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asphaltwaldwesen
Registriert seit: 31.03.2009
Ort: österreich
Beiträge: 961
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puh, stimme.
ganz kurz hab ich etwas geschluckt - las ich doch "indirekt" zwischen den zeilen deiner ausführungen (da der dialog ja ein realer, nacherzählter ist, wie ich in der antwort an chavali bereits erwähnte), dass ich hier als mutter mein kind sozusagen mit meinem eigenen unbewältigten leid "vergewaltige". nach etwas "bedenkzeit", die ich daraufhin erstmal brauchte, kann ich damit aber gefasst umgehen und dir antworten. Zitat:
ich - als autorin und sprechende stimme habe das nicht mit dem von dir - durchaus naheliegenden - hineininterpretierten fokus der "unaufgelösten schädlichen familientradition" thematisiert, sondern von der basis ausgehend, dass diesem gespräch schon einige vorausgegangen waren, die z. bsp. themen wie "krieg", "angst" und "wieso erinnere ich mich nicht an die oma, die mit mir spazierenging, als ich ein baby war" und andere aspekte bereits soweit abgedeckt hatten. daher löst dieses gespräch nicht all die ängste und beklemmungen im kind aus, die du hier thematisierst. das kann und sollte der text gar nicht leisten. und das wollte ich damit auch nicht. er ist ein gespräch, das als eines von vielen herausgegriffen steht. es ist ja nicht das "erste ernsthafte gespräch" zwischen mutter und kind zu ernsthaften themen. da bürdest du dem text eine last auf, die er gar nicht stemmen will oder könnte. ganz abgesehen davon: wann sollten denn die großen themen, die kinder ab einem gewissen alter "plagen" und zu denen sie bereits fragen stellen, unverfänglicher behandelt werden, wenn nicht dann, wenn sie sich in einer entspannten atmosphäre ergeben? jeder kinderpsychologe empfiehlt genau DAS. immer wieder und wieder mal drüber reden - solange man das gefühl hat, bei genauerer beobachtung, dass es für das kind noch nicht ganz "gut" ist. und dabei eingehen auf die fragen, die das kind ähnlich schon öfter gestellt hat. müssen wir alle mal sterben? wie alt werde ich? wirst du auch sicher hundert jahre alt, mama? warum gibt es kriege? warum ist die oma so traurig, sagt aber nichts? ist sie böse auf mich? wird mir auch mal ein anderer mensch wehtun oder mich erschießen? die fragen eben, die so ab dem 7. lebensjahr in den köpfen der kinder auftauchen und eher quälen, wenn sie unbeantwortet bleiben oder sehr theoretisch abgehandelt werden. Zitat:
das ist hier also gar nicht das thema des textes. obwohl es natürlich ein total spannendes thema ist, auch noch diesen aspekt von schädlichen, unaufgelösten "familientraditionen" mit hineinzubringen. Zitat:
Zitat:
und es gibt zwischen schweigen und reden das zuhören, um die eigentlichen fragen hinter den fragen zu erkennen und auf diese angemessen einzugehen. wenn man das kann. Zitat:
und ich denke, du wirst verstehen, warum ich das so ausführlich und weit von mir weise - weisen muss. ich habe als kind und auch noch junger erwachsener tatsächlich sehr gelitten. exakt an dem, was du hier beschreibst und aus den zeilen herauszulesen meinst. und aus der heutigen sicht, nehme ich wahr, dass eine ganze familie über generationen sehr gelitten hat. und noch in meiner eigenen familie weiterleidenwürde, hätte ich nicht sehr hart und schmerzenreich gerade am durchbrechen dieser "tradition" gearbeitet. das dicke lob krieg ich hier also für etwas, das ich gar nicht geleistet hab. trotzdem danke. und ein aufrichtiges: gottseidank eigentlich! ![]() und wäre der text nicht autobiographisch, stünde hier nicht ein derartig langer kommentar zum kommentar. ![]() Zitat:
lieber gruß, fee Geändert von fee (15.12.2011 um 13:59 Uhr) |
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