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Der Tag beginnt mit Spaß Humor und Übermut

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Alt 09.10.2018, 21:23   #1
Thomas
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Standard Klimatös

Klimatös

Das Klima ist ein kleines Würmchen,
fast wie ein Baby sehr fragil,
es pupst bisweilen Wirbelstürmchen
und spielt das Bäume-knicken-Spiel,
auch ist es ziemlich instabil.

Wir müssen unser Klima retten,
das arme Wesen ist in Not,
es raucht zu viele Zigaretten
und qualmt seit Jahren wie ein Schlot.
Vielleicht ist es schon morgen tot.

Gewiss ist's mit ihm bald vorbei,
vor allem weil es ständig kifft,
es schnüffelt gerne C-O-Zwei,
das weltbekannte Klimagift,
wenn man's nicht grad beim Koksen trifft.

Längst ist die Aussicht mehr als trübe,
das Klima hat die Feinstaub-Pest,
hat Kohlera und Fieberschübe
und Schwindelsucht beim Abgastest.
Ob sich das noch kurieren lässt?
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© Ralf Schauerhammer

Alles, was der Dichter uns geben kann, ist seine Individualität. Diese seine Individualität so sehr als möglich zu veredeln, ist sein erstes und wichtigstes Geschäft. Friedrich Schiller

Geändert von Thomas (09.10.2018 um 21:28 Uhr)
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Alt 09.10.2018, 22:27   #2
Eisenvorhang
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Hallo Thomas,

Wir sind Grund der Veränderung. Die Natur juckt das nicht. Die Veränderungen sind vollkommen normal. Es muss passieren, wenn der Mensch den Planet so verheizt.

Wie es dem Mensch dabei ergehen wird, juckt die Natur überhaupt nicht.
Fakt ist, dass es 2100 ein Leben geben wird, wie man es nur von Dystopien kennt, vor allem wenn die zwei Grad Marke weltweit überschritten wird.
Ich finde, es ist zu spät. Die Sommer von 2011 bis jetzt. Die Unterschiede in Hitze und Schwüle sind so krass. Jetzt gibts in Österreich ja schon Vogelspinnen.

Wir leben noch in einer guten Zeit. Wir sollten dankbar sein.

vlg ev

Geändert von Eisenvorhang (10.10.2018 um 00:37 Uhr)
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Alt 11.10.2018, 08:49   #3
Thomas
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Lieber Eisenvorhang,

vielleicht haben wir aber Glück und das Ganze ist tatsächlich eine Dystopie, vielleicht auf die Melodie von "In the Year 2525"? Egal wie, ich denke unser Handlungsspielraum ist begrenzt un es kütt wie et kütt. Ich versuche locker zu bleiben.

Liebe Grüße
Thomas
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Alt 11.10.2018, 09:10   #4
Falderwald
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Moin Thomas,

du hast diesen Text bei Humor veröffentlicht, aber das Lachen kann einem in Anbetracht der Umstände eigentlich nur im Halse stecken bleiben.
Ich bin zwar auch der Meinung, dass der Klimawandel nicht gänzlich allein vom Menschen herbeigeführt wird, denn solche Änderungen hat es immer wieder, auch ohne den Menschen, im Laufe der Erdgeschichte gegeben, aber unsere Lebensweise wird sicherlich dazu beitragen, diesen Vorgang zu beschleunigen.

Wie du schon richtig schreibst, ist unser Handlungsspielraum begrenzt. Diese Begrenzung aber ist selbst auferlegt, weil wir einfach nicht bereit sind, etwas an unserem Lebensstil zu ändern.
Denn wenn wir tatsächlich etwas ändern wollten, dann müssten diese Veränderungen ziemlich radikal sein und es würde jeden in seinen üblichen Gewohnheiten empfindlich treffen.

Die Ursachen für dieses Phänomen sind vielfältig und können hier sicherlich nicht im Einzelenen besprochen werden, denn das würde den Rahmen eines solchen Kommentares sprengen.

Also belassen wir es bei der Botschaft, das alles mit Humor besser zu nehmen ist, denn letztendlich wird wohl tatsächlich alles so kommen, wie es kommen soll. Das ergibt sich schon aus dem Prinzip von Ursache und Wirkung.

Sehr nett ist auch das Wortspiel "Kohlera". Diese Schreibweise wollte ich zunächst kritisieren, aber die Bedeutung ist mir dann doch klar geworden.

Gern gelesen und kommentiert...

Liebe Grüße

Bis bald

Falderwald


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Oh, dass ich große Laster säh', Verbrechen, blutig kolossal, nur diese satte Tugend nicht und zahlungsfähige Moral. (Heinrich Heine)


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Alt 11.10.2018, 12:22   #5
Eisenvorhang
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Ich würde es mir wünschen Thomas.
Wohne im Gebirge, 2011 die letzte weiße Weihnacht gehabt... Seit dem wirds immer wärmer.

Der Sommer dieses Jahr war unerträglich. Mir tun die ganzen Handwerker, Bauarbeiter und Büroarbeiter leid.

