beengt von täglich neuem Maulkorbzwang und Freigeistschranken
hör ich nur deine nachbarschaftsgenehm gesenkte Stimme,
die mir die Muße stiehlt für Alltagsfluchtgedanken.

Ein Sonnenstrahl zwängt änstlich sich vorbei an Giebelgrenzen,
nur zögernd lassen häusergraue Wächter ihn gewähren.
Ich bitte ihn herein und weiß, er darf nicht lange bleiben.
Du sprichst noch immer, um das Regelwerk zu klären.

Ich schenkte dir die bunten Blüten und die jungen Knospen,
sie welkten schnell; du möchtest mehr, willst alles haben.
Doch keine Pflanze sprießt aus einem Stauß gepflückter Blumen
und ich bin nicht bereit, die Wurzeln auszugraben.

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DAS LETZTE POKERSPIEL

Sie altern schnell und sterben jung, die brandgemarkten Engel,
in Scharlachrot gekleidet steht der Teufel an der Wand.
Die Grabestiefe schluckt die Klagen der verkauften Seelen,
dem dunklen Ränkeschmied verschrieben als das letzte Pfand.

Gefärbtes Glas in Splittern ist das Stückwerk toter Träume,
verwaiste Lebenslust irrt ziellos durch die kalte Gruft,
die Hoffnungsgnome hängen nackt an rostzernagten Ketten,
Zersetzung und Verwesung schwängern süßlich alte Luft.

Der Gegner setzte hoch und spielte mit gezinkten Karten,
Vertrauen kalkuliert und hinters Licht geführt.
Die Endzeit kriecht in schwefelgelben Schwaden auf die Bahre.
Der letzte Stich - ein Todesstoß - der Sieger wird gekürt.

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GRAUSAMER GEBIETER

Mit eiserner Hand führt der Tod die Regie,
der Vorhang hebt sich dir zur Ehre.
Du stehst auf der Bühne, ein nackter Statist,
umnachtet von lautloser Leere.

Der Herrscher gebietet zum Tanze dem Knecht,
der Wahnsinn eröffnet den Reigen.
Die Würde verkriecht sich im dunkelsten Eck,
die Scham ist verurteilt zum Schweigen.

Im künstlichen Aufwind steigst lachend du hoch,
die Klimax verbrämt deine Sühne,
doch Trugbilder stellen dir hämisch ein Bein,
der Ikarus stürzt auf die Bühne.

Du bist nur mehr Zaungast zum eigenen Ich,
dein Leben wird nutzlos zerrinnen,
du taumelst am Abgrund mit schwankendem Schritt,
es bleibt keine Zeit zum Besinnen.

Entfessle den Willen, nimm auf diesen Kampf,
der schwieriger ist, als du dachtest.
Sei sicher, wir alle stehn mit dir im Ring,
wenn du diesen Götzen entmachtest.

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SYNAPSENDILEMMA (Schweifreim)

Das Defizit der Genanlage
ist mir, mit Goethe nicht verwandte,
mehr papper als lapapp.

Was zählt, ist einzig die Courage;
ein Liter Schnaps mit viel Spumante
bringt das Genie auf Trab.

Gleich lege ich die Wortdrainage
vom Zellenblau zur Schreibtischkante,
schon plätscherts, schwippdischwapp.

Das Stadium der Kampfansage,
ein Muss für lyrisch Dominante
erreiche ich vorab.

Die Quintessenz der Themenfrage,
bei der mir eingangs Übles schwante,
verfehle ich nur knapp.

Beim nächsten Schritt, der Sinnzuwaage (mit der ich mich nur ungern plage)
fällt mir nicht nur das Redundante
vom Pappenstil herab,

drum dichte ich die Verscorsage
in Spreiz- und Senkfußvariante
mit Inversionen ab.

In Anbetracht der Vollblamage
bei diesem Werk für Hirnverbrannte
macht mein Prozessor schlapp.

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VERBOCKT

Hier sitzt du in deinen durchlöcherten Socken
mit hängendem Kopf und in trotzigem Brüten,
ach bitte erspar mir dein kleines Lamento,
die Tränen und weichlichen Feuchtplatitüden.

Du wähltest die Schuhe, die niemals dir passten,
den Mantel im Wind schieltest du nach Podesten
und lecktest den Speichel der Großmaulelite,
warst dort der belächelte Narr bei den Festen.

