Hallo, Ulrich,
danke für den "Einblick" in Schillers "Spaziergang".

Dass mit der "Sonne Homers" nicht nur die "natürliche" Sonne gemeint ist, das hatte ich durchaus erkannt.
Genau genommen könnte man darin nicht nur die "Homers Sonne" im Sinn der antiken (griechischen) Dichtkunst sehen, sondern (so denke ich) auch die "Sonne der Lyrik/Poesie" an sich ...
Jede Form der Kunst, auch das Schreiben von Gedichten, wandelt sich, denn auch die "Kultur" wandelt sich - im "Laufe der Zeit". Daran ist nichts Schlechtes - es gilt nur, das Vergangene nicht um seiner selbst willen zu verwerfen, und das Zukünftige nicht alleine aufgrund des "Neuen" anzunehmen. Für mich gilt es, hier zu "selektieren". Vieles kann in unsere heutige Zeit nicht (oder nur ungenügend) "übertragen" werden, allein schon aufgrund der Sprache, denn die deutsche Sprache ist "anders" geartet als das antike Griechisch. Aber ich bin auch der Ansicht, dass jeder Dichter sich mit der "Vergangenheit" gründlich befassen sollte, um zu erkennen, worauf die Dichtkunst "beruht". Einfach "drauflosschreiben", ohne jede Regel, das wäre falsch. Es wäre allerdings ebenso falsch, "antike" Regeln zu Dogmen zu erklären - es gilt, hier den "goldenen Mittelweg" zu finden.
Kurz gesagt: Um "neue Wege" gehen zu können, sollte jeder die "alten Wege" beschritten haben.
Liebe Grüße
Stimme der Zeit