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Der Tag beginnt mit Spaß Humor und Übermut

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Alt 14.10.2019, 00:08   #1
Trauerdichter
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Standard Mein Größenwahn

Mein Größenwahn


Ich möchte diese Welt verlassen,
doch niemals darf ich sterben gehn.
In meinem Schränkchen fehlen Tassen,
zumindest sicher neun von zehn.

Ich möchte diese Welt nicht sehn.
Zu vieles, was ich hässlich finde.
Vielleicht kann Satan was dran drehn:
ein Deal, der meine Seele binde!

Ich möchte diese Welt zerstören
und dann noch einmal neu erschaffen.
Dann würde alles mir gehören,
und keine Wunde würde klaffen.

Ja, weg mit der Gewalt und Waffen.
Ich sollte diese Welt regieren.
Ich hoffe, dass es alle raffen,
ihr müsstet mich bloß akzeptieren.


13. Oktober 2019
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Anmerkung: Meine Gedichte sind widersprüchlich, weil sie die Widersprüchlichkeit einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung wieder geben sollen.

Geändert von Trauerdichter (14.10.2019 um 17:43 Uhr)
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Alt 14.10.2019, 16:59   #2
Erich Kykal
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Standard

Hi TD!


In S3Z2 würde ich schreiben: "und dann noch einmal neu erschaffen." Liest sich flüssiger.

Komma ans Ende von S3Z3.


Tja - die Erschaffung der "perfekten Welt" ... ein ewiger Klassiker, spukt meist in den Köpfen von größenwahnsinnigen Diktatoren herum, oder kommt in Drehbüchern vor, irgendwelchen Superschurken in den Mund gelegt, die hinter der Weltherrschaft her sind (ach, die guten alten Bond-Filme ... da waren Klischees noch amüsant ... )

Deine Motive mögen aufrichtig sein, deine Methoden sind es nicht: Die Zerstörung von allem, was mit gerade nicht passt, steht einem Vierjährigen gut, dem sein Legobahnhof nicht mehr gefällt - ein denkender Erwachsener mit ausreichend Erfahrungshintergrund sollte über solche kindlichen - und radikal unempathischen - Fantasien hinweg sein, denn Zerstörung verursacht immer unsägliches Leiden Unschuldiger, und mit einem einzigen Entwurf zufrieden kann niemals jeder sein. Deine perfekte Welt wäre eben nur für dich (und vielleicht noch eine anpassungsfähige Minderheit) perfekt - für den Rest ein Albtraum!

Nebenbei gesagt: die Zerstörung aller Waffen würde nichts ändern - die Benutzungswilligen würden einfach neue bauen. Was du ändern müsstest, wäre die Geisteshaltung mancher Leute - und das geht eben nicht. Du müsstest sie alle wegsperren oder liquidieren: Noch mehr Quellen von Hass unter den Hinterbliebenen, es würde sich ewig weiter fortsetzen!

Nein, radikale Lösungen waren nie welche! Alle bleibenden und positiven Errungenschaften, die blieben, wurden langwierig gegen Widerstände erkämpft, mit viel Überzeugungsarbeit und gutem Beispiel - denn nur wer das Herz UND den Verstand der Menschen gleichmaßen erreicht, erzeugt Einsicht und ein wahres inneres Umdenken.

Ob dein Werk da in die richtige Richtung weist, kann bezweifelt werden. Zum Glück (und dank der Rubrik, in der es veröffentlich wurde) merkt man das selbstironische Augenzwinkern, das dem ganzen die Schärfe nimmt - dank der leisen Ironie intellektuell sich selbst hinterfragend.

LG, Erich
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Weis heiter zieht diese Elend Erle Ute - aber Liebe allein lässt sie wachsen.
Wer Gebete spricht, glaubt an Götter - wer aber Gedichte schreibt, glaubt an Menschen!
Ein HAIKU ist ein Medium für alle, die mit langen Sätzen überfordert sind.
Dummheit und Demut befreunden sich selten.

Die Verbrennung von Vordenkern findet auf dem Gescheiterhaufen statt.
Hybris ist ein Symptom der eigenen Begrenztheit.
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Alt 14.10.2019, 17:46   #3
Trauerdichter
Selbstzerstörungsbarde
 
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Hallo eKy,

Du bist mein Retter, ich habe mich nämlich SEHR mit S3Z2 rumgequält.

Was den Rest angeht, war dieses Gedicht niemals sonderlich ernst gemeint. Deswegen nennt es sich ja auch "Größenwahn".

Danke auch für Deine ausführliche Auseinandersetzung damit. Das hilft mir tatsächlich weiter.

Lieber Gruß

Alexander
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