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Lyrische Emotion
Registriert seit: 07.02.2009
Ort: Inselstadt Ratzeburg
Beiträge: 10.014
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Hi Stimme,
nach einem absoluten "Blackout" ist das seit langer Zeit mein erster Text wieder. Danke fürs "Draufstürzen"... ![]() Zitat:
An einem Freitag, den 13., bleibe ich am besten im Bett, denn gleichgültig was mir da auch Schlechtes widerfährt, es war dieser vermaledeite Unglückstag, der mein Schicksal bestimmte. Dabei ist das ein Tag wie jeder andere auch, nur das die Menschen aufgrund ihres Kalendersystems ihm dieses Datum gaben. Genau das, was an diesem Tag passierte, wäre auch geschehen, wenn er ein anderes Datum gehabt hätte. Aber Hauptsache, man hat eine Erklärung dafür parat und sei sie noch so widersinng. Wenn man natürlich an einem solchen Freitag einem Schornsteinfeger begegne, dann spucke man ihm schnell über die Schulter und das Glück ist einem wieder hold. (Wenn ich Schornsteinfeger wäre und mir spuckte einer über die Schulter, wäre es mit seinem Glück allerdings nicht so weit her... )Besonders beliebt aber sind das Oster- und das Weihnachtsfest, wenn wir einmal beim Beispiel der Katholiken bleiben. Seit 1967 muss der Gläubige nicht einmal selbst bei Erteilung des Segens "Urbi et Orbi" durch den Papst persönlich anwesend sein, es reicht der Empfang über Radio, seit 1985 über das Fernsehen und seit 1995 gar über das Internet, um allen, die guten Willens sind, einen vollkommenen Ablass ihrer Sündenstrafen zu gewähren. Das ist doch geil. Ich schlage der alten Omi den Schädel ein, um ihre Handtasche zu rauben, bin aber gläubiger Katholik und hole mir über YouTube Papartazingers Segen dazu, so daß ich im Jenseits nichts mehr zu befürchten habe. Sehr komfortabel... ![]() Zitat:
Dazu fällt mir eine Textzeile des Udo Lindenberg Liedes "Reggae Meggi" ein, welches zwar hier aus dem Zusammenhag gerissen wird, aber dennoch gut passt: "Man gibt den Kopf ab an der Gaderobe, man braucht ihn nicht mehr in diesem Flair..." Zitat:
![]() Das Ganze läuft immer auf das Eine hinaus, nämlich auf die (moralische) Wahrheit im Gewande der Lüge. Die Kirche nennt dies freilich selbst "Mysterien". Mythen und Allegorien sind die eigentliche Elemente der Religion, mit denen sie den sehr wohl vorhandenen metaphysischen Bedürfnissen der Menschen Genüge leisten, wobei ihnen die geistige Beschränktheit der großen Masse hilfreich zur Seite steht. So einfach ist das... ![]() Zitat:
Also meinetwegen darf der alte "T-Rex" ruhig auf irgendeiner jungfräulichen Erde wieder auferstehen und sein Unwesen treiben. Das Universum ist doch groß genug, oder? Da wird sich doch eine nette Kugel finden lassen, wo das nicht weiter stört... ![]() Zitat:
Nur das "JHWH" eben ein ziemlich eifersüchtiger Typ sein soll, der, im Gegensatz zu seinen Kollegen, keine anderen Götter neben sich duldet. Zitat:
Wenn ich etwas glaube, dann bin ich von dessen Wahrheit überzeugt und wenn ich fest an etwas glaube, dann kommt mir jeder Hinweis auf die Sache gerade recht und festigt meinen Glauben. Das kann nur an der geistigen Beschränktheit der Masse liegen und vor allem damit, daß diesen armen Gläubigen schon im Kindesalter mit feierlichem Ernst und Ehrfurcht beigebracht wird, nur ja ihr Seelenheil nicht zu verwirken. So funktioniert das Spiel und solange die nicht aussterben, hat die Kirche Kunden, auch zahlende und somit ihre Existenzberechtigung. Zitat:
