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Ein neuer Morgen Fröhliches und Hoffnungen

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Alt Gestern, 08:29   #1
Taxi5013
Erfahrener Eiland-Dichter
 
Registriert seit: 17.01.2017
Beiträge: 377
Standard Unser Leben

Das Leben – ein flüchtiger Augenblick

Das Leben ist ein stiller Fluss, der durch die Zeit sich windet, der uns mit jedem neuen Tag ein Stückchen Zukunft kündet.

Es schenkt uns Glück im Morgenlicht, lässt Rosen für uns blühen, und manchmal müssen wir durch Nacht und durch die Schatten ziehen.

Wir lernen lieben, lernen geh’n, verlieren und gewinnen, und suchen oft ein ganzes Jahr, was wir längst tief in uns finden.

Es trägt die Spuren unsrer Zeit, die Falten unsrer Sorgen, doch hinter jeder dunklen Nacht wartet ein neues Morgen.

Wie oft hielt uns ein Wort zurück, wie oft hat eins befreit, wie oft war eine kleine Hand ein Stern in dunkler Zeit.

Wir tragen Menschen in uns fort, die längst von uns gegangen, und hören noch ihr liebes Wort, als wär's erst jüngst verklungen.

Denn nichts, was uns im Herzen traf, kann ganz verloren gehen. Was Liebe einmal in uns schuf, wird still in uns bestehen.

Und wenn der Herbst des Lebens naht, die Tage leiser werden, dann liegt in jedem Sonnenstrahl ein tiefer Sinn auf Erden.

Dann zählen nicht die Jahre mehr, nicht Ruhm und Gold und Macht. Es zählt, ob unser Herz noch liebt, ob Güte in uns wacht.

Und wenn dereinst der Abend kommt, der letzte still und sacht, dann frag nicht, wie viel Zeit verging, sondern, was sie aus dir gemacht.
Taxi5013 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt Gestern, 22:09   #2
thommi
Erfahrener Eiland-Dichter
 
Registriert seit: 28.12.2013
Beiträge: 108
Standard

Hallo Taxi5013,

ach je, was für ein plötzlicher, rührender Sinneswandel! Kaum fliegt dir deine zahnlose Kneipen-Romanze samt dem „porösen Arsch“ und dem fäkalen Beistand deines keulenschwingenden Kumpels um die Ohren, wirfst du dir das Gewand des gütigen Alters-Philosophen über und flüchtest dich in die absolute Schmalz-Kompensation.

Diese moralische und literarische Metamorphose ist wirklich filmreif. Eben noch auf billigem „Weiberfang“ am Tresen, und jetzt faselst du plötzlich mit feuchten Augen von „Güte, die in uns wacht“ und dass „unser Herz noch liebt“. Diese plötzliche Heuchelei ist kaum zu überbieten.

Aber schauen wir uns dein neues „Meisterwerk“ mal an. Du hast diesmal die klassischen Strophen weggelassen und den Text stattdessen als lange Fließtext-Blöcke gepostet. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt – hattest du etwa panische Angst, dass ich dir dein holperndes Metrum wieder Zeile für Zeile zerlege, wenn du es ordentlich untereinander schreibst?

Geholfen hat das optische Versteckspiel allerdings nicht, denn inhaltlich hast du hier den absoluten Rekord im Phrasendreschen aufgestellt. Jede Zeile ist eine Aneinanderreihung der abgegriffensten Lyrik-Klischees der Menschheit. Der „stille Fluss“, „Rosen, die blühen“, die „Nacht und die Schatten“, der „Herbst des Lebens“, „Ruhm und Gold und Macht“. Das ist kein individuelles Gedicht, Taxi, das ist ein wandelnder Kitsch-Baukasten für Trauerkarten und Wandtattoos aus dem Möbelhaus.

Und selbst im tiefsten Rührseligkeits-Sumpf verlässt dich dein handwerklicher Endgegner – die deutsche Sprache – nicht: Du lässt deine Figuren ernsthaft „ihr liebes Wort hören, als wär's erst jüngst verklungen“. Abgesehen davon, dass ein Wort nachklingt, während eine Melodie verklingt: Ein Wort verklingt nicht „jüngst“, sondern „gerade eben“. Aber wie immer bei dir gilt: Hauptsache, der Notreim geht irgendwie auf „gegangen“ auf.

Ein wirklich rührender Versuch, dich nach deiner intellektuellen Pleite im Kneipen-Thread auf die Meta-Ebene der tiefen Weisheit zu retten. Du hast uns damit zwar nicht berührt, aber zumindest bewiesen, dass dein Vorrat an sentimentalem Wischi-Waschi unerschöpflich ist.

