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Satire Zipfel Für Zyniker und andere Fieslinge

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Alt 19.06.2020, 11:50   #1
Walther
Gelegenheitsdichter
 
Registriert seit: 09.11.2009
Ort: Im Wilden Süden
Beiträge: 3.157
Standard Killpills

Killpills

Ach, geb dich hin, sei eine schöne Leiche,
Das Leben ist nichts wert, das weißt du doch.
Dort unter dieser schönen deutschen Eiche
Wär noch ein Platz für jenes kühle Loch,

In das man sinkt, hat man die Faxen dicke
Und will den ganzen Aufwasch nicht mehr haben.
Was jucken dich die schnöden Erdgeschicke,
Wenn sich an dir die gelben Maden laben!

Sind die Gebeine erstmal freigeschabt
Und können in den Winden selig klacken,
Erkennte man, du warst darin begabt,
Den Tango wie den Samba zu verkacken.

Da sagst du nix? Das sind die guten Pillen!
Die killen selbst bei nicht vorhandnem Willen!
__________________
Dichtung zu vielen Gelegenheiten -
mit einem leichtem Anflug von melancholischer Ironie gewürzt
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Abdruck von Werken ist erwünscht, bedarf jedoch der vorherigen Zustimmung und der Nennung von Autor und Urheberrechtsvorbehalt

Geändert von Walther (23.01.2021 um 13:57 Uhr)
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Alt 19.01.2021, 01:14   #2
Rocco
Neuer Eiland-Dichter
 
Registriert seit: 21.11.2020
Beiträge: 27
Standard

Hallo Walther,

soll ich lachen oder weinen?

Deine Wortwahl (Gebeine kleckern im Wind), klingt, erst einmal, lustig. Denkt man aber darüber nach, liest sich dein Sonett wie ein Vorwurf. Eine bittere Abrechnung.

Der Titel: Killpills, sagt es schon: ein Lachen, das im Halse stecken bleibt.

Überzeugend illustriert.

Einen schönen Abend

Rocco
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Alt 19.01.2021, 07:59   #3
Chavali
ADäquat
 
Benutzerbild von Chavali
 
Registriert seit: 07.02.2009
Ort: Mitteldeutschland
Beiträge: 12.897
Standard

Zitat:
Da sagst du nix? Das sind die guten Pillen!
Die killen selbst bei nicht vorhandnem Willen!
Hi Walter,

das ist mehr als Satire!
Das ist die Wahrheit der ständigen und ausschließlichen, ich nenne es mal *Beeinflussung*, durch das,
wessen wir tagtäglich seit Monaten (oder auch schon Jahren) durch die Öffentlichkeit ausgesetzt sind.
Selber denken und informieren hilft - zumindest gegen eigene Verblödung!
Es ist bei weitem nicht alles alternativlos.

LG Chavali

__________________
.
© auf alle meine Texte
Die Zeit heilt keine Wunden, man gewöhnt sich nur an den Schmerz

*
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Alt 23.01.2021, 14:47   #4
Walther
Gelegenheitsdichter
 
Registriert seit: 09.11.2009
Ort: Im Wilden Süden
Beiträge: 3.157
Standard

Zitat:
Zitat von Rocco Beitrag anzeigen
Hallo Walther,

soll ich lachen oder weinen?

Deine Wortwahl (Gebeine kleckern im Wind), klingt, erst einmal, lustig. Denkt man aber darüber nach, liest sich dein Sonett wie ein Vorwurf. Eine bittere Abrechnung.

Der Titel: Killpills, sagt es schon: ein Lachen, das im Halse stecken bleibt.

Überzeugend illustriert.

Einen schönen Abend

Rocco
Hi Rocco,
danke fürs lesen. hier geht es erst einmal, das hast du benannt, um schwarzen humor. wir menschen separieren tod und leben. das ist nicht ganz richtig. wie die geburt ist der tod ein teil des lebens. er ist sein ende. und weil wir davor angst haben, trennen wir ihn ab.
der mensch verlacht ihn gern, den tod. er schreibt gedichte darüber, wie dieses. das lachen bleibt dabei, wenn sie gut sind, immer im halse stecken.
lg W.
Zitat:
Zitat von Chavali Beitrag anzeigen
Hi Walter,

das ist mehr als Satire!
Das ist die Wahrheit der ständigen und ausschließlichen, ich nenne es mal *Beeinflussung*, durch das,
wessen wir tagtäglich seit Monaten (oder auch schon Jahren) durch die Öffentlichkeit ausgesetzt sind.
Selber denken und informieren hilft - zumindest gegen eigene Verblödung!
Es ist bei weitem nicht alles alternativlos.