Suhlst wehleidig dich jetzt in eigener Gülle?
Die Peinlichkeit kannst du dir wirklich ersparen.
Der Zug, auf den heute du aufspringen wolltest
ist samt deiner Frau schon längst abgefahren.

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HIMMELSSTÜRMER

Nomadenblut fließt heiss in meinen Adern,
geknebelt pressten sie mein Ich in Zwänge,
im Zwielicht sah ich ferne Sonnenhänge
und fing mit meinem Schicksal an zu hadern.

Im Schutz der Nacht entfloh ich dem Gefängnis.
Das Morgengrau enthüllt des Berges Spitze,
am Gipfel lüpfte jauchzend ich die Mütze,
vergessen waren Not und auch Bedrängnis.

Die Wege führten mich in fremde Länder
und Freiheit sog ich ein in tiefen Zügen,
um windgebettet himmelwärts zu fliegen.

Beim Aufstieg löste ich die letzten Bänder,
den Blick nach oben, wo die Götter wohnen.
Ich bete still, dass sie mich reich belohnen.

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ELVIS LE(I)BT (Ghasele)

Ich schwöre es beim Grabe meiner Mama
und simste schleunigst an Barack Obama
'Der Elvis Presley kam mich heut besuchen,
im rosa Cadillac und Samtpyjama.'

Die ganze Chose platzte aus den Nähten.
"War wohl zuviel der Köstlichkeit aus Parma,
sowie der Hammelbratenschlemmereien
auf wilden Tupperparties bei Osama..."

erklärte er mit kess geschürzter Lippe.
Die Pfunde wären wichtig für sein Karma,
das er im Wüstensand zu finden hoffe
beim Lamaritt mit Kumpel Dalai Lama.

Gerade, als er mir den Pelvis zeigte,
kam meine Olle heim - Mann, jetzt gibts Drama...!
Ich rief noch Tschüss und wies im schnell die Richtung
zum Sushininjafest in Yokohama.

Rollt er dort an, wird jeder sich verneigen,
doch keiner sieht dann mehr das Panorama.

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STRAND (Elfchen)

Strand

Muscheljäger
sammeln eifrig
schaufeln im Sand
vergessen Zeit und Raum
Sonnenbrand

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DER GEMEINE OKTO (in Zusammenarbeit mit J.Kusstoh)
Achtzeiler oder Okto

In den Korallengärten seines Riffes trägt er Rot,
bleibt bis zum Frühling passionierter Einzelgänger.
Wenn er in Meerestiefen taucht, nach Schnecken grundelt,
es oben wogt und stürmt, ist seine Welt im Lot.
Er zwängt sich in die kleinsten Spalten, färbt sie blau.
Acht Arme hindern ihn daran, ein Hemd zu tragen.
Drei Herzen würden schmerzen, hätt er Liebeskummer,
drum bleibt er Junggeselle, denn ein Oktopus ist schlau.

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DORNEN

Scharfe Dornenspitzen dringen
grausam tief in dünne Haut,
schwarzes Blut tropft aus den Wunden,
deine Ränke sind durchschaut.

Stricke schnüren immer enger,
keine Luft zum Atmen mehr,
mühsam unterdrückte Tränen,
deine Lügen wiegen schwer.

Gift fließt ätzend durch die Adern,
Fragen kommen längst zu spät,
gut gezielt sind deine Hiebe,
was dein Lächeln mir verrät.

Gallenbitter schmeckt die Ohnmacht,
lässt für Worte keine Zeit,
schwarze Schatten kriechen näher,
deine Willkür macht sich breit.

Du setzt an zum Todesstoße,
Siegerlachen im Gesicht.
Kalt verraten, totbetrogen
geh ich - Hure bin ich nicht.

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OBDACHLOS

Das Tor zu Garten Eden ist verschlossen,
mein Schlüssel ging im Wortgestrüpp verloren.
Du schlichst dich heimlich fort bei Nacht und Nebel,
auf den so sorgsam angelegten Pfaden.

Die Heckenrosen flechten sich zu Kränzen,
Gemeinsamkeiten fangen an zu modern,
der welke Blumenstrauß erzählt ein Märchen
von deinen Gründen, nicht Lebwohl zu sagen.

In seinem aschegrauen Morgenmantel
trägt sich das greise Gestern heut zu Grabe.
Der Schattenfürst hat Räume zu vermieten,
ein Stehplatz ist noch frei im Fegefeuer.

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EISZEIT

Feuer hielten wir in Händen
spielten damit unbefangen
zählten lachend Wolkenschäfchen
küssten uns an Zeitlosstränden.