Freundliche Grüße
thommi

thommi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt Heute, 13:39   #3
Taxi5013
Erfahrener Eiland-Dichter
 
Registriert seit: 17.01.2017
Beiträge: 377
Standard

Wenn die Kritik den Dichter nicht mehr erreicht, greift sie den Menschen an

Hallo thommi,

ich habe deine Kritik an meinem Gedicht gelesen. Du hast dir viel Mühe gegeben, eine möglichst vernichtende Abrechnung daraus zu machen. Doch bei aller sprachlichen Schärfe sollte man eines nicht vergessen: Zwischen einer begründeten literarischen Kritik und einer persönlichen Herabsetzung besteht ein erheblicher Unterschied.

Du bezeichnest mein Gedicht als „Schmalz-Kompensation“, als „Kitsch-Baukasten“ und als „sentimentales Wischi-Waschi“. Du unterstellst mir Heuchelei, Feigheit und eine angebliche intellektuelle Pleite. Du ziehst sogar mein Alter und meine früheren Beiträge heran, um meine Glaubwürdigkeit als Mensch infrage zu stellen.

Aber was genau beweist das über mein Gedicht?

Eine Beleidigung ist noch kein Argument, und eine Verhöhnung ist noch keine literarische Analyse.

Du kritisierst die Bilder vom stillen Fluss, von Rosen, Schatten und dem Herbst des Lebens. Ja, diese Bilder sind in der Lyrik häufig verwendet worden. Das ist kein Geheimnis. Doch ein bekanntes Bild ist nicht automatisch ein schlechtes Bild. Entscheidend ist, in welchem Zusammenhang es steht, welche Gedanken es trägt und ob es beim Leser etwas auslöst.

Du darfst mein Gedicht für konventionell, zu allgemein oder sprachlich wenig eigenständig halten. Das sind legitime Einwände. Dann aber erwarte ich eine nachvollziehbare Begründung, die sich mit Inhalt, Rhythmus, Sprachführung und Aussage auseinandersetzt. Die bloße Aneinanderreihung abwertender Etiketten ersetzt diese Arbeit nicht.

Auch deine Bemerkung, ich hätte den Text absichtlich anders formatiert, um deine Kritik zu umgehen, ist bemerkenswert. Du kennst meine Beweggründe nicht. Du vermutest eine Absicht und präsentierst deine Vermutung anschließend wie eine erwiesene Tatsache. Das ist keine Textkritik, sondern eine Unterstellung.

Ähnlich verhält es sich mit deinem Hinweis auf das „jüngst verklungene“ Wort. Über die sprachliche Präzision dieser Formulierung kann man durchaus diskutieren. Aber aus einer einzelnen Wendung lässt sich weder die Qualität des gesamten Gedichts abschließend bestimmen noch die geistige Leistungsfähigkeit seines Verfassers ableiten.

Und nun zum eigentlichen Kern.

Ein Gedicht über das Leben, über Verlust, Erinnerung, Liebe und die Vergänglichkeit muss nicht zwangsläufig eine sprachliche Revolution auslösen. Es darf auch den Versuch unternehmen, allgemein menschliche Erfahrungen in verständlicher Sprache auszudrücken. Nicht jeder Text will durch formale Kühnheit glänzen. Mancher möchte einen Gedanken weitergeben, einen Erinnerungsraum öffnen oder einen Menschen für einen Augenblick zum Nachdenken bringen.

Ob mir das gelungen ist, entscheidet sich nicht allein an deinem Urteil. Andere Leser dürfen anders empfinden. Sie dürfen widersprechen, loben oder kritisieren. Gerade darin liegt der Wert eines Literaturforums.

Was ich allerdings nicht für einen Beweis literarischer Überlegenheit halte, ist die Lust, einen anderen Menschen öffentlich möglichst gründlich lächerlich zu machen.

Du magst mein Gedicht zerlegen. Du magst seine Schwächen benennen. Du darfst es sogar für misslungen halten. Aber wenn du aus der Kritik am Text einen Angriff auf den Charakter, die Würde und die geistigen Fähigkeiten seines Verfassers machst, verlässt du den Bereich der sachlichen Auseinandersetzung.

Denn die Qualität einer Kritik zeigt sich nicht daran, wie tief sie verletzen kann, sondern daran, wie überzeugend sie begründet, was sie behauptet.

Ich werde nicht behaupten, dass mein Gedicht frei von Schwächen ist. Kein ernsthafter Autor muss das. Aber ebenso wenig muss ich jede persönliche Herabsetzung als fachliche Autorität akzeptieren.

Am Ende bleibt eine einfache Frage: Wollen wir in einem Literaturforum Texte beurteilen und voneinander lernen – oder wollen wir vor allem demonstrieren, wer den anderen mit den schärfsten Worten öffentlich erniedrigen kann?

Ich weiß, welche dieser beiden Möglichkeiten ich für die bessere halte.

Mit freundlichen Grüßen

Taxi5013
Taxi5013 ist offline   Mit Zitat antworten
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