08.05.2010, 11:43 | #1 |
Verstorbener Eiland-Dichter
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Donauauen
Buhnen, Tümpel, Schotterwälle,
Flussgewässer ohne Eile, grüne Inseln, Treibholzteile, Seggenigel, Algenbälle. Ufergrün in Baumeshöhe schiebt das Wurzelwerk zum Bette. Mückenlarven, Wasserflöhe zucken lustig um die Wette. Mancher muss dem Schwarzwild weichen, warten an der flachen Tränke. Äskulap erzüngelt Schleichen, Echsen fliehen in die Senke. Der Pirol bringt Sonnenfarbe ins Geäst der roten Buche. Biber, Teichhuhn, Krähenscharbe nähern sich auf Nahrungssuche. Buntes Treiben, buntes Leben im Verlauf der Donauauen. Mög der Zeiten Ablauf geben, diese Wunder lang zu schauen.
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Ich will mit meinen Reimen die Leute zum Schmunzeln, Weinen oder Fluchen bringen. |
09.05.2010, 20:45 | #2 |
Lyrische Emotion
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Hallo Ingo,
wieder ein wunderbares Naturgedicht von dir, bei dem ich meinen Sprachschatz erweitern konnte. Begriffe wie "Buhnen", "Seggenigel" oder "Krähenscharbe" sagten mir zunächst gar nichts und ich musste nachschlagen. Ich bin auch fündig geworden und muss sagen, das passt ja alles wunderbar. Auch der "Seggenigel" gefällt mir sehr, damit meinst du sicher diese "Grasbüschel", die vor allem in Fluss-oder Bachauen zu finden sind. Teilweise finden sich diese "Igel" auch bei uns an den Uferniederungen mancher Seen. Sehr schön auch die Metapher "Aeskulap erzüngelt Schleichen". Dein Gedicht lässt mir als Leser ein schönes Bild der beschriebenen Landschaft vor dem geistigen Auge entstehen. Das hat mir gefallen. Gerne gelesen und kommentiert... Liebe Grüße Bis bald Falderwald
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Oh, dass ich große Laster säh', Verbrechen, blutig kolossal, nur diese satte Tugend nicht und zahlungsfähige Moral. (Heinrich Heine) Für alle meine Texte gilt: © Falderwald --> --> --> --> --> Wichtig: Tipps zur Software |
14.07.2012, 07:30 | #3 |
Erfahrener Eiland-Dichter
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hallo ingo,
auch ich kann mich immer wieder für deine naturgedichte begeistern - vor allem, weil da so viel fachwissen dahinterstecken dürfte..... sehr, sehr gerne mit dir durch die donauauen spaziert, larin
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14.07.2012, 10:51 | #4 |
Verstorbener Eiland-Dichter
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Hallo larin! Dein Kommentar freut mich doppelt, weil ich dadurch auch eine Antwort Falderwalds entdeckt habe, die mir bisher entgangen ist. Also auch ein Doppeldank. LG Ingo
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14.07.2012, 12:53 | #5 |
TENEBRAE
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Hi, Ibrahim!
Ein schönes "Aufzählungsgedicht". Kleinigkeiten: In S1 hast du Reimschema ABBA, dann nur noch ABAB. Das stört die Harmonie. Wenn du in S1 Z3 und 4 einfach umstellst, wäre das Ungleichgewicht auch schon behoben. In S5 wüede ich Z3 so schreiben: "mögen Zeitenläufte geben", das erspart dier die unschöne Verkürzung "mög" und das wenig lyrische Wort "Ablauf". Ansonsten nix zu meckern! Sehr gern gelesen - als einer, der die Donauauen (Oberösterreichs) selbst gut kennt: War als kleiner Junge schon mit meinen Eltern dort Morchelsuchen! Ach, die Zeiten... LG, eKy
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Weis heiter zieht diese Elend Erle Ute - aber Liebe allein lässt sie wachsen. Wer Gebete spricht, glaubt an Götter - wer aber Gedichte schreibt, glaubt an Menschen! Ein HAIKU ist ein Medium für alle, die mit langen Sätzen überfordert sind. Dummheit und Demut befreunden sich selten. Die Verbrennung von Vordenkern findet auf dem Gescheiterhaufen statt. Hybris ist ein Symptom der eigenen Begrenztheit. |
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