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Eine Reise durch das Unterbewusstsein Von Black Raziel

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Alt 08.11.2014, 14:15   #1
Black Raziel
El capitán
 
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Standard Eine Reise durch das Unterbewusstsein * work in progress * - VI. Akt

Eine Reise durch das Unterbewusstsein
- Eine Tragödie in acht Akten -


VI. Akt - Zurückgekehrt. Ein Titan kämpft sich zurück zum Olymp


Inhaltsangabe:
Während Hans so stark war sich trotz allen Erfahrungen in das Leben zurück zu kämpfen, ist er von der Begrenztheit seiner Mitmenschen enttäuscht. Denn jeder andere scheint schon für lächerliche Kleinigkeiten Aufmerksamkeit haben zu wollen. Doch da macht Hans nicht mit. Das braucht er nicht, er ist unbesiegbar. Er ist so was wie ein Übermensch. Jeglichen sozialen Kontakt der Vergangenheit hat er zugunsten seiner Arbeit abgebrochen. Auch auf der Arbeit verachtet er die sozialen Gesten seiner Arbeitskollegen, die für ihn nur von Schwäche und Unterwürfigkeit zeugen. Dabei ist Hans selbst mittlerweile ein sichtlich vom Leben gezeichneter Mann, der ständig vom Rauchen Husten muss, gesundheitlich angeschlagen ist und von allen gemieden wird. Bei seinem ganzen Größenwahn übersieht Hans, dass im Grunde schon so eine Kleinigkeit, wie von einer Frau verlassen zu werden, reicht um ihm das Fundament unter den Füßen wegzureißen. In Wahrheit meidet er den sozialen Kontakt unbewusst, um nicht in dieselbe Situation wie bei Evelyns Verschwinden zu geraten. Sobald Chaos in seinem Leben Einzug halten würde, wäre Hans nicht mehr der Gott, für den er sich jetzt hält.



Für Hans gibt es keinen Unterschied zwischen den Leichen, die er für die Hinterbliebenen herrichtet und den Umgang mit seinen Arbeitskollegen. Für ihn sind sie alle bereits gestorben und nur er kennt die Wahrheit über das Leben. Ein Einblick in seine Innenwelt:

Zitat:
Zitat von Hans
Der Farbensammler
- © Lailany -

Ich bin die Furcht, die schwarz aus Euren Tiefen bricht.
In meinem Dunkelgrau erlosch das Seelenlicht,
doch ließ von Eurem Angstschweiß ich mich zu Euch führen.
Wie immer mimt Ihr Abwehr, will ich Euch berühren.
Auch langweilt mich, wie Eure Zunge Lügen formt
im Dünkel, mehr zu sein als Fleisch, gerecht genormt.

Nicht, dass ich dessentwegen einen Umweg mache,
und Euch das zu beweisen, ist mir Ehrensache.

Von Lippen rollt ein Röcheln auf das Bett, zum Schrank;
zur Faust geballte Blicke - ist das Euer Dank?
An meiner Brust verschmelze ich die Silberaugen,
um Eure letzte Lebensfarbe aufzusaugen,
die Euch Ballast nur wäre auf des Schlafes Meilen.
Davon befreit dürft Ihr zur andren Seite eilen.


Doch was gibt Hans die Kraft so zu denken? Es ist das Vorbild seines Vaters natürlich:

Zitat:
Zitat von Hans
per aspera ad astra
- (c) Black Raziel -

Per aspera ad astra heißt
die Schlange, die sich selber beißt.
Die Wahrheit, der man nie entkommt,
die über allem andren thront.

Im Leben gibt es nichts geschenkt
und ist Dein Weg mit Leid durchtränkt,
dann wandelst Du den rechten Pfad,
den auch Dein Vater schon betrat.

Die Stärke, die man von ihm kennt -
ein Licht, das noch im Dunkeln brennt.
Die Stärke, die Dich nächtens rief
und ihn unsterblich werden ließ.

Wer sich sein Lebtag nicht feig schont,
wird mit Zufriedenheit belohnt.
Wer sagte, dass es einfach sei?
Erst Diziplin macht Menschen frei.

Die Wahrheit funkelt sternenklar,
doch wer macht sie durch Taten wahr?

Zitat:
Zitat von Erzähler
Wollen andre straucheln, fallen,
Du willst Dich in Felsen krallen.
Das Gipfelkreuz, ein hohes Ziel.
Ein Fokus, wie ein Projektil.
Per aspera ad astra preist
der Sohn, der wie sein Vater reist.

Und so ist dieses Kapitel in Hans Leben im Grunde nur eine Wiederholung des I. und des II. Aktes, wo Hans aus seinem Schmerz heraus denkt durch Arbeit und Selbstverleugnung seinem Leben einen Sinn geben zu können. Dabei verdrängt er nur sein Unbewusstes, was so die Vorlage für den VII. Akt liefert.

Hier am VI. Akt zeigt sich, dass sich Probleme immer wiederholen werden, solange sie nicht aufgearbeitet werden. Alles ist eine "Oktave" höher als zu Beginn, nur dass Hans diesmal nicht mehr das Steuerrad in der Hand behalten wird, weil er als Mensch doch nur beschränkte Kraft und Macht über das Leben besitzt. Aber das sieht unser Hans nicht.

Zitat:
Zitat von Erzähler
Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr
- (c) Black Raziel -

Ach, die einen sind halt Sonnenkinder,
doch des Tags ist Hans ein Blinder.
Hans kennt auch die heile Welt,
wenn ihm kämpfen nicht gefällt.

Aber

unter Mobbing aufgewachsen,
da erträgt er dieses Ufer
auf der andren Seite nicht
und mutiert zum Stürmerufer.

Gebt ihm seinen täglich Feind
und zum Rest der weiten Welt
ist der Hans ein treuer Freund,
der sich auch an Regeln hält.
Zitat:
Zitat von Erzähler
Abgeschnitten
- (c) Black Raziel -

Die geballte Faust in Deiner Tasche,
doch im Inneren nur weiße Asche.
Zu viel Ärger und zu wenig Wut:
zum Entfachen einer neuen Glut.

Zwischen resigniertem Vorwärtsschreiten
und dem Schwur nicht aufzugeben, reiten
tausend Teufel Huckepack auf Deiner
Seele. Doch erschien Dir niemals reiner,

klarer das Dilemma Deines Lebens,
als in einem Augenblick des Strebens
nach Erkenntnis. Zwar erahnst Du Schmerzen,

die - noch abgeschnitten - darauf warten
aufzukeimen im gefrornen Herzen.
Was Du darum tun sollst? Rätselraten...

Geändert von Black Raziel (11.12.2014 um 19:04 Uhr)
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