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#1 |
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Lyrische Emotion
Registriert seit: 07.02.2009
Ort: Inselstadt Ratzeburg
Beiträge: 10.111
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Die Schattenvögel Im grünen, deutschen Eichenwald da haust eine feige Gemeinschaft, sie nennt sich die Wächter, doch ihre Gestalt ist glanzlos und ohne Gefühlskraft. Die Eulen und Krähen im dichten Geäst erfüllen den Willen des Herrn, wenn er ihnen Käfer und Korn überlässt, dann dienen sie kriechend ihm gern. Nur einer flog höher, so schnell wie ein Blitz, der Falke, dem Freiheit als Geisteskraft galt, er pochte aufs Recht mit Verstand und mit Witz, wohl gegen die Willkür im sumpfigen Wald. „Der Unruhestifter muss aus dem Revier!“, so dachte der Waldherr voll Zorn insgemein. Er bot der Vasallenschaft in ihrer Gier die fettesten Maden und Mehlwürmelein. Da haben die Brüder des Rats per Gericht den mutigen Falken verstoßen, verbannt. Sie wandten verlegen ihr Angesicht, als edel er aus ihrer Mitte verschwand. Sie dachten, sie hätten ihm alles verbaut, geopfert dem herrschenden Trott. Der Falke flog aufwärts und lachte nur laut ob all dieser Feigheit voll Spott. Doch sprachen die Richter des Ehrengerichts dem Falken das Recht zu auf weiteren Sold: ein Jahr lang Verdienst, dafür tun muss er nichts, vom Waldherr entrichtet in glänzendem Gold! Nun hocken die Krähen im eisigen Wind, verlieren im Frondienst die einstige Macht, derweil fliegt der Falke im Äther geschwind durch Lüfte und Wolken in Freiheit und lacht. Er denkt sich, da unten verstehen sie nichts und blickt amüsiert auf das graue Gewimmel. Ihr glaubtet zu opfern den Träger des Lichts? So bleibt in der Knechtschaft, denn ich hab den Himmel! Falderwald . .. .
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Manchmal muss man eben Dreck fressen, um Gold kacken zu können (Falderwald) Für alle meine Texte gilt: © Falderwald --> --> --> --> --> Wichtig: Tipps zur Software |
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#2 |
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Lim-Fee
Registriert seit: 01.05.2014
Beiträge: 217
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Lieber Falderwald,
dein Gedicht hat mich sofort gepackt — nicht wegen der äußeren Handlung, sondern wegen der Haltung, die darunter liegt. Du erzählst diese Fabel mit einer Klarheit, die nicht laut werden muss, um deutlich zu sein. Die Bilder sind kraftvoll, aber nie überladen und der Ton bleibt durchgehend ruhig, fast gelassen, selbst dort, wo die Szene eigentlich von Ungerechtigkeit und Feigheit handelt. Besonders stark finde ich den Falken: Er ist nicht heroisch im klassischen Sinn, sondern einfach konsequent frei. Sein Flug nach oben wirkt nicht wie Flucht, sondern wie eine Entscheidung, die aus innerer Stärke kommt. Dass du diese Freiheit nicht pathetisch, sondern sachlich zeichnest, macht den Text so überzeugend. Auch die Wächtergemeinschaft ist treffend dargestellt — nicht böse, sondern bequem, nicht grausam, sondern feige. Genau diese Nuance macht die Fabel glaubwürdig. Die Szene, in der sie ihr Angesicht abwenden, ist für mich der leise Höhepunkt: ein Moment, der mehr sagt als jede Anklage. Und der Schluss hat eine wunderbare Mischung aus Spott und Souveränität. Der Falke lacht nicht aus Häme, sondern aus Erkenntnis. Sein Blick von oben ist kein Triumph, sondern ein Abstand, den er sich verdient hat. Eine starke, klare Fabel — und eine, die mehr erzählt, als sie ausspricht. Herzliche Grüße von Xenia ![]() |
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