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Alt 25.01.2018, 18:34   #1
ginTon
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Standard Das endlose Meer

.
Das endlose Meer

Ich sitze am Ufer des endlosen Meeres
und schaue den Nachtvögeln zu, wie sie fliegen,
lichtweiß mit den Flügeln nach hinten verschieben,
um Raum von der Farbe fast gänzlich zu leeren

bis weit in die Stadt, wo die Nachtlichter flackern,
gleich Finsternis dunkelt im Dunkel der Bilder,
von Wänden umringt, richtungsweisender Schilder,
die sie mit dem Auge kaum merklich erfassen.

Ich sitze und schaue den Lichtbruch des Mondes,
der still in den Kämmerlein singt. Das Gewohnte
von Bäumen und Ästen im Kontrast zum Licht,

so hell, wie sein Angesicht, das er mir zeigte,
verschwand ich im Traum und war halbwegs der Alte
am Ufer des endlosen Meeres, mehr nicht…



überarbeitet:

Ich sitze am Ufer des endlosen Meeres
und schaue den Nachtvögeln zu, wie sie fliegen,
lichtweiß mit den Flügeln nach hinten verschieben,
um Raum von der Farbe fast gänzlich zu leeren

bis weit in die Stadt, wo die Nachtlichter flackern,
gleich Finsternis dunkelt im Dunkel der Bilder,
von Wänden umringt, hell erleuchteter Schilder,
die sie mit dem Auge kaum merklich erfassen.

Ich sitze und schaue den Lichtbruch des Mondes,
der still in den Kämmerlein singt. Das Gewohnte
von Bäumen und Ästen im Kontrast zum Licht,

so hell, wie sein Angesicht, das er mir zeigte,
verschwand ich im Traum und war halbwegs der Alte
am Ufer des endlosen Meeres, mehr nicht…
.
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Geändert von ginTon (28.01.2018 um 18:37 Uhr)
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Alt 28.01.2018, 11:25   #2
juli
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Lieber ginTon,

Ich mag Meergedichte und Spaziergänge am Meer ganz besonders. Du hast hier ein "Fastsonett" geschrieben. Die Gedanken haben mich mitgucken lassen, wie du so schaust und es hat mir gefallen.

Viel Licht, und Phantasie

Ich habe deine Worte sehr gerne gelesen.

Liebe Grüße sy

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Alt 28.01.2018, 18:48   #3
ginTon
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Hi Syranie...

Zitat:
Ich mag Meergedichte und Spaziergänge am Meer ganz besonders. Du hast hier ein "Fastsonett" geschrieben. Die Gedanken haben mich mitgucken lassen, wie du so schaust und es hat mir gefallen.
Ein "Fastsonett"? Warum sollte es kein Sonett sein, deiner Meinung nach. Da musst du dich erklären... Und es ist auch kein "Meergedicht", es spielt nicht einmal am Meer ...

Zitat:
Viel Licht, und Phantasie
Danke dir, freut mich...

LG gin
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Alt 29.01.2018, 13:24   #4
juli
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Lieber ginTon,

Deine Gedichte sind oft phantasievoll und traumdurchdrungen. Ich mag dieses Gedicht. " Fastsonett hin Fastsonett her. Ich bin ja eh nicht so der Experte.

Ich sehe du hast dein Werk überarbeitet. Vielleicht ein anderer Titel? es könnte auch ein Mondgedicht oder ein Stadtgedicht sein. Manchmal bin manchmal eine Träumerin...Aber ich meine, es überwiegt die Phantasie und alles ist möglich!

Aber du bist der Künstler, ich schweife halt gerne, und die Lesart der Leser unterscheidet sich oft von dem Schreibenden, weil jeder einen anderen Hintergrund an Phantasie, an festem Denken und der Wahrnehmung überhaupt hat.



Das endlose Meer<<< der Titel hat mich auf die Fährte gebracht und ich bin den Weg weitergegangen. Ich habe bei deinem Gedicht im Hintergrund im Kopf das Wort " Meer" gehabt

Dabei habe ich mit meinem inneren Auge anhand deiner Wörter über ein Meer geschaut. Und habe vermutet, dass hast du gedacht, während du übers Meers schaust.

Ich sitze am Ufer des endlosen Meeres
und schaue den Nachtvögeln zu, wie sie fliegen,
lichtweiß mit den Flügeln nach hinten verschieben,
um Raum von der Farbe fast gänzlich zu leeren

bis weit in die Stadt, wo die Nachtlichter flackern,
gleich Finsternis dunkelt im Dunkel der Bilder,
von Wänden umringt, richtungsweisender Schilder,
die sie mit dem Auge kaum merklich erfassen.

Ich sitze und schaue den Lichtbruch des Mondes,
der still in den Kämmerlein singt. Das Gewohnte
von Bäumen und Ästen im Kontrast zum Licht,

so hell, wie sein Angesicht, das er mir zeigte,
verschwand ich im Traum und war halbwegs der Alte
am Ufer des endlosen Meeres, mehr nicht…



überarbeitet:

Ich sitze am Ufer des endlosen Meeres
und schaue den Nachtvögeln zu, wie sie fliegen,
lichtweiß mit den Flügeln nach hinten verschieben,
um Raum von der Farbe fast gänzlich zu leeren

bis weit in die Stadt, wo die Nachtlichter flackern,
gleich Finsternis dunkelt im Dunkel der Bilder,
von Wänden umringt, hell erleuchteter Schilder,<<< diese Version finde ich besser
die sie mit dem Auge kaum merklich erfassen.

