Gedichte-Eiland  

Zurück   Gedichte-Eiland > Gedichte > Stammtisch

Stammtisch Gesellschaft, Politik und Alltag

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
Alt 06.09.2019, 12:23   #1
Erich Kykal
TENEBRAE
 
Benutzerbild von Erich Kykal
 
Registriert seit: 18.02.2009
Ort: Österreich
Beiträge: 8.301
Standard Geschichtsstunde

Erzähle, Vater, mir von alten Zeiten,
als man noch wusste, was die Stunde schlägt,
was richtig ist und was der Mensch erträgt
an wunden Wichtigkeiten, die ihn leiten.

Als alles Zorn war, als der Sieg noch heilte,
und Menschen schwanden unter blankem Hass,
als rot die Himmel und die kalte Erde nass
vom Blute waren, das man dort verteilte.

Wo liegt die Wahrheit, die wir gerne glauben,
und was bedeutet Menschlichkeit? Wir wachsen
am meisten dort, wo wir uns alles rauben,

und träumen doch von stillen Paradiesen.
Was treibt uns weiter, wer bewegt die Achsen
der Ewigkeit in geistigen Verliesen?
__________________
Weis heiter zieht diese Elend Erle Ute - aber Liebe allein lässt sie wachsen.
Wer Gebete spricht, glaubt an Götter - wer aber Gedichte schreibt, glaubt an Menschen!
Ein HAIKU ist ein Medium für alle, die mit langen Sätzen überfordert sind.
Dummheit und Demut befreunden sich selten.

Die Verbrennung von Vordenkern findet auf dem Gescheiterhaufen statt.
Hybris ist ein Symptom der eigenen Begrenztheit.
Erich Kykal ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.09.2019, 11:24   #2
Trauerdichter
El capitán
 
Benutzerbild von Trauerdichter
 
Registriert seit: 08.12.2009
Ort: Früher Berlin, heute Darmstadt
Beiträge: 546
Standard

Hallo Erich,

so wie Du meine Apostrophe schrecklich findest, würde ich auch folgendes bei Dir verändern:

Zitat:
Erzähle, Vater, mir von alten Zeiten,
als man noch wusste, was die Stunde schlägt,
was richtig ist und was der Mensch erträgt
an wunden Wichtigkeiten, die ihn leiten.

Als alles Zorn war, als der Sieg noch heilte,
und Menschen schwanden unter blankem Hass,
als rot die Himmel und die kalte Erde nass
vom Blute waren, das man dort verteilte.

Wo liegt die Wahrheit, die wir gerne glauben,
und was bedeutet Menschlichkeit? Wir wachsen
am meisten dort, wo wir uns alles rauben.

Wir träumen doch von stillen Paradiesen.
Was treibt uns weiter, wer bewegt die Achsen
der Ewigkeit in geistigen Verliesen?
Denn so ist jede Strophe eine abgeschlossene Sinneinheit.

Aber sehr gern gelesen, dieses Sonett. Weiter so^^

LG Alexander
Trauerdichter ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.09.2019, 14:44   #3
Erich Kykal
TENEBRAE
 
Benutzerbild von Erich Kykal
 
Registriert seit: 18.02.2009
Ort: Österreich
Beiträge: 8.301
Standard

Hi TD!

Vielen Dank, dass du dich dieses bisher unkommentierten Werkes annimmst!

Du hast recht - wenn man dem Konzept der sauberen Abgeschlossenheit folgt, so wäre das besser, wie du es schreibst.

Indes, ich habe kein Problem mit strophenübergreifenden Enjambements, vor allem dort, wo sie beim Vortrag den Sprachfluss positiv unterstützen und runden.
Im obigen Falle erspart es ein "Mit der Stimme heruntergehen Müssen" am Satzende.

Ist letztlich Geschmacksache, was man persönlich präferiert.

LG, eKy
__________________
Weis heiter zieht diese Elend Erle Ute - aber Liebe allein lässt sie wachsen.
Wer Gebete spricht, glaubt an Götter - wer aber Gedichte schreibt, glaubt an Menschen!
Ein HAIKU ist ein Medium für alle, die mit langen Sätzen überfordert sind.
Dummheit und Demut befreunden sich selten.

Die Verbrennung von Vordenkern findet auf dem Gescheiterhaufen statt.
Hybris ist ein Symptom der eigenen Begrenztheit.
Erich Kykal ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen


Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)
 
Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 22:58 Uhr.


Powered by vBulletin® (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2019, Jelsoft Enterprises Ltd.

http://www.gedichte-eiland.de

Dana und Falderwald

Impressum: Ralf Dewald, Möllner Str. 14, 23909 Ratzeburg