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Alt 06.07.2015, 05:22   #1
Falderwald
Lyrische Emotion
 
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Nur eine Phase der Zeit

Das neoliberale Drecksgesindel
des Schweinekapitals der gierig kranken
gewinnsuchtrekurrierten Terrorbanken
holt sich den Kick beim Etikettenschwindel.

Die Volksverräter hüten dieses Kindel,
denn Vorteil korrumpiert und die Gedanken
an den Gewinn geraten nicht ins Schwanken,
so flutscht des Esels Goldschiss in die Windel.

Die Wahrheit ist nur eine Lügenphrase,
die Konsequenzen werden unterschlagen,
doch das System ist eine große Blase.

Wenn diese platzt, platzt auch des Volkes Kragen
und schon beginnt die wirklich heiße Phase,
es wird den Abschaum dann zum Teufel jagen.

Falderwald
. .. .


__________________


Oh, dass ich große Laster säh', Verbrechen, blutig kolossal, nur diese satte Tugend nicht und zahlungsfähige Moral. (Heinrich Heine)


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Alt 06.07.2015, 15:50   #2
Erich Kykal
TENEBRAE
 
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Hi, Faldi!

Mit einem Begriff wie "Volksverräter" wär ich vorsichtig (um genau zu sein, ich mag ihn überhaupt nicht!), denn viele führen ihn allzu rasch im Munde, die sich gern für das "ganze Volk" halten - oder zumindest für dessen legitime Stimme!
Das hört man gern von Ausgrenzern, Rassisten, Ultrakonservativen - der ganze braune Klüngel, der sich so betont "deutsch" gibt und alles "Undeutsche" mit derlei und ähnlichen Begriffen belegt - als Totschlagargument.

Abgesehen davon kernig verfasst. Aber es ist doch immer so: Nach einem Kataklysmus installiert man eine neue Ordnung, man ist voller Tatendrang, etwas aufzubauen, alle packen mit an, man denkt an die (Volks-!!!)Gemeinschaft und fühlt sich als Teil von etwas Größerem.
Dann kommen Wohlstand, Sicherheit - und mit ihm die Gewinnler, die Abstauber, Schmarotzer und gewissenlosen Nutznieser eines sozialen Systems, das an der eigenen immer ausgefeilteren und überbordenden Bürokratie längst erstickt und damit quasi handlungsunfähig ist.
Werden die Missstände allzu akut, werden wieder naheliegende Sündenböcke gesucht (Ausländer, Juden, alle Kapitalisten in Bausch und Bogen, - kurz, eben den von dir erwähnten "Abschaum", ganz nach der jeweiligen Ideologie des jemand pauschal so Bezeichnenden ...), dann kommen die Progrome und dann eine Revolution - oder der neue "starke Mann"!
Der führt mangels gesundem Menschenverstand (nur Wahnsinnige und Komplexhaufen SUCHEN die Macht, um ihre hirnrissigen Ideologien zu verwirklichen oder ihr labiles Ego dran hochzuziehen! Da ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ein solcher diese Macht dann auch irgendwann tatsächlich erlangt, wenn alle anderen Systeme versagen!) sein Land und die halbe Welt in den Abgrund - ein neuer Kataklysmus.
Danach wie gehabt ...

Gern gelesen!

LG, eKy
__________________
Weis heiter zieht diese Elend Erle Ute - aber Liebe allein lässt sie wachsen.
Wer Gebete spricht, glaubt an Götter - wer aber Gedichte schreibt, glaubt an Menschen!
Ein HAIKU ist ein Medium für alle, die mit langen Sätzen überfordert sind.
Dummheit und Demut befreunden sich selten.

Die Verbrennung von Vordenkern findet auf dem Gescheiterhaufen statt.
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Alt 06.07.2015, 19:59   #3
Dana
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Lieber Faldi,

in letzter Zeit habe ich mir einige Dokumentionen über "Hintergrundpolitik", also MACHENSCHAFTEN angesehen und angehört.
Darunter kam: "Politik ist im Grunde eine verkappte Religion. Das wählende Volk wird nicht informiert, es soll an wahlgerechte Phrasen glauben."

Dein Sonett hast du mit der Hingabe eines Dichters und Denkers geschrieben.
Solche Werke tragen immer die Hoffnung, dass Menschen einmal die Verschlagenheit erkennen und dem Leben eine lebenswerte Richtung geben.
Trotz des Laufs der Geschichte - die Hoffnung stirbt zuletzt.
Dieses "EINMAL" mag noch in weiter Ferne liegen (da stimme ich eKy zu).
Vielleicht kommt einmal eine Zeit, in der wir Menschen (Völker) in der Masse lernen, analysieren und aus Erfahrung Entscheidungen treffen. Entscheidungen für ein kurzes Sein auf einem wunderbaren Planeten - ohne Diktatoren, Führer, Geld- und Besitzgeier.
Mir gefällt ebenfalls die "Kernigkeit" darin. Sie trägt den "bewährten" Kataklysmus aber nicht zuletzt die Hoffnung, dass ....

Gerade weil ich mir einiges angesehen und angehört habe, sehe ich den Begriff "Volksverräter" nicht so kritisch. Bedenkt man die geschichtlichen und persönlichen Eitelkeiten, die persönliche Gier und die Machtstellungen, die immer am Volkswohl vorbei ziehen, finde ich es schon richtig beim Namen genannt.

