Gedichte-Eiland  

Zurück   Gedichte-Eiland > Gedichte > Denkerklause

Denkerklause Philosophisches und Nachdenkliches

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
Alt 27.04.2016, 18:02   #1
Chavali
ADäquat
 
Benutzerbild von Chavali
 
Registriert seit: 07.02.2009
Ort: Mitteldeutschland
Beiträge: 12.553
Standard kalt



Die kalte Hand, sie ließ mich spüren
Gefühle, die vergangen sind,
die wir im Lebenssog verlieren
wie Herbstesblatt im Winterwind.

Der kalte Mund, er ließ mir sagen,
dass Worte falsch und nichtig sind,
im Feld der Bosheit haben Fragen
nach Glück und Liebe keinen Sinn.

Der kalte Blick, er ließ mich frieren,
wie Rosen, rot, im Januar.
Wie sehr wir auch nach Wärme gieren,
das Leben bleibt unabsehbar.




__________________
.
© auf alle meine Texte
Du bist nicht mehr da, wo Du warst,
aber Du bist überall, wo ich bin.


*

Geändert von Chavali (24.05.2016 um 18:20 Uhr) Grund: S1
Chavali ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.04.2016, 18:28   #2
ginTon
Erfahrener Eiland-Dichter
 
Benutzerbild von ginTon
 
Registriert seit: 14.02.2009
Ort: Mainz
Beiträge: 10.175
ginTon eine Nachricht über ICQ schicken ginTon eine Nachricht über Skype™ schicken
Standard

Hi chavilein...

schönes Gedicht, da gibt es nicht viel zu sagen.

Zitat:
Die kalte Hand, sie ließ mich spüren
Gefühle, die vergangen sind,
im Sog des Lebens wird verlieren
der Mensch in seines Daseins Wind.

Der kalte Mund, er ließ mir sagen,
dass Worte falsch und nichtig sind,
im Feld der Bosheit haben Fragen
nach Glück und Liebe keinen Sinn.

Der kalte Blick, er ließ mich frieren,
wie Rosen, rot, im Januar.
Wie sehr wir auch nach Wärme gieren,
das Leben bleibt unabsehbar.

es ist ja selbsterklärend geschrieben. Gut finde ich den Wechsel zwischen Tasten, Sehen, Sagen, dies sollte ich noch anmerken.
Auch die Schlusspointe "das Leben bleibt unabsehbar" vollendet das Schreibwerk.

gerne gelesen und sehr schön gelungen

liebe Grüße ginnie
__________________
© Bilder by ginton

Nicht der Wind bestimmt die Richtung, sondern das Segel. (chin. Sprichwort)


nichts bleibt, nichts ist abgeschlossen und nichts ist perfekt... (Wabi-Sabi)
ginTon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.04.2016, 12:59   #3
juli
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Liebe Chavali,


Hier geht es um Verrat und Entäuschung. Jemand hat sich mehr erhofft von einem Menschen oder den Menschen. Du hast dieses Thema klar beschrieben, es spricht für sich selbst. Uns das Fazit: das das Leben immer Unabsehbar ist, paßt auch prima! Deine einfachen Reime am Ende finde ich auch gut, es muß nicht immer etwas Besonderes sein, hier gilt der Inhalt um so mehr. Obwohl, "Januar" "unabsehbar" auch schon wieder besonders sind.

Sehr gerne gelesen.

Liebe Grüße sy

  Mit Zitat antworten
Alt 22.05.2016, 15:23   #4
Chavali
ADäquat
 
Benutzerbild von Chavali
 
Registriert seit: 07.02.2009
Ort: Mitteldeutschland
Beiträge: 12.553
Standard

Hi ginnie,

Zitat:
es ist ja selbsterklärend geschrieben.
Gut finde ich den Wechsel zwischen Tasten, Sehen, Sagen, dies sollte ich noch anmerken.
Auch die Schlusspointe "das Leben bleibt unabsehbar" vollendet das Schreibwerk.
Das ist doch mal ein klares Statement
Danke dir! So wollte ich es auch verstanden wissen.
Es gibt Dinge, die muss man nicht erklären.
Zitat:
gerne gelesen und sehr schön gelungen
*danke*



Liebe sy,

Zitat:
Hier geht es um Verrat und Entäuschung. Jemand hat sich mehr erhofft von einem Menschen oder den Menschen.
Du hast dieses Thema klar beschrieben, es spricht für sich selbst.
So ist es. Freut mich, dass dich das Thema erreicht hat
Vielen herzlichen Dank!


