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| Denkerklause Philosophisches und Nachdenkliches |
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#1 |
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Max Vödisch
Registriert seit: 26.03.2013
Ort: Osterzell
Beiträge: 122
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Wo Asphalt riecht nach altem Regen,
wankt Pegasus durch die Nacht, sein glanzloses Fell auf trüben Wegen, hat einst sein Stolz zu Gold gemacht. Die Flügel schwer, vom Alter müde, das Silber weicht dem kalten Grau, verloschen ist die glänzende Blüte, sein Schritt verhallt im Morgentau. Daneben geht eine dunkle Gestalt, vom Ruß der Jahre dicht umhüllt, wo Phönix einst als Lichtblick galt, ist seine Glut nur noch verhüllt. Sein Kleid aus Ruß und grauer Asche, ein letzter Rest vom alten Streben, er greift vergebens in die Tasche, um sich noch einmal zu erheben. Der Ikarus am Rande steht, die Hände wund vom alten Schmerz; wenn sein Blick zum Himmel geht, erbebt noch immer stumm sein Herz. Er hebt die Schwingen voller Liebe, will nur das Licht einmal berühren; doch eh er hoch im Wind verbliebe, muss er den Sturz aufs Neue spüren. Sie teilen stumm die große Leere, die Einsamkeit in kalter Nacht, ein Streben nach der alten Ehre, das ihnen nur noch Trauer macht. Und doch im Fallen, Staub und Stein, bleibt tief im Innern eine Spur: Ein leises Flehen, nicht allein zu sein, in ihrer Welt der rückwärts laufenden Uhr. |
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#2 |
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Eiland-Dichter
Registriert seit: 14.08.2026
Ort: Heppenheim Bergstraße
Beiträge: 68
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Hallo Max,
dein Text ist so gnadenlos und ehrlich und direkt, dass er in Teilen schmerzt und sehr berührt. Die Endlichkeit aller Dinge, der Fall der Helden die wir als sicher erkannt hatten. Wie kann es sein, dass der Phönix nicht mehr aus der Asche aufersteht? Er ist genau so alt und müde geworden, wie sich vielleicht jeder einmal fühlt. Alle scheitern und alle wollen am Ende doch nur das Eine: nicht allein sein. Was für ein grandioser menschlicher Abschluss. Danke für deine Gedanken lg Floris |
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#3 |
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Max Vödisch
Registriert seit: 26.03.2013
Ort: Osterzell
Beiträge: 122
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Hallo Floris,
danke für deine tiefgehende Rückmeldung! Es freut mich sehr, wie genau du den Kern des Gedichts erfasst hast. Dass die alten Mythen hier ihre Unverwundbarkeit verlieren und als Spiegelbild für menschliche Müdigkeit, Scheitern und die Sehnsucht nach Gemeinschaft stehen, hast du treffend auf den Punkt gebracht. Schön, dass besonders der stille Abschluss bei dir so stark nachhallt. Liebe Grüße Max |
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