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Alt 19.12.2017, 12:22   #1
juli
tierlieb
 
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Beiträge: 2.660
Standard Das Feuer

Das Feuer

Manchmal bin ich sonnentrunken -
stapel mir das Holz von Birken,
Kleines, Großes und sprüh Funken,
lasse Elemente wirken.

Sehe Glut mit ihrem roten
Brodeln kurz vorm Lohen,
viele kleine Hitzeboten,
die mir mit den Flammen drohen,

und es gräbt sich durch die Scheite,
wie ein glühendes Verlangen,
um vom Drachen das befreite
Flackern, Züngeln anzufangen!

Gelbe Flammenzungen lecken
hungrig nach den nächsten Zweigen,
und sie fressen, zucken, blecken,
wenn sie in die Höhe steigen.

Scheit für Scheit und alle Äste,
werden nun zum Fraß für Feuer,
und ich wünsche mir das Beste
habe Lust am Ungeheuer.

Dabei können Bäume wispern,
knacken, flüstern, fauchen, hauchen,
wärmespendend leise knistern
und ins Universum tauchen!

Diabolisches Begehren,
wie wenn Liebe weiterzieht -
Rußverbranntes – Sich – Erwehren
und dann in den Himmel fliegt!

Leichte Spitzen schwarzer Flocken
sausen weit und üben fliegen.
ein zerfallenes Frohlocken,
wenn sie sich nach unten wiegen -

zwischen Lust und heißem Bangen,
rauchend geht das Holz zu Grunde.
Sicher bin ich, mit dem Fangen
einer warmen, frohen Stunde.

Manchmal, wenn Gedanken türmen,
reinigt mich ein wildes Feuer,
flieg ich zu den Sonnenstürmen,
als ein kleines Ungeheuer!




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Geändert von juli (02.01.2018 um 14:26 Uhr)
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Alt 19.12.2017, 15:41   #2
Christian Wolf
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Hi syranie,

deine Kunst hat mich zum freudigen Lächeln gebracht, die Länge beindruckt auch wenn es schon ein wenig lang ist- so viel zu Feuer. Die Stelle mit dem Holz fand ich wunderbar und das Ende allerliebst. Hayao Miazaki Filme werden dir jetzt wenig bekannt sein schätze ich, aber mich erinnert solch ein Feuerchen wirklich an das Spiel mit der Natur in seinen Filmen zwischen Gewalt, Mystik und heiterer reiner Lebensfreude.

Den Reim mit blecken fand ich irrsinnig gelungen, weil ich da nach Reimwörtern gesucht hätte an deiner Stelle aber dieses Wort vl. gerade deshalb so stark unkontextuell daherrollt, besser- aufblitzt.

Wirklich sehr gerne gelesen. Der Drache war mir anfangs ein wenig zu kompliziert zu verstehen- das Feuer des Drachens- ohne Drache, aber die Ungeheuer Thematik erfreut dann gerade im Ende ungeheuerlich. Was soll ich sagen, das Angemerkte, sonst: bravourös!

Liebe Grüße,
wirklich schönes Gedicht!

PS: ,,lasse Elemente wirken" ist toll, ,,ins Universum tauchen"- überhaupt diese Strophe und die Letzte <3

Christian
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Alt 20.12.2017, 11:12   #3
juli
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Hi Christian Wolf,

Ich bedanke mich für deine Gedanken. Ich bin überrascht, weil dir Hayao Miazaki Filme einfallen, aber nun wo du das sagst, muß ich dir zustimmen. Ich habe mit meinem Sohn ein paar asiatische Animefilme gesehen. Sie sind märchenhaft. Und deren Inhalte, wie du sie beschreibst: Zitat: CW:" Natur in seinen Filmen zwischen Gewalt, Mystik und heiterer reiner Lebensfreude" finde ich gut. "Friedlich" wäre für mich auch noch eine wichtige Vokabel. Aber ich weiß, ohne " Das Böse" würde das " Friedliche" nicht leuchten können. Du kannst auch sagen" Schwarz" und "Weiß" sind deren extremsten Seiten. Dazwischen gibt es viele Farbtöne. Ich versuche diese Buntheit zu beschreiben. Aber ich schweife ab...

Meist habe ich vor dem Gedicht ein Bild vor Augen, um es dichterisch zu erfassen, nähere ich mich intuitiv dem Thema. Früher bin ich am nicht vorhandenen "roten Faden" beim Dichten gescheitert. Was heißt gescheitert, ich bin immer gerade so klug, wie ich bin.