Wollten Zukunftsseide weben
und sogar den Mond bereisen
windgebettet Freiheit trinken
sonnenselig Liebe leben.

In dem Rausch der Lustgefühle
trunken von dem süßen Nektar
schien uns weit entfernt das Morgen
unbemerkt kam Nacht und Kühle.

Sterne wollten wir verzieren
übermütig, stolz und töricht
heute suchen wir nach Funken
dass wir nicht an uns erfrieren.

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SELBST GEMISCHT

Hey Glück, hör zu
ich hab die Schnauze voll von all dem Hoffen, Bangen,
deswegen hole ich mir selber ein paar Augenblicke,
treibt dieser Plan auch Schamesrot in meine Wangen.

Hey Glück, glaub nicht
dass ich mein Tun auch nur im mindesten bereue,
ich werd die Zäune der Moral noch heute überspringen,
auch wenn ich Feigling selbst die Konsequenzen scheue.

Hey Glück, schweig still
ich komme klar mit mir als Zufallsegoisten
und sind es auch nur einige gestohlene Momente,
ich nehme teil am Hochseiltanze der Artisten.

Ab morgen, Glück
werd ich gewohnheitsüberdrüssig wieder warten,
auf dich, du unberechenbarer Gast mit Starallüren,
doch heute mische ich mir selbst die Zukunftskarten.

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DU BIST

Du bist der Fallschirm meines Mutes,
das Sprungtuch für den Hochseilakt,
dein Arm führt meine zagen Schritte
im Tanz in wohlvertrautem Takt.

Du bist die Nische zum Verweilen,
wenn meine Seele Auszeit nimmt,
mit sich'rer Hand entfachst du Feuer,
wo nur noch Glut in Asche glimmt.

Du bist der Hüter des Versteckes,
in dem mein Ich verborgen liegt,
mein Dank an dich - drei alte Worte,
wenn Seele sich an Seele schmiegt.

(alternative 2. Strophe)
Du bist der Anker in der Strömung,
das helle Licht der Vollmondnacht,
verscheuchst die alten Plagegeister
und lässt sie nicht mehr an die Macht.

************************************************** **************

LOLITA

Fast jede Nacht steht sie in dunklen Gassen,
zu grell geschminkte Lippen leuchten rot,
die Arme übersät mit schwarzen Flecken
und ihre Augen ohne Glanz und tot.

Ein Zufall brachte ihr den ersten Freier,
von ihrer jungen Schönheit angetan;
sie fror, cold turkey in der Bahnhofshalle,
er bot verstohlen ein paar Scheine an.

Mit derber Geilheit nahm er ihren Körper,
ihr Schmerz, sowie ihr Flehen ließ ihn kalt,
die Unschuld pflückte er mit harten Händen.
Sie war die Hure - er hat sie bezahlt.

Mit Rock und Bluse, Spangen in den Haaren,
ihr Elend schlecht getarnt in ihrer Brust,
steigt sie am Morgen müde in den Schulbus.
Nachts wird sie wieder Spielzeug fremder Lust.

************************************************** **************

DOT.COM BULLY

Vor Bullbass, dem dottigen ComMODler stand
Lailany im Büßergewande,
Gerichtsdienerin war EULandE.
"Was wolltest du mit dem Antwortgedicht?"
so motzte der CoSack mit Lany, dem Wicht.
"Die Muse hat mich überfallen..."
Man sah Bullys Fäuste sich ballen.

"Das lass ich nicht gelten! Man will das hier nicht!"
gab BarBull der Lai zu verstehen.
"Gogolische Winde hier wehen!
Du undichte Made, kriech runter vom Schlauch!"
schrie Bassy (kein Bulbchen von edlem Gelauch).
"Ich kann deine Ausreden wittern.
Du hast fünf Minuten zum Twittern."

"Herr Bullbar, ich sag's dir in Ohr und Gesicht:
Es lebe die Freiheit der Dichter!"
(Das freute das Sabbergelichter)
"Ich weigere mich gegen Antwortverzicht,
ob das in dein MODspielchen passt oder nicht.
Die Meinung in Worte zu fassen,
das musst du schon mir überlassen.

Der Zweck, er rechtfertigt mir Mittel und Stil
und krümmen im Text sich die Worte,
gibts dafür von mir keine Torte.
Für Nullpoesie gibts als Antwort nicht viel,
Null Tadel, Null Lob und auch Null, ob's gefiel.
Hab fertig. Nun ruf deine Mannen,
es gilt, einen Quergeist zu bannen."