LG Chavali

Hi Chavali,
danke fürs lesen. dieser text ist kein kommentar zur pandemielage. schon gar nicht dient er als querdenker-argument. auch der autor lässt sich dafür nicht vereinnahmen.
in der tat sollten wir uns immer gut informieren und für tatsachen offen sein, auch wenn sie unsere meinungen erschüttern.
lg W.
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Alt 24.01.2021, 16:32   #5
Freihammer
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard Killpills

Ach Walther, wenn es nicht schon ein älteres Gedicht von dir wäre, könnte man in Tränen ausbrechen.
Deine Sprache „Was jucken dich die schnöden Erdgeschicke, Wenn sich an dir die gelben Maden laben!“
könnte auch leicht abgewandelt bei Arno Holz stehen: „Grauen wirfft mich / Angst und Schweiß / gihb mich nicht den Würmern preiß!“
(gihb oder geb ist hier nicht die Frage!).
Dennoch, wenn man gerade erst (Donnerstag) genau die Prozedur mitzumachen die Würde auf sich zu nehmen hatte (für den, der mit hoch auf dem gelben Wagen saß), wo zum Abschied der Redner (ein ausgebildeter Sänger) solo das Wilhelm-Ganzhorn-Lied vom „Schönsten Wiesengrunde“ sang, das der Dichter dermaleinst für seine Angebetete geschrieben hatte und das zu ihrer Hochzeit gespielt (oder gesungen) wurde, dann möchte man mit weniger Ernst deinen Worten folgen.
So ist es etwas schwerer. Das Leben ist doch soviel wert, es zu beachten! Und was denn A) dazu gehört, das sagt uns B) der Statter.
Traurig grüßt dich Freihammer.
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Alt 05.02.2021, 11:39   #6
Walther
Gelegenheitsdichter
 
Registriert seit: 09.11.2009
Ort: Im Wilden Süden
Beiträge: 3.157
Standard

Zitat:
Zitat von Freihammer Beitrag anzeigen
Ach Walther, wenn es nicht schon ein älteres Gedicht von dir wäre, könnte man in Tränen ausbrechen.
Deine Sprache „Was jucken dich die schnöden Erdgeschicke, Wenn sich an dir die gelben Maden laben!“
könnte auch leicht abgewandelt bei Arno Holz stehen: „Grauen wirfft mich / Angst und Schweiß / gihb mich nicht den Würmern preiß!“
(gihb oder geb ist hier nicht die Frage!).
Dennoch, wenn man gerade erst (Donnerstag) genau die Prozedur mitzumachen die Würde auf sich zu nehmen hatte (für den, der mit hoch auf dem gelben Wagen saß), wo zum Abschied der Redner (ein ausgebildeter Sänger) solo das Wilhelm-Ganzhorn-Lied vom „Schönsten Wiesengrunde“ sang, das der Dichter dermaleinst für seine Angebetete geschrieben hatte und das zu ihrer Hochzeit gespielt (oder gesungen) wurde, dann möchte man mit weniger Ernst deinen Worten folgen.
So ist es etwas schwerer. Das Leben ist doch soviel wert, es zu beachten! Und was denn A) dazu gehört, das sagt uns B) der Statter.
Traurig grüßt dich Freihammer.
Hi Freihammer,
in der tat greife ich immer wieder tief in die sprachkiste und finde dort das eine und die andere und den da, den finde ich manchmal auch. wir leben in einem poesieraum, zu dem alles gehört, was in der jeweiligen sprache geschrieben wurde. leinen los geht und gilt nicht. daher ist kenntnis von nutzen.
das lebensende ist teil desselben. das grauen kann man eigentlich nur satirisch ertragen. es ist schrecklich. die trauer auch. gute erinnerungen und lachen trösten und befreien.
lg W.
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Alle Beiträge (c) Walther
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