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Alt 17.11.2019, 02:21   #1
Trauerdichter
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Standard Moderne Hexenverbrennung

Moderne Hexenverbrennung


Reichlich rechts sind diese Zeiten,
die mir Magenschmerz bereiten,
weil sie unser Volk verleiten
zu viel Hass und Streitigkeiten.

Nur das Deutsche darf es geben,
keine Existenz daneben,
wenn die AfDler weben
und den alten Stolz beleben.

Alles das, was wir nicht kennen,
soll auf einem Scheiter brennen,
da wir uns die Deutschen nennen
und gern unsren Bräuchen frönen.


17. Oktober 2019
Dieses Gedicht entstand in Zusammenarbeit mit der träumenden Nachtigall

Version 2:
Reichlich rechts sind diese Zeiten,
die mir Magenschmerz bereiten,
weil sie unser Volk verleiten
zu viel Hass und Streitigkeiten.

Nur das Deutsche darf es geben,
keine Existenz daneben,
wenn die AfDler weben
und den alten Stolz beleben.

Alles das, was wir nicht kennen,
soll auf einem Scheiter brennen,
da wir uns die Guten nennen
und uns gern vom Abschaum trennen.
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Anmerkung: Meine Gedichte sind widersprüchlich, weil sie die Widersprüchlichkeit einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung wieder geben sollen.

Geändert von Trauerdichter (17.11.2019 um 22:37 Uhr)
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Alt 17.11.2019, 12:08   #2
Falderwald
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Hi Trauerdichter,

ich kann mir denken, aus welchem Anlass heraus der Text entstanden ist.

Grundsätzlich ist auch gegen die Zeilen nichts einzuwenden, denn Extremismus und Engstirnigkeit jeglicher Art ist zu verurteilen, weil dieser zwangsläufig fast immer mit Gewalt endet.

Allerdings komme ich mit der Conclusio nicht ganz klar. Wir Deutschen wollen und sollen ein tolerantes und weltoffenes Volk sein.
D.h., wir sollen die Bräuche und Kulturen anderer respektieren und tolerieren.

Warum aber tun wir uns mit unseren eigenen Bräuchen so schwer? Ist das nicht ein Widerspruch in sich?
Wie kann man andere Kulturen akzeptieren, wenn man mit der eigenen nicht endlich mal ins Reine kommt?

Das frage ich mich in letzter Zeit immer öfter.

Könnte diese Selbstverleugunung nicht auch ein Grund für den ganzen Hass, die Streitigkeiten und das Erstarken populistischer Parteien sein?


In diesem Sinne gern gelesen und kommentiert...


Liebe Grüße

Bis bald

Falderwald


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Oh, dass ich große Laster säh', Verbrechen, blutig kolossal, nur diese satte Tugend nicht und zahlungsfähige Moral. (Heinrich Heine)


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Alt 17.11.2019, 17:23   #3
Thomas
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Ihr Lieben,

Falderwald hat Recht.

Wer sich nicht selbst liebt,
kann den Nächsten nicht lieben.
Wer nur sich selbst liebt,
kann überhaupt nicht lieben.

Liebe Grüße
Thomas
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Alles, was der Dichter uns geben kann, ist seine Individualität. Diese seine Individualität so sehr als möglich zu veredeln, ist sein erstes und wichtigstes Geschäft. Friedrich Schiller
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Alt 17.11.2019, 22:39   #4
Trauerdichter
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Um die Aussage unmissverständlicher zu machen, habe ich eine 2. Version eingestellt. Denn es geht mir nicht darum, dass es ein Fehler wäre, sein Land gut zu finden.

LG Alexander
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Anmerkung: Meine Gedichte sind widersprüchlich, weil sie die Widersprüchlichkeit einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung wieder geben sollen.
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Alt 18.11.2019, 06:55   #5
Thomas
Erfahrener Eiland-Dichter
 
Benutzerbild von Thomas
 
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Beiträge: 3.033
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Lieber Trauerdichter,

die 2.Version macht es mir nicht verständlicher.