Gern gelesen, kommentiert und auf Hoffnung gesetzt.

Liebe Grüße
Dana
__________________
Ich kann meine Träume nicht fristlos entlassen,
ich schulde ihnen noch mein Leben.
(Frederike Frei)
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Alt 13.07.2015, 19:11   #4
Falderwald
Lyrische Emotion
 
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Servus Erich,

glaube mir, diejenigen, die wirklich an den Hebeln der Macht sitzen, haben mit dem Volk nichts am Sinn.
Somit soll das auch kein Pauschalurteil sein. Es gibt sicherlich auch solche, die nach gesundem Menschenverstand und Gewissen entscheiden.
Der Rest unterliegt bestimmten Zwängen und ist nicht mehr frei.
Wie empört war man doch, dass die demokratisch gewählte griechische Regierung ein Referendum hat durchführen lassen.
Viele andere (und größere) Völker werden bei den grundlegenden Entscheidungsfindungen nicht beteiligt. Wie kann man Millionen Menschen so vertreten?

Wir leben in einer parlamentarischen Demokratie, nur eine echte Wahl haben wir nicht. Wenn ich mir heute das breite Spektrum in der sogenannten Mitte anschaue, dann weiß ich, dass sie alle im Grunde dasselbe wollen. Nur die Umsetzung dessen unterscheidet sich geringfügig voneinander.
Es geht dabei nur um Interessen, aber die Idee und das System werden unterstützt.

Wir reden heute viel über Toleranz und Menschlichkeit, Fairness und Verständnis, dabei ist es den Maßgeblichen völlig egal, wie es dem einzelnen Menschen ergeht. Es werden gar seitens Politik und Medien Neiddebatten angezettelt, die in einer angeblich menschlichen Gesellschaft die Ärmsten der Armen, die Hartz IV-Bezieher trifft oder die alten Menschen, diese ekelhaft schmarotzenden Gesellschaftsparasiten.
Und erst diese elenden Griechen...
Alles im Sinne des europäischen Gedankens. Es gibt eben europäische Schwestern und Brüder, die mehr wert sind und andere weniger. Und wenn die es wagen, sich querzustellen, dann wird der große Bruder seine Muskeln spielen lassen und denen mal zeigen, wo es lang geht.

Und angeführt wird der ganze Laden von einem, der andere europäische Schwestern und Brüder viele Jahre lang um erhebliche Steuereinnahmen gebracht hat, indem er es Unternehmen mit Milliarden-Umsätzen ermöglichte, bei sich zuhause in steuerlichem Saus und Braus zu residieren.

Ist doch nett, oder?

Da ziehe ich doch gerne noch einmal mit dem Totschlagargument einen sauberen Scheitel. Wem auch immer...

Das ist so ein scheinheiliges Scheißsystem, aber auch irgendwie geil, weil man sich darüber immer wieder so schön ereifern kann...

Heute hat Europa andere Interessen und es stehen sich höchstens noch wirtschaftliche "Machtblöcke" gegenüber und das ist auch gut so.
Denn das einzig Positive an diesem Europa ist der Friedensgedanke.

Aber über die Umsetzung wird man ja wohl noch lästern dürfen...


Vielen Dank für deine Gedanken zum Thema...


Liebe Dana,

diese Machenschaften waren von jeher ein fester Bestandteil der Politik und werden es immer bleiben.

Es gibt Menschen, die haben Visionen und es lohnt sich, diese zu verwirklichen. Wie ich aber schon weiter oben schrieb, geht es um die Umsetzung derselben. Darüber kann man durchaus geteilter Meinung sein und streiten.

Der Lauf der Geschichte ist es, der mir persönlich zu denken gibt und ich habe ganz einfach die Befürchtung, dass sich vergangene Ereignisse wiederholen könnten, nur weil wieder irgendwelche Leute den Hals nicht voll kriegen können.
Es geht gar nicht mehr um die Menschen, die sind immer noch nur Mittel zum Zweck, es geht um "Wirtschaftsräume" und Kapital, das in Wirklichkeit gar nicht vorhanden ist.
Wir sollten es heute eigentlich besser wissen, doch wir scheinen dieselben Fehler zu machen, nur auf eine subtilere Art und Weise.

Vielleicht steckt dieser "Friedensprozess Europa" ja auch gerade in der Pubertät und hat nur ein paar Fürze quersitzen.
Wir werden in absehbarer Zeit ja sehen, wie weit dieser gedeihen wird.
Man sagt ja, Freunde bewähren sich erst in Krisenzeiten, hoffen wir das beste.
Und darüber hinaus: wer weiß, wer uns sonst noch in die Suppe spucken kann und wird...

Ich bedanke mich für deinen Kommentar und so, wie ich das sehe, wollen wir die Fahne der Hoffnung nicht gänzlich sinken lassen. .. .


Vielen Dank für eure Rückmeldungen...


Liebe Grüße

Bis bald

Falderwald


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Oh, dass ich große Laster säh', Verbrechen, blutig kolossal, nur diese satte Tugend nicht und zahlungsfähige Moral. (Heinrich Heine)


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