************************************************** *

SCHLAF KINDLEIN, SCHLAF...

Sie hat das Schweigen wie ein Laken über sich gezogen.
Mit klammen Fingern zerrt sie an den schweißverklebten Haaren.
Von heißer Stirn läuft grelles Scharlachrot in dünnen Schlieren.
Sie starrt auf die bizarren Muster auf den weissen Kissen.
DER VATER HÜT' DIE SCHAF'...

Sie hadert mit dem Gott der längst vergang'nen Kindertage,
versucht, in Vollmondnächten die Dämonen zu beschwören,
lauscht wie gebannt dem Raunen aus den Schattenwelten.
Der alte Spielmann mit der bleichen Fratze schlägt die Laute.
DIE MUTTER SCHÜTTELT'S BÄUMELEIN...

Die helle, so vertraute Stimme wispert ihren Namen.
Sie folgt dem Ruf, so schnell sie ihre schwachen Beine tragen.
Im Morgengrau erreicht sie seine nasse Ruhestätte.
Der Kahn des greisen Fährmanns liegt im Ufersand vor Anker.
ES FÄLLT HERAB EIN TRÄUMELEIN...

Bereit, den Handel für die Fahrt mit Charon abzuschließen,
speist sie die Opferschale mit den glänzenden Rubinen,
die träge, warm aus ihren hingestreckten Armen fallen -
der Fahrpreis für die Reise in das Land der Namenlosen.
SCHLAF KINDLEIN, SCHLAF...

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MASKERADE

Mit reichlich Hoffnung bin ich bei dir eingezogen,
in den Palast, den du auf Treibsand aufgebaut.
Solide schienen mir die kahlen Wortfassaden,
doch hinter die Kulissen hab ich nicht geschaut.

Die Silbervasen fülltest du mit Blumensträußen,
Narzissen, weißen Rosen, leuchtend rotem Mohn;
sie waren wunderschön, doch als ich sie berührte,
fand ich heraus, sie war'n bemalter Pappkarton.

Die Lügen liefen vor mir her auf kurzen Beinen.
Sie wohnten mietfrei, drängten sich in jeden Raum,
sie krochen ungeniert sogar in meine Kissen
und stahlen mir des Nachts den letzten bunten Traum.

Erkenntnisfrüchte fielen von den hohen Bäumen,
ich aß mich satt, sie waren überreif und groß;
sie stärkten mich, die Maskerade zu beenden.
Heut werf' ich dir die Narrenkappe in den Schoß.

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"Manchmal ist es so demütigend, ein Mensch sein zu müssen..." Erich Kykal

Geändert von Lailany (08.05.2021 um 22:34 Uhr)
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Alt 19.05.2015, 21:10   #2
Erich Kykal
TENEBRAE
 
Benutzerbild von Erich Kykal
 
Registriert seit: 18.02.2009
Ort: Österreich
Beiträge: 8.570
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Hi, Lai!

Ist das ein Art "Best-of" aus früheren Zeiten?

Ich habe noch nicht alles gelesen, werde dies aber nachholen! Wunderschöne Gedichte!

Keine Ahnung, warum dies noch niemand kommentiert hat. Oder sollte man etwa nicht? - Nein, ich MUSS dir sagen, wie gern ich dies entdeckt und genossen habe!

LG, eKy
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Weis heiter zieht diese Elend Erle Ute - aber Liebe allein lässt sie wachsen.
Wer Gebete spricht, glaubt an Götter - wer aber Gedichte schreibt, glaubt an Menschen!
Ein HAIKU ist ein Medium für alle, die mit langen Sätzen überfordert sind.
Dummheit und Demut befreunden sich selten.

Die Verbrennung von Vordenkern findet auf dem Gescheiterhaufen statt.
Hybris ist ein Symptom der eigenen Begrenztheit.
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Alt 16.07.2022, 06:47   #3
Lailany
Kiwifrüchtchen
 
Benutzerbild von Lailany
 
Registriert seit: 23.05.2009
Ort: nördlich von Auckland/Neuseeland
Beiträge: 933
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Lieber Eky,
ich weiss nicht, ob man hier kommentieren soll oder nicht... aber bin recht zuversichtlich, dass es ok ist.
Freut mich ganz toll, dass du an meinen alten Dingsern Gefallen fandst.
Danke!

LG von Lai
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"Manchmal ist es so demütigend, ein Mensch sein zu müssen..." Erich Kykal
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