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Liebesträume Liebe und Romantik

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Alt 02.03.2019, 20:43   #1
Erich Kykal
TENEBRAE
 
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Ort: Österreich
Beiträge: 8.570
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Hi Wilhelmine!

Als ich vor 10 Jahren hier anfing, hatte ich auch kaum Ahnung von Lyrik, dachte, ich könnte das schon allein durch "Taktgefühl" und aus dem Bauch heraus. Ich glaubte, meine Begeisterung für die Materie sei allemal ausreichend, und ich wüsste bereits alles, was nötig ist ...

Man weiß erst, wie sehr man irrte, wenn man mehr weiß ...


Das Wichtigste der "klassischen Dichtkunst" ist aber rasch zusammengefasst, da kannst du dich in ein paar Stunden auf Wikipedia schlau machen, und auch hier gibt es einige Fäden dazu:

Hebungen, Senkungen und ihre Abfolgen in verschiedenen Verstaktformen (Jambus, Daktylus, Trochäus, Ambibrachys usw ... - die exakte Nomenklatur habe ich bis heute nicht drauf!),
Auftakte (betont oder unbetont), Kadenzen (männlich oder weiblich),
Reimschemata usw ...

Letztendlich die lautmalerische Komponente mittels Sprachfluss, Sprachmelodie, Wortwahl mit entweder getragenen, "dunklen" Vokalen, dem eher neutralen "e" oder dem schrillen "i", usw ...


Ich konnte mich besonders für die Form des Sonetts begeistern:

je 2 Quartette und 2 Terzette, die Vierzeiler mit umarmenden gleichen oder gespiegelten Reimen ( ABBA - ABBA oder ABBA - BAAB), die Dreizeiler mit 2 oder 3 Reimen (CDC - DCD oder CCD - DDC oder CDE - CDE oder CDC - EDE usw ...), aber das Sonett sollte nie auf 2 direkt gereimte Zeilen enden.
Das klassische Sonett hat durchwegs unbetonte Auftakte und weibliche Kadenzen, aber heutzutage darf mit der Form frei experimentiert werden (außer du gehörst zu den Puristen, die schlachten dich für ein Sonett mit betontem Auftakt, vierhebigen Versen und gemischten Kadenzen! )

Das klassische Sonett wird auch inhaltlich eingeteilt in These (1. Quartett), Antithese (2. Quartett) und Synthese (Terzette), aber diese Regel war mir immer schon zu starr und einschränkend!


LG, eKy
__________________
Weis heiter zieht diese Elend Erle Ute - aber Liebe allein lässt sie wachsen.
Wer Gebete spricht, glaubt an Götter - wer aber Gedichte schreibt, glaubt an Menschen!
Ein HAIKU ist ein Medium für alle, die mit langen Sätzen überfordert sind.
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Die Verbrennung von Vordenkern findet auf dem Gescheiterhaufen statt.
Hybris ist ein Symptom der eigenen Begrenztheit.

Geändert von Erich Kykal (03.03.2019 um 19:35 Uhr)
Erich Kykal ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.03.2019, 19:22   #2
Wilhelmine
Erfahrener Eiland-Dichter
 
Registriert seit: 26.02.2019
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Beiträge: 113
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Hi Erich!
Ich sehe schon, ich werde wohl nicht drumrum kommen.

Lieben Dank für deine "Ausführungen".
Schönen Wochenstart
LG Wilhelmine
Wilhelmine ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.03.2019, 10:49   #3
Chavali
ADäquat
 
Benutzerbild von Chavali
 
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Beiträge: 13.025
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Hallo Wilhelmine,

jetzt kenne ich deine Urversion nicht, aber ich bin davon überzeugt, dass dir der Erich
das Richtige beigebracht hat

Ein schönes Gedicht, gut geschrieben, die Aussage klar und nicht verschnörkelt, so dass man sich
nicht die Hirmwindungen wund grübelt

Rhythmisch und gefällig zu lesen - was will man mehr.
Gefällt!

LG Chavali
__________________
.
© auf alle meine Texte
Die Zeit heilt keine Wunden, man gewöhnt sich nur an den Schmerz

*
Chavali ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.03.2019, 13:37   #4
Wilhelmine
Erfahrener Eiland-Dichter
 
Registriert seit: 26.02.2019
Ort: in einem abgelegenen Haus ohne Nachbarn
Beiträge: 113
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Hallo Chavali!
Das was der Erich zitiert hat ist die Uversion.
Wenn es dir jetzt so gefällt, dann bleibt's dabei.
Nach der Änderung war's für mich nur ungewohnt, weil einem der Urtext noch durch den Kopf spukt.
Hab mich über deinen Kommentar sehr gefreut.
Liebe Grüße
Wilhelmine
Wilhelmine ist offline   Mit Zitat antworten
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