Gedichte-Eiland  

Zurück   Gedichte-Eiland > Gedichte > Finstere Nacht

Finstere Nacht Trauer und Düsteres

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
Alt 03.06.2019, 14:50   #1
Walther
Gelegenheitsdichter
 
Registriert seit: 09.11.2009
Ort: Im Wilden Süden
Beiträge: 3.024
Standard Verfiel ein Korn

Verfiel ein Korn

Dem alten Stundenglas verfiel ein Korn.
Es blieb im Halse stecken. Nach dem Drehen
Fiel es zurück und war dadurch verlorn.
Man konnte es bald nicht mehr liegen sehen,

So schnell bedeckt von vielen Kameraden!
Die ganze Chose startete von vorn.
Das Mädchen walkte seine schönen Waden.
Ein neuer Stern am Himmel war geborn.

Die Zeit lief weiter, rann durch diese Enge.
Das Mädchen kleidete sich an, ging fort
Und ging durch eines Straßenfests Gedränge,
Und es geschah ihm nichts als nur ein Mord.

Das Korn, das dies entschied, fiel diesmal satt,
Weil es der Geist der Zeit gelassen hat.
__________________
Dichtung zu vielen Gelegenheiten -
mit einem leichtem Anflug von melancholischer Ironie gewürzt
Alle Beiträge (c) Walther
Abdruck von Werken ist erwünscht, bedarf jedoch der vorherigen Zustimmung und der Nennung von Autor und Urheberrechtsvorbehalt

Geändert von Walther (04.06.2019 um 14:13 Uhr)
Walther ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.06.2019, 21:42   #2
Erich Kykal
TENEBRAE
 
Benutzerbild von Erich Kykal
 
Registriert seit: 18.02.2009
Ort: Österreich
Beiträge: 8.194
Standard

Hi Walther!

So recht verstehe ich nicht, worauf das Gedicht hinaus will - und wie es dazu kommt.
Die Bilder sind für mich diffus versymbolisiert, und wer nicht den rechten Schlüssel dazu hat, der steht auf dem Schlauch!

Was soll heißen: "verfiel ein Korn"? Sollte es nicht "entfiel" heißen?

Nach welchem "Drehen" fiel es (wohin?) zurück?

Erst bleibt es "im Halse (wessen?) stecken", dann wird es (offenbar am Boden?) von vielen anderen bedeckt? Ist erstere Wendung nur allgemein bildlich gemeint?

"Chose" aus dem Jiddischen passt mir nicht so recht in gehobene lyrische Sprachhabung.

Welche "Enge" für die Zeit ist in S3Z1 gemeint?

Was hat das "Korn" (der Zeit? Was soll das sein?) mit der Entscheidung für einen Mord zu tun? Warum wird es dadurch "satt"?

Die Conclusio legt nahe, dass diese "Körner" Fürze der Zeit sind ("gelassen hat") - ja watten nu? Feststofflich (Körner) oder gasförmig (Pupse)?

Erst mal waren mir schon die "Körner" unverständlich - und jetzt geht es plötzlich um ein Mädchen, das, scheinbar "berühmt", ermordet wird?

Sorry, aber ich komm nicht mit ...


Der Reim "vorn/verlorn" ist m.E. gewagt, da kurzes und langes "o", und letzteres Wort muss verkürzt werden für den Reim. Lyrisch wie sprachtechnisch suboptimal.

LG, eKy
__________________
Weis heiter zieht diese Elend Erle Ute - aber Liebe allein lässt sie wachsen.
Wer Gebete spricht, glaubt an Götter - wer aber Gedichte schreibt, glaubt an Menschen!
Ein HAIKU ist ein Medium für alle, die mit langen Sätzen überfordert sind.
Dummheit und Demut befreunden sich selten.

Die Verbrennung von Vordenkern findet auf dem Gescheiterhaufen statt.
Hybris ist ein Symptom der eigenen Begrenztheit.

Geändert von Erich Kykal (03.06.2019 um 21:55 Uhr)
Erich Kykal ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.06.2019, 10:52   #3
Walther
Gelegenheitsdichter
 
Registriert seit: 09.11.2009
Ort: Im Wilden Süden
Beiträge: 3.024
Standard

Zitat:
Zitat von Erich Kykal Beitrag anzeigen
Hi Walther!

So recht verstehe ich nicht, worauf das Gedicht hinaus will - und wie es dazu kommt.
Die Bilder sind für mich diffus versymbolisiert, und wer nicht den rechten Schlüssel dazu hat, der steht auf dem Schlauch!

Was soll heißen: "verfiel ein Korn"? Sollte es nicht "entfiel" heißen?

Nach welchem "Drehen" fiel es (wohin?) zurück?

Erst bleibt es "im Halse (wessen?) stecken", dann wird es (offenbar am Boden?) von vielen anderen bedeckt? Ist erstere Wendung nur allgemein bildlich gemeint?