Ich hoffe darauf, dass nächste Jahr etwas kühler wird.
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Alt 12.10.2018, 09:22   #6
Thomas
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Lieber Falderwald,

vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar, der ziemlich genau ausdrückt, was ich denke.

Lieber Eisenvorhang,

Das Wettergeschehen ist komplex und veränderlich. Langfristige Vorhersagen sind schwer und deshalb auch veränderlich.

Der Spiegel vom 12.8.1974 berichtete über einen unmittelbar bevorstehenden Klimawandel, er schrieb: Halte die gegenwärtige Klimaverschlechterung an, so warnt etwa der US-Wissenschaftler Reid Bryson, Direktor des Instituts für Umweltstudien an der Universität von Wisconsin, so werde sie demnächst womöglich "die ganze Menschheit in Mitleidenschaft ziehen" – "eine Milliarde Menschen würde verhungern". Schon jetzt "zeigen sich die Folgen auf drastische Weise": Die Getreideernten in Kanada und in den USA stagnieren; Missernten häuften sich in der Sowjet-Union, Indien und Pakistan. In Peru gingen die Anchovis-Fänge um 55 Prozent zurück. Die Chancen für eine rasche Rückkehr des günstigen Klimas etwa der dreißiger Jahre, so taxierte der US-Wetterforscher James McQuigg, stünden "bestenfalls eins zu 10000".

Die "Klimaverschlechterung" bezog sich auf eine vom Menschen durch industrielle Luftverschmutzung hervorgerufenen Eiszeit. Wie es scheint stehen heute die Chancen für die Verhinderung einer "katastrophalen Erwärmung" auch "bestenfalls eins zu 10000".

Nun ja. Vielleicht wird in 40 Jahren wieder vor einer Eiszeit gewarnt, fällig ist sie ja. Ich versuche gelassen zu bleiben. "Wer langsam reit, kommt Grad so weit."

Liebe Grüße euch beiden
Thomas
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Geändert von Thomas (12.10.2018 um 12:39 Uhr)
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Alt 12.10.2018, 13:45   #7
Eisenvorhang
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Der Prof. Lesch hat mal Wetterdaten ausgewert.
Bin mir nicht sicher, das war von 1973 - 2017...

Dort zeigte er ein Diagramm, welches eine Kurve zeigte, die exponentiell anstieg und die Tendenz besitzt nicht weiter abzufallen...

Dagegen spricht der 36 Jährige Rekordsommer, der aller 36 Jahre seit dem 18 Jahrhundert in Erscheinung tritt. (1911, 1947, 1983, 2019)

Demnach müsste also nächstes Jahr das Hitzerekordjahr sein und dann sollte es wieder abkühlen.

Ich persönlich bin extrem wetterfühlig - das Jahr war für mich eine Qual. Immer Kopfschmerzen und Gliederschmerzen. Dazu kamen Verdauungsstörung en masse.

Der Sommer 2015 war krass... 2016 und 17 waren okay, aber auch über Durchschnitt.

Ich hätte gern mal ein Jahr wieder, in dem es nicht über 30 Grad wird... Wobei mir die Temperatur egal ist, solange sich die Schwüle verpisst.
Das geht echt an die Gesundheit.
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Alt 12.10.2018, 16:48   #8
waterwoman
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Hallo Thomas,

so lange wie wir leben, wird die Welt wohl noch halten, was danach kommt, für unsere Kinder, Enkel, Urenkel,
das steht in den Sternen bzw.Wissenschaftler sagen es heute schon voraus.

Eure Diskussion hier ist sehr interessant und lachen kann ich ehrlich gesagt darüber auch nicht.
Und ein bisschen Schuld haben wir ja alle bzw. haben die, die immer mehr produzieren, was wir nicht brauchen und die Menschheit,
die sich zum Konsum - was auch immer - verführen lässt.
Also wieder mal die (Wirtschafts-)Politik! Ja, die Politik - auch wenn es mancher nicht wahr haben will.

Gruß
ww
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Die Philister, die Beschränkten, diese geistig Eingeengten, darf man nie und nimmer necken.
Aber weite, kluge Herzen wissen stets in unsren Scherzen Lieb und Freundschaft zu entdecken.

Heinrich Heine
waterwoman ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 12.10.2018, 21:00   #9
Thomas
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Lieber Eisenvorhang,

ich bin auch sehr wettefühlig, aber mir machen besonders Tiefdruckgebiete zu schaffen, weshalb dieses Jahr gut für mich war. Vielleicht ist das mit den 36 Jahren nicht ganz so genau und 2018 war es schon, dann geht es dir 2019 besser.

Liebe waterwomen,

ich versuche Dinge, die ich ohnehin nicht ändern kann, mit einem Schmunzeln zu nehmen. Lachen kann ich darüber auch nicht. Auch vermeide ich Ängste und Hoffnungen in die Zukunft zu projizieren. Und manchmal lenkt auch der Blick auf dass was Enkeln passieren könnte von dem ab, was Kindern heute tatsächlich passiert. Aber das ist schon wieder zu ernst für den kleinen Spaß, den ich mit dem Gedicht eigentlich machen wollte.

Liebe Grüße euch beiden
Thomas
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