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Denkerklause Philosophisches und Nachdenkliches

 
 
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Alt 11.07.2018, 09:58   #4
Erich Kykal
TENEBRAE
 
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Hi Chavi!

Du hast recht! Mein Verstand steht mir mitunter im Wege, und selten finde ich eine so unverbaut emotionale Tür zu dem, was ich beschreiben will wie Laie - da drängen sich immer gleich philosophische, kritische oder vergleichende Gedanken dazwischen.
Ich bin eben eindeutig kopflastig, während Gefühle bei mir ein eher kümmerliches Dasein fristen. Am ehesten kommen sie sogar in meinen Gedichten zur Geltung, wo sie sich wenigstens schriftlich Gehör verschaffen. Daran magst du ermessen, welch untergeordnete Rolle sie in meinem täglichen Leben spielen.
Ich muss alles zerebral zerpflücken, analysieren, objektivieren, ich bin der Denker, der Zweifler, der Hinterfrager, der Beobachter am Rande, der zusieht, aber nie teilnimmt. Zuweilen macht Verbitterung mich zu einem Nörgler und Motzer, Nestzerfetzer, Suderer, Semperer, der an nichts ein gutes Haar lassen kann, bzw. immer selbiges in der Suppe findet!
Nicht jeder verträgt das oder weiß es ob meines Zustandes dann zu relativieren. Ich spiele die Klaviatur von Ironie, Sarkasmus und Zynismus seit Jahrzehnten gekonnt rauf und runter und vergesse zuweilen, dass die feinen Unterschiede manchem nicht so recht bewusst sein mögen. Weitere ertragen dies gar nicht.

Oft genug bleibt meine Lyrik eher Hirnwixerei denn echtes Mitfühlen und Versenken, vor allem im Vergleich zu so unvergleichlich innigen Zeilen wie Laies. Wiewohl sie mich ergreifen, vermag ich diese Ergriffenheit doch nur eher geistig abhandelnd beschreiben denn sie selbst verinnerlicht habend lyrisch umsetzen.
Das einzige Pfund, mit dem ich wirklich wuchern kann, ist meine Sprachdurchdringung, die mir erlaubt, Inhalte trotz komplexer Satzführung oder inhaltlicher Vielschichtigkeit klar erkenntlich zu vermitteln - zumindest meistens.

Soweit meine Selbstanalyse. Wollte jemand widersprechen?

LG, eKy
__________________
Weis heiter zieht diese Elend Erle Ute - aber Liebe allein lässt sie wachsen.
Wer Gebete spricht, glaubt an Götter - wer aber Gedichte schreibt, glaubt an Menschen!
Ein HAIKU ist ein Medium für alle, die mit langen Sätzen überfordert sind.
Dummheit und Demut befreunden sich selten.

Die Verbrennung von Vordenkern findet auf dem Gescheiterhaufen statt.
Hybris ist ein Symptom der eigenen Begrenztheit.
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