Gestern, 23:20
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Erfahrener Eiland-Dichter
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PORT ROYALE
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Worte zur Kunst: Lyrische Abstraktion
PORT ROYALE (Blankosonett)
mein Schwebezustand wirkt ganz Selbstvergessen
wenn ich den Ausdruck wähle, der mich trägt
wie eine Feder zur spontanen Skizze
die ihre Zeichnung lyrisch abstrahiert
als wäre Raum ein Maß der Mengenlehre
und Zeit ein Wirkgeflecht aus Strichen, die
sich repressiv den ELEMENTEN nähern
die gegenüber Selbst | Bestimmung stehen
so aus dem Stegreif würde ich behaupten
das Maß ist voll, wenn etwas überschwappt
gleich dem Gefühl von Wut in wunden Herzen
lass ich es raus und hab mich selbst befreit
aus dieser Wirtschaftslage: Krieg, Kanonen
and will forget myself in order to exist…
»and will forget myself in order to exist« ein etwas abgeänderter Vers aus dem ins Englische übersetzten Originalzitat It is the will to forget oneself, in order to exist von Georges Mathieu, siehe: hier, dessen Werk PORT ROYALE (ins Moderne übersetzt, siehe: hier) dem vorliegenden Gedicht als Vorlage diente. In diesem Zusammenhang spricht Mathieu von der künstlerischen Schaffenskraft, der »lyrischen Abstraktion«, siehe: hier, die sich intuitiv bzw. aus sich selbst heraus durch „reine Manifestation des Seins“ ergibt. Dies ist ebenfalls mit der Vorbereitungspraxis des Haiku-Schreibers vergleichbar, welcher traditionell den Weg des »Satori« geht, siehe: hier. Hier gehen die Meinungen zwar auseinander, siehe: hier, jedoch sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass die Sprachgestaltung des Haiku durch Erfahrung im Haiku-Schreiber bereits vorhanden ist.
*Text zum Bild: Georges Mathieu PORT ROYALE Galerie unbekannt
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ich ufer über...
Alles, was einmal war, ist immer noch, nur in einer anderen Form. (Hopi)
nichts bleibt, nichts ist abgeschlossen und nichts ist perfekt... (Wabi-Sabi)
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