Liebe Grüße euch beiden,
Chavali

__________________
.
© auf alle meine Texte
Du bist nicht mehr da, wo Du warst,
aber Du bist überall, wo ich bin.


*
Chavali ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.05.2016, 17:34   #5
Erich Kykal
TENEBRAE
 
Benutzerbild von Erich Kykal
 
Registriert seit: 18.02.2009
Ort: Österreich
Beiträge: 8.059
Standard

Zitat:
Zitat von Chavali Beitrag anzeigen
Die kalte Hand, sie ließ mich spüren
Gefühle, die vergangen sind,
im Sog des Lebens wird verlieren
der Mensch in seines Daseins Wind.

Der kalte Mund, er ließ mir sagen,
dass Worte falsch und nichtig sind,
im Feld der Bosheit haben Fragen
nach Glück und Liebe keinen Sinn.

Der kalte Blick, er ließ mich frieren,
wie Rosen, rot, im Januar.
Wie sehr wir auch nach Wärme gieren,
das Leben bleibt unabänderbar.

Hi, Chavi!

Nachdenklich-trauriges Gedicht, aber angenehm fließend zu lesen.

2 gravierende Schnitzer:

S1Z3 - diese Phrase ist hier sowohl inversiv als auch ohne Gleichsetzungsglied im Nominativ (die), das auch hier genannt werden müsste, falls Z3 auf die verlorenen Gefühle in Z2 Bezug nimmt.

Falls Z3 auf den Mensch in Z4 Bezug nimmt, ist die Phrase auch missverständlich: Soll nur gesagt werden, dass er ganz allgemein verliert in seines Daseins Wind, oder wurde zu erwähnen vergessen, WAS er verliert?

Altern.:

(Bezug auf Z2)
Die kalte Hand, sie ließ mich spüren
Gefühle, die vergangen sind,
die wir im Lebenssog verlieren
und in des Daseins Wendewind.

(Bezug auf Z4)
Die kalte Hand, sie ließ mich spüren
Gefühle, die vergangen sind.
Die Menschen wanken und verlieren
sich ewig in des Lebens Wind.


S3Z4 - Hebungsprall "bleibt unabsehbar". Ob man das Wort auch "unabsehbar" betonen kann, weiß ich nicht - für mich klingt das unnatürlich so.

Altern.:

Der kalte Blick, er ließ mich frieren,
wie Rosen, rot, im Januar.
Wie sehr wir auch nach Wärme gieren,
das Sein ist nicht berechenbar (oder:... bleibt unberechenbar).


Sehr gern gelesen!

LG, eKy
__________________
Weis heiter zieht diese Elend Erle Ute - aber Liebe allein lässt sie wachsen.
Wer Gebete spricht, glaubt an Götter - wer aber Gedichte schreibt, glaubt an Menschen!
Ein HAIKU ist ein Medium für alle, die mit langen Sätzen überfordert sind.
Dummheit und Demut befreunden sich selten.

Die Verbrennung von Vordenkern findet auf dem Gescheiterhaufen statt.
Hybris ist ein Symptom der eigenen Begrenztheit.
Erich Kykal ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.05.2016, 18:16   #6
Chavali
ADäquat
 
Benutzerbild von Chavali
 
Registriert seit: 07.02.2009
Ort: Mitteldeutschland
Beiträge: 12.553
Standard

Servus Erich,

was Zeile 3 in Strophe 1 betrifft:
Hier ist gemeint, dass der Mensch (im Allgemeinen) nur verlieren kann, wenn er keine oder falsche Gefühle zulässt,
d.h. also an Lebensqualität - keine verlorene Sache o.ä.

Deine Alternativen zu meiner Ausdrucksweise gefallen mir ziemlich gut.
Ich werde daraus etwas verwenden
Zitat:
S3Z4 - Hebungsprall "bleibt unabsehbar".
Ob man das Wort auch "unabsehbar" betonen kann, weiß ich nicht - für mich klingt das unnatürlich so.
Ich denke, man kann es so und so betonen, das wird sich im Lesefluss ergeben, denn im Allgemeinen
liest man einen Text in einem Rutsch durch und analysiert ihn nicht so, wie wir (du ) das hier tun.


Danke dir, hat mich gefreut!
Lieben Gruß,
Chavali

__________________
.
© auf alle meine Texte
Du bist nicht mehr da, wo Du warst,
aber Du bist überall, wo ich bin.


*
Chavali ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen


Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)
 
Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu

Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Kalt erwischt Sanssouci Kurzgeschichten 0 23.01.2012 13:20
bibber kalt [by gin & jim] ginTon Besondere Formen 4 03.05.2010 21:52
So kalt Walther Finstere Nacht 5 15.01.2010 12:34
Kalt Leier Ausflug in die Natur 3 18.02.2009 23:41


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 17:45 Uhr.


Powered by vBulletin® (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2019, Jelsoft Enterprises Ltd.

http://www.gedichte-eiland.de

Dana und Falderwald

Impressum: Ralf Dewald, Möllner Str. 14, 23909 Ratzeburg