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#1 |
MohnArt
Registriert seit: 07.02.2009
Ort: RLP
Beiträge: 1.949
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Fluss
Das Leben schwimmt, es fließt und gleitet, dem Plasmafluss gleicht unser Sein. Nichts ist beständig, nichts zu halten, dahinter leuchtet, hell und rein, ein starkes Wirken andrer Welten, so transparent, doch nicht zu sehn, in denen hohe Werte gelten, jedoch verspürt man sanft ihr Wehn. Oh Welt, du Scheinbild unsrer Sinne, Momente sind es, die vergehn. Dass mir das Leben nicht entrinne, will ich den Augenblick neu sehn. Geändert von Klatschmohn (16.06.2009 um 10:57 Uhr) |
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#2 | |
Slawische Seele
Registriert seit: 07.02.2009
Ort: Inselstadt Ratzeburg
Beiträge: 5.637
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Liebe Klatschmohn,
die Rubrik und die fließenden Verse deuten auf ein "Augenblickerlebnis". In solche Schwärmerei / Anbetung gerate ich manchmal, wenn ich fern des Alltags, fern der nüchternen Realität die Welt mit anderen Augen, bzw. mit allen Sinnen betrachte. Es geschieht im Zusammenhang mit der Natur. Dichte Wälder, weite Felder, klare Sonne, leichter Wind und Vogelsang lassen mich ausrufen: "Und die Welt ist doch schön!" Hier ist noch mehr. Alles ist Bewegung (Fluss), wir wissen es. Wir wissen um Vergänglichkeiten und Neues und ein Ahnen stellt sich ein. Das hast du sehr schön mit Leuchten und Transparenz dargestellt. Ich habe (nicht oft, aber doch) etwas Ähnliches erlebt. Man sieht, erfasst, was nicht leicht in Worte zu fassen ist und erspürt ein unbändiges Glücksgefühl. Das geschieht ohne einen "wichtigen" Anlass, den man benennen kann. So kommt dein Gedicht bei mir an und reißt mich mit. Liebe Grüße Dana (Habe ein wenig 'reingepfuscht - schau mal, ob es so noch passt. Sind nur Kleinigkeiten.) Zitat:
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Ich kann meine Träume nicht fristlos entlassen,
ich schulde ihnen noch mein Leben. (Frederike Frei) |
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#3 |
Erfahrener Eiland-Dichter
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![]() liebe klatschmohn,,
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© Bilder by ginton Jeder, der dir nah steht, steht mir auch nah... Alles, was einmal war, ist immer noch, nur in einer anderen Form. (Hopi) nichts bleibt, nichts ist abgeschlossen und nichts ist perfekt... (Wabi-Sabi)
Geändert von ginTon (10.06.2009 um 22:58 Uhr) |
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#4 |
MohnArt
Registriert seit: 07.02.2009
Ort: RLP
Beiträge: 1.949
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Liebe Dana,
wie schön, dass Du Ähnliches erlebt hast. Alles ist immer, möchte ich fast sagen, aber wir können es nicht immer sehen. Lieben Dank auch für Deine Korrektur und Dein aufmerksames lesen, ich habe gar nicht bemerkt, dass ich den "Augenblick" zweimal verwendet habe. Ich werde es ändern. Liebe und herzliche Grüße, Klatschmohn Lieber Basse , auch Dir ein herzliches Dankeschön! Ja, der Plasmafluss! Ich möchte das Wort schon drin lassen, weil sich der Gedanke um das Gedicht aus dem Wort "Plasmafluss" entwickelt hat. Dieses Wort stelte sich bei mir mit den Empfindungen ein, die ich hier beschrieben habe. Liebe und herzliche Grüße, Klatschmohn |
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#5 |
Närrisches Fieber
Registriert seit: 30.05.2009
Ort: bei Auerbachs Hafeneck
Beiträge: 38
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Krek-krek,
mich stört der Plasmafluss auch, aber nicht des Wortes wegen, sondern in der präsentierten Form. Dieses es gleicht dem... wirkt so...hm...ich drücks mal vorsichtig aus: lieblos dem Wort gegenüber. Es hätte mehr mit dem Text verwoben sein müssen, statt es als simplen Vergleich zu verbraten. Gerade auch, weil es hier noch mit einem so pathetischen Wort - "Sein" - zusammen auftaucht. Der Text spiegelt eine tiefe Sehnsucht nach etwas Beständigen wieder, vermittelt sie auch sehr gut. Mit der Freiheit/dem Plasmastrom umzugehen, ist halt nicht leicht. Allerdings möchte ich aus meiner rein persönlichen Weltsicht heraus zu bedenken geben, dass die "hohen Werte" nicht nur in deinem Text ominös sind. Sie sind es auch in fundamentalistischen Systemen, die ihren Anhängern/Völkern glauben machen wollen, dass diese Systeme diese Werte repräsentieren. Daher lese ich solche Texte auch immerwieder mit einiger Sorge. liebe Grüße Kajn
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Klio riss aus einem Traume sich, von einem Lindenbaume: "Wow, hast Du nen großen Stamm! Ob ich dich besteigen kann?" Ich würde nur an einen Gott glauben, der zu tanzen verstünde.
aus: Also sprach Zarathustra, Friedrich Nietzsche |
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#6 |
MohnArt
Registriert seit: 07.02.2009
Ort: RLP
Beiträge: 1.949
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Lieber Kayn,
es ist schon interessant, wie ein Gedicht unterschiedliche Gedanken bei dem Einzelnen auslösen kann. ![]() Über den Einsatz des Wortes "Plasmafluss" werde ich auch wohl noch nachzudenken haben. Deine Interpretation des Gedichtes nach dem "Beständigen", grade das wollte ich in dem Gedicht nicht vermitteln, wobei ich nicht zweifel, dass es etwas Beständiges im Unbeständigen gibt. Ich wollte hier einen Eindruck, ein Gefühl beschreiben, dass ich real erlebt habe, ohne es erklären zu können. Ich kann mir auch vorstellen, dass Du über die "Hohen Werte" gestolpert bist. Ganz sicher ist mit den "Hohen Werten" schon eine Menge Missbrauch getrieben worden, sie lassen sich ja beliebig von Menschen formulieren. Aber das ist hier nicht gemeint, sondern hier ist etwas Unfassbares, Universelles, ewig Gültiges gemeint, ohne dass ich dies hier definiert hätte, oder gar behauptet hätte ich würde es definieren können. Nein, es war der Eindruck einer momentanen Transparenz, die sich ja nur in Bruchteilen von Sekunden zeigt. Unprosaisch gesagt, will ich vermitteln, dass alles was uns umgibt im "Fluss" ist, nichts festgehalten werden kann - und gerade darum lohnt es sich den Augenblick zu würdigen und ihn auszuleben. Das bedeutet das Sein - das bewußte Sein. Liebe Grüße und danke für den Kommentar, Klatschmohn |
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