Hier hatte ich einen Kamin vor meinem inneren Auge, und wie so oft, bei mir, ist das Thema ausgeartet.

Zur Länge: Ich wollte ein Feuer beschreiben, das draußen brennt. Hier gibt es Bikebrennen am Strand, und die Feuer sind riesig. Mein Feuer brennt eine Nacht lang und erhellt die Sinne. Manchmal bin ich ein "Vielsag"

Zum Drachen: du kannst den Drachen wörtlich nehmen. Die Fantasiegestalt, die Feuer speien kann. Ein sehr gutes Beispiel ist Smaug von "Der Herr der Ringe". Sie sind kraftvoll, beindruckend und nie / fast nie zu bändigen. Es gibt aber auch die innere Drachen, die nicht das tun, was du eigentlich willst, die Drachen mit denen ich zu kämpfen habe. Ich glaube, jeder kennt diese Drachen in der einen oder anderen Gestalt. Ohne innere Drachen, die man bezwingen muß, ist das Leben langweilig. Aber ein kleiner Drachen der mutig macht und lebensfroh ist, den finde ich gut. * Wo ist hier " Der kleine Drachensmiley"?* Ich mach Quatsch.

Dieses Gedicht hätte auch bei "Vollmond" stehen können, jedoch liegt der Schwerpunkt, auf das echte Zugucken, wenn ein Feuer brennt, das liegt mir am Herzen.

Du hast mich so viel gelobt, das ich nicht weiß was ich sagen soll. Sicher habe ich Holperer in der Metrik, die mir immer noch manchmal daneben hoppelt. Meist strebe ich einen schlichten Jambus an.

Ich bedanke mich!

Liebe Grüße sy

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Geändert von juli (20.12.2017 um 11:44 Uhr)
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Alt 20.12.2017, 17:31   #4
Sanssouci
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Hallo Syranie!

Dein Feuergedicht gefällt mir ausgesprochen.
So viele treffende Adjektive und Verben, Nomen, nominalisierte Verben, die das Ganze sehr anschaulich werden lassen. Auch inhaltlich ziehst du deine Geschichte vom Anzünden bis zum Verglühen konsequent durch.
Metrisch finde ich keinen Hopser.
Drei Schreibfehler fallen mir auf: rußverbrant (S7, Z3) und heiß (S9, Z1).
sonnentrunken klein schreiben (S1, Z1)
In S10, Z1 käme hinter Manchmal ein Gedankenstrich oder alternativ ein Komma, dann aber auch nach türmen das Komma statt Gedankenstrich.
So, nun aber genug davon.

Sehr gerne gelesen und kommentiert.

LG, Sanssouci
Sanssouci ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.12.2017, 11:09   #5
juli
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Hallo Sanssouci,

Ich freue mich über dein Lob, und über die Satzzeichen

Ich erinnere mich noch an deinen Kommentar zum "Das letzte Kind Dezember", da hast du mir gesagt, dass ich noch eine Strophe hinzufügen sollte ( nein du hast es netter gesagt). Jedenfalls bin ich froh, im Netz gute Geister zu finden, die Gedichte lesen und lieben.

Hab Dank

Ich wünsche dir ein friedliches Weihnachtsfest sy

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Alt 23.12.2017, 21:16   #6
Christian Wolf
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Hi Syranie,

ich kann deinem Kommentar leider nur so voll und ganz zustimmen- ob der Zusatz jetzt was bringt- die Absurdität des Lebens- ich steh da zum Besaufnis vor der Tür und versuche in der Zwischenzeit schöngeistig zu kommentieren.

Schließe mich meiner vorherigen Antwortlosigkeit aber in totaler Zustimmung auf deine Antwort nochmal an und sag- danke, genau so!

Liebe Grüße,
volle Zustimmung,
Chris
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Christian Wolf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.12.2017, 11:47   #7
juli
tierlieb
 
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Hallo Christian Wolf,

Na dann Prost!

Ich wünsche eine frohe Weihnacht!

Liebe Grüße sy

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Alt 25.12.2017, 05:40   #8
Felix
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Liebe Syranie,
was wäre meinen Vorrednern hinzu zu fügen?
Feurig ist Dein Feuergedicht und befeuert wird die Fantasie - wunderbar gemacht!
Liebe Grüße,
Felix

Geändert von Felix (25.12.2017 um 17:46 Uhr)
Felix ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.12.2017, 11:36   #9
juli
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Standard Lieber Felix,

Danke für dein Lob!

Liebe Grüße aus dem warmen Schleswig - Holstein sy

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