"Chose" aus dem Jiddischen passt mir nicht so recht in gehobene lyrische Sprachhabung.

Welche "Enge" für die Zeit ist in S3Z1 gemeint?

Was hat das "Korn" (der Zeit? Was soll das sein?) mit der Entscheidung für einen Mord zu tun? Warum wird es dadurch "satt"?

Die Conclusio legt nahe, dass diese "Körner" Fürze der Zeit sind ("gelassen hat") - ja watten nu? Feststofflich (Körner) oder gasförmig (Pupse)?

Erst mal waren mir schon die "Körner" unverständlich - und jetzt geht es plötzlich um ein Mädchen, das, scheinbar "berühmt", ermordet wird?

Sorry, aber ich komm nicht mit ...


Der Reim "vorn/verlorn" ist m.E. gewagt, da kurzes und langes "o", und letzteres Wort muss verkürzt werden für den Reim. Lyrisch wie sprachtechnisch suboptimal.

LG, eKy
Guten morgen,
das schlüsselwort lautet: stunden- oder sanduhr: https://www.google.com/search?client...-b-d&q=sanduhr guckst du, weißt du.
lg W.
PS: Habe "Stundenuhr" in "Stundenglas" geändert, um es leichter zu machen ...
__________________
Dichtung zu vielen Gelegenheiten -
mit einem leichtem Anflug von melancholischer Ironie gewürzt
Alle Beiträge (c) Walther
Abdruck von Werken ist erwünscht, bedarf jedoch der vorherigen Zustimmung und der Nennung von Autor und Urheberrechtsvorbehalt

Geändert von Walther (04.06.2019 um 12:07 Uhr)
Walther ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.06.2019, 17:56   #4
Erich Kykal
TENEBRAE
 
Benutzerbild von Erich Kykal
 
Registriert seit: 18.02.2009
Ort: Österreich
Beiträge: 8.194
Standard

Hi Walther!

AHA! Das Bild habe ich nicht bekommen - auf Sanduhr wär ich nicht gekommen, zu selten sind die Dinger heutzutage - obwohl sehr schön ohne Frage!

Bei uns sagt man übrigens nur "Sanduhr" dazu. Die Bezeichnung "Stundenuhr" dafür war mir nicht geläufig, zudem empfinde ich sie als ungenau, da viele Sanduhren kleinere Zeitspannen anzeigen als eine Stunde (zB für Eier oder Spiele)

Ich dachte an eine Wand- oder Standuhr mit Stundenanzeige, an Zahnräder und Mechanik. Klar passte da das "Korn" nicht rein, zumal ich dabei auch nicht primär an Sand dachte. Da gibt es viele Möglichkeiten: Reiskorn, Staubkorn, Samenkorn, ... . Mit einem "Sandkorn" wäre man vielleicht eher auf "Sanduhr" gekommen ...

Mein Fehler!

LG, eKy
__________________
Weis heiter zieht diese Elend Erle Ute - aber Liebe allein lässt sie wachsen.
Wer Gebete spricht, glaubt an Götter - wer aber Gedichte schreibt, glaubt an Menschen!
Ein HAIKU ist ein Medium für alle, die mit langen Sätzen überfordert sind.
Dummheit und Demut befreunden sich selten.

Die Verbrennung von Vordenkern findet auf dem Gescheiterhaufen statt.
Hybris ist ein Symptom der eigenen Begrenztheit.
Erich Kykal ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.06.2019, 12:29   #5
Walther
Gelegenheitsdichter
 
Registriert seit: 09.11.2009
Ort: Im Wilden Süden
Beiträge: 3.024
Standard

Hi eKy,
wenn ich die sanduhr genommen hätte, wäre es gleich aufgefallen. sorry für die irreführung! jetzt mit dem stundenglas sollte es besser passen, das setzt man mit der sanduhr in verbindung.
lg W.
__________________
Dichtung zu vielen Gelegenheiten -
mit einem leichtem Anflug von melancholischer Ironie gewürzt
Alle Beiträge (c) Walther
Abdruck von Werken ist erwünscht, bedarf jedoch der vorherigen Zustimmung und der Nennung von Autor und Urheberrechtsvorbehalt
Walther ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen


Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)
 
Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu

Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
grasgrünes Korn ginTon Besondere Formen 0 17.06.2012 16:38
blue korn blues ginTon Diverse 4 01.08.2009 23:40
Das Korn a.c.larin Ausflug in die Natur 10 28.06.2009 20:45


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 10:39 Uhr.


Powered by vBulletin® (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2019, Jelsoft Enterprises Ltd.

http://www.gedichte-eiland.de

Dana und Falderwald

Impressum: Ralf Dewald, Möllner Str. 14, 23909 Ratzeburg