Ich sitze und schaue den Lichtbruch des Mondes,
der still in den Kämmerlein singt. Das Gewohnte
von Bäumen und Ästen im Kontrast zum Licht,

so hell, wie sein Angesicht, das er mir zeigte,
verschwand ich im Traum und war halbwegs der Alte
am Ufer des endlosen Meeres, mehr nicht…


Wiederholt sehr gerne gelesen sy



.
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Alt 29.01.2018, 14:07   #5
Chavali
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Hi ginnie,

ein hochphilosophischer Text, der mir sehr gut gefallen hat.
Sich über sein Leben Gedanken machen, schauen, wo man steht und wo es hingehen soll -
das ist für mich die Quintessenz der Aussage deines Sonetts.

Die überarbeitete Version gefällt mir durch die Änderung der dritten Zeile in Strophe 2 besser.


Lieben Gruß,
chavi
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© auf alle meine Texte
Du bist nicht mehr da, wo Du warst,
aber Du bist überall, wo ich bin.


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Alt 29.01.2018, 18:52   #6
ginTon
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Hallo Syranie...

danke nochmal das du zurückschaust.

Zitat:
Deine Gedichte sind oft phantasievoll und traumdurchdrungen. Ich mag dieses Gedicht. " Fastsonett hin Fastsonett her. Ich bin ja eh nicht so der Experte.
Ja, beim Sonett wäre ich so oder so sehr vorsichtig, diesem eine spezielle Form zuordnen zu wollen. Dies hat mich in den Diskussionen eeh immer gewundert. Zuallererst ist das Sonett ein Klanggedicht, mit der Tendenz zu einem kleinen Tonstück, welches, wie der Name schon sagt, zunächst erst einmal gut klingen soll. Nach dessen Entstehung in Italien und zahlreichen Abwandlungen in verschiedenen Sprachregionen, führte Schlegel denke ich eine Form von Ideal ein, welches im deutschen Sprachgebrauch sehr häufige Verwendung fand/findet. Diese Idealform ist laut Schlegel der umarmende Reim in den Quartetten mit eher Variablen Endreimen in den Terzetten. Den fünfhebigen Jambus darf man dabei nicht vergessen. Fest steht jedoch, dass dies alles nur ein "Ideal" markiert, welches Jahre zuvor und danach auch immer wieder relativ frei gestaltet wurde von etlichen Dichtern. Im Endeffekt bleibt nur, dass der Klang und der Kontrast zwischen These und Antithese der Kern eines jeden Sonetts sein sollte.

Zitat:
Ich sehe du hast dein Werk überarbeitet. Vielleicht ein anderer Titel? es könnte auch ein Mondgedicht oder ein Stadtgedicht sein. Manchmal bin manchmal eine Träumerin...Aber ich meine, es überwiegt die Phantasie und alles ist möglich!
Das Werk braucht auch keinen anderen Titel. Es ist vllt fantasievoll geschrieben, aber meines Erachtens braucht es keine große Fantasie dieses Werk zu entschlüsseln. Das endlose Meer ist die Dunkelheit in der Nacht, das Universum etc.pp. Die Nachtvögel sind Imaginationen, wie Fantasien (die Gedanken welche abschweifen), die einem beim Betrachten der Unendlichkeit übermannen. Dies alles geschieht in einer Stadt, die im starken Kontrast zu diesen Werten steht (künstlich-natürlich; Unendlichkeit-Vergänglichkeit). Wurden in den Quartetten der Blick draußen nach innen und außen gewendet, befindet sich das LI in den Terzetten plötzlich in seinem Zimmer. Der Schein des Mondes fällt hinein und malt die Umrisse der Äste und Zweige an die Wände. Das LI schläft nun ein und bfindet sich auf einem Weg in eine ganz andere Form von Unendlichkeit, der des geschlossenen Auges>> mehr nicht...

Zitat:
Das endlose Meer<<< der Titel hat mich auf die Fährte gebracht und ich bin den Weg weitergegangen. Ich habe bei deinem Gedicht im Hintergrund im Kopf das Wort " Meer" gehabt

Dabei habe ich mit meinem inneren Auge anhand deiner Wörter über ein Meer geschaut. Und habe vermutet, dass hast du gedacht, während du übers Meers schaust.
Das kann ich verstehen. Aber ein "endloses Meer" gibt es ja in dem Sinne nicht wirklich und wir befinden uns ja immer noch in der Gedichtschreibung, wo man sich mit Metaphern auseinandersetzen muss, dies ist nicht immer einfach und kann einen schon auf falsche Fährten bringen Natürlich, der Blick auf den Horizont mag uns dazu bewegen, das Meer als endlos zu betrachten, dies ist in dem Sonett aber nicht gemeint. Insofern kann ich das Verständnisproblem in dieser Hinsicht etwas nachvollziehen.

Zitat:
Wiederholt sehr gerne gelesen sy
freut mich, danke und ja die Überarbeitung ist denke ich besser und nunmehr
verständlicher, vm Klang denke ich auch besser...

LG gin


Hallo chavilein

Zitat:
ein hochphilosophischer Text, der mir sehr gut gefallen hat.
Sich über sein Leben Gedanken machen, schauen, wo man steht und wo es hingehen soll -
das ist für mich die Quintessenz der Aussage deines Sonetts.
Ja, die Gedanken schweifen zu lassen ist auch einer der Kernpunkte des Textes...

Zitat:
Die überarbeitete Version gefällt mir durch die Änderung der dritten Zeile in Strophe 2 besser.
Ich denke auch, danke dir

liebe Grüße ginnie
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die Gedanken, die kommen, auch die flüchtigsten, müssen mich ganz allein finden... (Rilke)


nichts bleibt, nichts ist abgeschlossen und nichts ist perfekt... (Wabi-Sabi)

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