Die Scheiterhaufen von Giordano Bruno und Lucilio Vanini (dem vorher noch die Zunge rausgeschnitten wurde) stehen als Zeitzeugen für diese scheinheilige Religion der Liebe und zeigen ganz klar, wessen Geistes Kind sie ist. Zitat:
Die Frage ist nur wann. Es ist ja so, daß der Großteil der Bevölkerungen vieler Staaten mit Absicht unwissend und dumm gehalten wird. Und da wo die Armut am größten ist, findet auch der Glaube am leichtesten seine willigen Opfer, weil Bildung eben Geld kostet, Religion (für den Staat) hingegen nicht und so ganz nebenbei noch ein Fundament für eine (krude s.o.) Moral liefert, wofür die jeweiligen Priester schon sorgen. Denker wird es immer geben, jedoch werden diese in manchen Teilen dieser Welt auch immer angefeindet und verfolgt werden, weil sie auf der einen Seite das schöne Bild der Allegorien zerstören und auf der anderen die Position der Machthaber bedrohen. Das ist ein Scheißspiel und alles im Namen des oftmals guten Glaubens der armen Schäflein, die nicht in der Lage sind, eine eigene Weltanschauung zu entwickeln. Und das ist das wahrhaft Böse und Teuflische dabei, weil nur die Religionen diesen Aspekt erfüllen und einbringen. -------------------------------- Kommen wir zur formalen Kritik: Mir ist, ehrlich gesagt, gar nicht bewusst gewesen, daß hier eine Inversion vorliegt: Man sah Millionen dieser stark Verwirrten, wie sie im Büßerwahn herum dort irrten. Normalerweise würde ich schon sagen: wie sie im Büßerwahn dort herumirrten, aber irgendwie kenne ich keine Bestimmung, die zwingend vorschreibt, wo die adverbiale Bestimmung des Ortes nun in einem solchen Satz zu sein hat. (Wahrscheinlich habe ich zuviel Goethe in der letzten Zeit gelesen. Seine Inversionen waren z.T. gravierender und ich musste unwillkürlich oft darüber lächeln.) Wenn es denn nun eine Inversion ist, dann ist es m. E. eine sehr schwache, wenn man das überhaupt so sagen kann. ![]() Ich erlaube mir das einfach mal an dieser Stelle... ![]() Millionen lese ich tatsächlich "Milljonen", was aber wirklich am Dialekt liegen kann. ![]() Die "Metaphysikbrille" habe ich mir tatsächlich "metrisch zurecht gebogen" und die Eigenart der deutschen Sprache zunutze gemacht, in der keine zwei betonten Silben hintereinander vorkommen können. Das Thema hatten wir schon an anderer Stelle, aber grundsätzlich stimme ich dir zu, schwierig. In der letzten Strophe ist mir aber tatsächlich ein Lapsus unterlaufen, der ausgebessert werden muss. Vielleicht so? Die Religionen schaffen hohe Mauern, weil jede mit der eignen Botschaft wirbt, die tief im Kern, und das ist zu betrauern, den Geist der jungen Menschen schon verdirbt... Ich werde auf jeden Fall noch einmal darüber nachgrübeln und für Abhilfe sorgen. Solange übernehme ich das o.a. Auf jeden Fall möchte ich mich ganz herzlich für die kritische Auseinandersetzung mit meinem Text und der entsprechenden Analyse bedanken. Ich versuche wieder "reinzukommen"... ![]() Liebe Grüße Bis bald Falderwald
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Oh, dass ich große Laster säh', Verbrechen, blutig kolossal, nur diese satte Tugend nicht und zahlungsfähige Moral. (Heinrich Heine) Für alle meine Texte gilt: © Falderwald --> --> --> --> --> Wichtig: Tipps zur Software |
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