Bitte bedenkt (auch bezüglich Falderwald Frage am Ende seines Kommentars) es ist keine Entwicklung, die nur in Deutschland stattfindet. Die Ursache liegen jenseits des im Gedicht angesprochenen, daher die Unklarheit des Textes.

Liebe Grüße
Thomas
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Geändert von Thomas (18.11.2019 um 07:01 Uhr)
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Alt 18.11.2019, 18:23   #6
Falderwald
Lyrische Emotion
 
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Ort: Inselstadt Ratzeburg
Beiträge: 9.626
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Hallo zusammen,

ich finde die Eingangszeile schon etwas irreführend:

Zitat:
Reichlich rechts sind diese Zeiten
Nicht, dass ich die Entwicklung nicht sehe, aber das stimmt so einfach nicht. Die CDU ist eindeutig in den letzten Jahren nach links gerückt, die SPD, die Grünen und die Linke sind sowieso dort verortet (die vier haben zusammen 71,6 % der abgegebenen Stimmen erhalten).

Einzig das Erstarken der AfD ist neu und somit ist seit Kriegsende zum ersten Mal wieder eine rechte Partei im Bundestag vertreten.
Bei einer Wahlbeteiligung von 76,2 % hat diese Partei 12,6 % der abgegebenen Stimmen erhalten. In Wirklichkeit aber hat sie nur 9,45 % der Stimmen bekommen, also nicht mal 10 %.

Und ich gehe jede Wette ein, dass diese auch bei der nächsten Bundestagswahl nicht wirklich etwas dazu gewinnen wird.

Was allerdings stimmt, ist, dass der Rechtsterrorismus zugenommen hat. Nach meiner Einschätzung ist dieser aber noch nicht vergleichbar mit dem Linksterrorismus der RAF in den 70ern bis Mitte der 80er Jahre.

Ich kann mich noch genau daran erinnern, dass ich als junger Mensch tatsächlich Angst hatte, einem evtl. Bombenattentat zum Opfer zu fallen, wenn ich in einer deutschen Großstadt (Köln, Düsseldorf, Wuppertal) unterwegs war.

Aber genau so, wie die damaligen Regierungen Schmidt und Kohl den Linksterrorismus besiegt haben, bin ich der festen Überzeugung, dass unsere Demokratie wehrhaft genug ist, auch die neuen Rechtsterroristen in den Griff zu bekommen.

Man muss nur Faschisten wie Höcke und Co beobachten und aufpassen, dass diese keine Macht bekommen.
Ich bin mir sicher, das wird gelingen.

Dann bleibt uns aber trotzdem noch der Islamismus. Und der ist genau so heimtückisch, wie alle anderen extremistischen Richtungen.

Um also ausgewogene Aussagen treffen zu können, sollte man andere Bedrohungen nicht auf die leichte Schulter nehmen, indem man nur in eine Richtung schaut.

Und wie Thomas schon schrieb, ist die Entwicklung der populistischen Kräfte nicht nur in D zugange. Wenn ich da in andere Länder schaue, sehe ich diese Kräfte stärker vertreten als in D.

Das macht mir Angst...


Liebe Grüße

Bis bald

Falderwald


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Alt 18.11.2019, 18:42   #7
Stefan
Priester aus Eigenem
 
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Ort: zwischen Harz und Heide
Beiträge: 67
Frage

Zitat:
Zitat von Trauerdichter Beitrag anzeigen

Reichlich rechts sind diese Zeiten
Hallo Trauerdichter,

hast du Beispiele dafür, wie die aktuelle Politik der Bundesregierung von rechtem Gedankengut geleitet oder durchzogen ist?

Gruß
Stefan
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"Unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Herrscher, gegen die Gewalten, gegen die Mächte dieser dunklen Welt und gegen die geistigen Kräfte des Bösen in den himmlischen Gefilden."
(Epheser 6,12)
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Alt 18.11.2019, 19:05   #8
Falderwald
Lyrische Emotion
 
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@Stefan, das habe ich doch schon geschrieben, oder?


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